Review: Charon, Schierling (26.02.2006, Hannover)

Foto: Torsten Volkmer

ENDLICH, die Finnen rocken wieder.

Nach mehreren Jahren des nicht da seins, haben die finnischen Gothrocker von Charon es endlich geschafft, für eine Minitour nach Deutschland zukommen. Nachdem wir nun schon in Berlin und Lübbenau dabei waren, stand jetzt Hannover (26.02.2006) auf dem Plan.

Stattgefunden hat das ganze im Faust in der Warenannahme. Noch nie dort drin gewesen, war man doch sehr überrascht. Das ganze ähnelte nämlich mehr einem Kino. Mit lauschigen Kinositzen, einer abgetrennten Bar und natürlich der Bühne. Wir durften wieder dem Soundcheck beiwohnen und er lief bedeutend besser ab, als in Lübbenau. Die Jungs legten sich schon dabei mächtig ins Zeug und wir lauschten dem Song „Colder“.
 


Danach waren dann, die für diese Tour fünfte Vorband, „Schierling“ dran. Wir hatten auf Ihrer HP in die Musik reingehört, was uns aber nicht vom Hocker riss. Live allerdings klang das alles viel anders und das obwohl sie mächtig unter Zeitdruck standen. Chris konnte auch verständliche Texte singen. Letztendlich bleiben sie aber doch eine Deathmetal – Band. Was sie dann bewiesen, als es offiziell losging. Trotz unserer leichten Abneigung hörten wir Schierling gebannt zu. Und man musste den Jungs zugestehen, sie hatten was auf dem Kasten. Das bewies dann nicht nur mehr der Soundcheck. Und, das bewiesen auch ihre Fans, die zahlreich erschienen und fleißig am Headbangen waren. Nach reichlichem Applaus, verabschiedeten sich Schierling und die wartenden Charon – Fans nahmen den Platz vor der Bühne ein.

Foto: Torsten Volkmer

Foto: Torsten Volkmer

Was beim Soundcheck glatt lief, funktionierte Live dann nicht mehr so ganz. Nachdem die ersten Takte zu „Colder“ erklungen, sah man, aber hörte man J.P. nicht singen. Sein Mikro war urplötzlich ausgefallen.  
Also lieh er sich kurzerhand das von Lauri. Mit dem, wurde er allerdings an der kurzen Leine gehalten. Das Kabel war nicht sehr lang. Bei 2. Song „Guilt On Skin“ ging dann alles wieder seinen Gang. Endlich konnte auch J.P. über die Bühne rocken. Was wir sehr begrüßten, wollten wir doch alle was von ihm haben.
Unter das Publikum hatten sich auch die Leute von „Das Scheit“ gemischt.

Sie waren am Vortag eine der Vorbands von „Charon“ gewesen und hatten uns dort schon erzählt, dass sie in Hannover vorbei schauen. Clint stand gleich neben mir und war dann auch voll mit dabei. Er hat gerockt, gesungen, Sprüche gerissen und den Jungs zu geprostet. Ein wahrer Fan halt *fg*! Während J.P. also über die Bühne rockte, war Lauri die ganze Zeit mit dem weiblichem Publikum am flirten. Ob er wohl seinen neuen Kurzhaarschnitt ausprobieren wollte?

Pasi hatten wir ja schon in Lübbenau ein Lächeln abgeluchst, aber Teemu versteckte sich lieber etwas weiter hinten und unter seinem Hut. Ab und an gab es mal einen Blick und ein schüchterndes Lächeln. Und Antti musste man regelrecht suchen, hinter seinem Schlagzeug. Aber so im Ganzen machte es wohl jedem Spaß. Geboten wurde den Fans von alt bis neu und von düsterer Melancholie bis hin zu bombastischem Rock. Nur ein einziges Album wurde außen vor gelassen und das wahrscheinlich deswegen, weil es einfach die Probeanfänge von „Charon“ enthält. Es wurde von „As We Die“ über „Bitter Joy“ bis hin zu „Ride On Tears“ einfach alles gespielt.

Foto: Torsten Volkmer

Foto: Torsten Volkmer

Am lautesten und so kurz vor Schluss war dann noch mal „Little Angel“ ausschlaggebend, das die Halle fast am überkochen war. Da war dann jede Stimme im Einsatz und einfach nur am mitsingen. Weil, wer wäre nicht gerne J.P. kleiner Engel!? Nach „Deep Water“, einem Song ihres aktuellen Albums, verschwanden die Jungs dann erstmal von der Bühne. Jeder wusste was das heißt. Nachdem einige mit „Zugabe“ anfingen, stimmten sie dann in die Mehrheit mit ein. Dann lauteten die Rufe: „WE WANT MORE“. So wie es sich gehörte, wenn man nach Finnen ruft.

Damit erreichten wir dann auch unser Ziel und nach 3 weiteren Songs, durften die Jungs unter tosendem Applaus die Bühne verlassen. Wer aber dachte das war es gewesen, der hatte sich getäuscht. Nachdem die Jungs Interviews gegeben hatten, waren sie dann noch mal für alle da. Autogramm- und Bilderwünsche wurden gleichermaßen erfüllt. Und wessen Englisch auf neustem Stand war, der konnte auch noch ein paar Worte mit den Jungs wechseln. Für uns wurde es dann auch langsam Zeit. Ein langes WE lag hinter uns.
Aber eins wissen wir bestimmt: Jederzeit wieder, weil „WE WANT MORE!“.

Setlist Hannover:

–    Colder
–    Guilt on Skin
–    Bullet
–    If
–    Bitter Joy
–    In Trust Of No One
–    Four Seasons Rush
–    Ride on Tears
–    Rain
–    Desire You
–    Sisters Misery
–    Little Angel
–    Come Tonight
–    Deep Water

– As We Die
– At The End Of Our Day
– House Of The Silent

 

Mehr Fotos gibt es hier:
Fotos von Charon

Links:
www.charon.cjb.net
www.schierling.net