Nightwish, Sonata Arctica, Timo R. (23.10.2004, München)

Foto: Torsten Volkmer

Nachdem es Karten schon seit Monaten nur noch über Ebay oder unter der Hand zu völlig utopischen Preisen gab, war es am 23.10.2004 dann endlich soweit: Nightwish gaben endlich in München ihr lang ersehntes Konzert! Unterstützt durch die beiden ebenfalls aus Finnland stammenden Bands „Timo Rautiainen & Trio Niskalaukaus“ und „Sonata Arctica“ sollte dies eines der großen, für schwarze Münchner Seelen geeignete, Konzerte in dieser kalten Jahreszeit werden.

Lange Schlangen vor dem Zenith zeugten davon, dass wirklich alle, der 5500 Karten an den Mann bzw. an die Frau gebracht worden waren. Eigentlich aber auch kein Wunder, nachdem Nightwish in den letzten Jahren von MTV und dergleichen zu einer großen Mainstream-Band gepusht worden sind. Das machte sich auch beim Publikum bemerkbar. Vom düstersten Goth bis hin zum Familienvater mit kleinen Kindern war alles vertreten. Netterweise waren von der Gattung Presse recht wenig Vertreter anwesend, so dass wir entspannt und ohne uns die Beine in der Kälte in den Bauch zu stehen in die Halle kamen.

Foto: Torsten Volkmer

Foto: Torsten Volkmer

Um kurz vor 8 betrat dann die erste Band „Timo RautiaInen & Trio Niskalaukaus“ die Bühne, von der ich zugegebenermaßen bis dato noch nichts gehört hatte. Das änderte sich aber während ihres halbstündigen Auftritts auch nicht unbedingt. Rund um den kahlgeschorenen Sänger Trio Niskalaukaus stand seine Band (übersetzt: Genickschuss-Trio), von der man die ganze Zeit den Eindruck hatte, sie hätten einen Wettbewerb, wer nun mehr Durchsetzungskraft hat – Sänger oder Gitarren. Sieger waren eindeutig die Gitarren, daher entging auch vielen, dass die Truppe auf der Bühne sich sogar die Mühe gemacht hatten, ihre sonst finnischen Texte einzudeutschen.

Nach einer kurzen Pause hatte ich die Hoffnung, es könnte mit Sonata Arctica, Metal-Band Nr.2 aus Finnland, nun bergauf gehen. Gerüchten zufolge soll ja so mancher nur wegen Sonata Arctica seinen Weg ins Zenith gefunden haben.

Foto: Torsten Volkmer

Foto: Torsten Volkmer

Die 5er-Truppe rund um Sänger Tony Kakko hat in diesem Jahr ihr 4. Album „Reckoning Night“ herausgebracht und besetzt mit „Don’t say a word“ derzeit Platz 1 der finnischen Single-Charts.

Gute Voraussetzungen für einen guten Auftitt und in der Tat verzauberten Sonata Arctica nun endlich das nach Headbanging lechzende Metal-Publikum mit harten Gitarrenklängen und düsteren Stimmen. Und mit einem großen Knall (ja, mir blieb das Herz stehen…) und sprühenden Funken fing dann um 10 Uhr endlich der Hauptact an – Nightwish betraten die Bühne. Gleich mit dem ersten Song ihres neuen Album Once „Dark Chest of Wonders“, das begleitet wurde von einer nicht zu verachtenden Pyro-Show, begannnen Tarja Turunen und ihre Männer ihren Auftritt.

Foto: Torsten Volkmer

Foto: Torsten Volkmer

Immer unterbrochen von härteren Metal-Songs spielten Nightwish all ihre bekannten Balladen der letzten beiden Alben. „Nemo“ machte das den Abschluss des gelungenen, gut arrangierten 90-minütigen Gigs mit der stimmgewaltigen Tarja, deren Gesang einem immer wieder einen Schauer über den Rücken laufen ließ.

Nach vielen Zugabe-Rufen setzten Nightwish noch eins drauf und ließen zu „Ghost Love Score“ und „Wish I Had An Angel“ einen Glitzerregen auf das begeisterte Publikum herabfallen. Und genauso, wie sie begonnen hatten, beendeten Nightwish ihren Auftritt: mit einem großen Knall und sprühenden Funken.

Links: 

trioniskalaukaus.net (Timo Rautiainen & Trio Niskalaukaus)
sonataarctica.info (Sonata Arctica)
nightwish.com (Nightwish)