Am 20. März 2026 wurde die Messe Dresden zur Hochburg des Metalcore und Death Metal. Heaven Shall Burn luden zur großen Show – und lieferten gemeinsam mit Frozen Soul, The Black Dahlia Murder und The Halo Effect ein Gesamtpaket, das kaum Wünsche offenließ.

Den Anfang machten Frozen Soul, die mit ihrem eisigen Old-School-Death-Metal sofort für eine düstere, drückende Atmosphäre sorgten. Ohne viele Spielereien, dafür mit maximaler Wucht, bereiteten sie das Publikum perfekt auf den weiteren Abend vor.

Mit The Black Dahlia Murder wurde es anschließend technisch anspruchsvoller und deutlich chaotischer – im besten Sinne. Rasende Riffs und aggressive Vocals sorgten dafür, dass sich die ersten größeren Pits bildeten und die Energie in der Halle spürbar anzog.
Melodischer Höhepunkt: The Halo Effect begeistern auf ganzer Linie

Ein besonderes Highlight im Vorprogramm waren jedoch ganz klar The Halo Effect. Die schwedische Supergroup bewies eindrucksvoll, warum sie aktuell eine so wichtige Rolle im modernen Melodic Death Metal spielt. Mit ihrer Mischung aus klassischen Göteborg-Sounds und frischem Songmaterial trafen sie genau den Nerv des Publikums. Jeder Song saß, jede Melodie wurde gefeiert. Die Band wirkte dabei unglaublich eingespielt und gleichzeitig voller Spielfreude – fast so, als würden sie jeden Moment selbst genauso genießen wie die Fans vor der Bühne. Vor allem Frontmann Mikael freute sich sichtlich über jeden Moment des Auftritts. Besonders die dichten Gitarrenleads und die emotionale Tiefe ihrer Songs sorgten für Gänsehautmomente und hoben ihr Set deutlich hervor.
Ab dem zweiten Song massive Pits: Heaven Shall Burn übernehmen

Als Heaven Shall Burn schließlich die Bühne betraten, gab es kein Halten mehr. Bereits beim zweiten Song „Voice of the Voiceless“ entstand ein massiver Pit, der sich im Laufe des Abends immer weiter ausdehnte. Die Band hatte die Menge von der ersten Sekunde an fest im Griff.
Die Setlist ließ dabei keine Wünsche offen und bot eine perfekte Mischung aus Klassikern und Fan-Favoriten. Songs wie „War Is The Father Of All“, „Endzeit“, „Übermacht“, „Counterweight“, „Godiva“ und „The Weapon They Fear“, sorgten durchgehend für Eskalation. Spätestens bei „Thoughts and Prayers“ inklusive brachialer Wall of Death kochte die Halle endgültig über und „Black Tears“ hielt niemanden mehr auf der Stelle.

Ein besonderer Moment des Abends war zudem der Auftritt von Britta Görtz (Sängerin von Hireas), die bei gleich drei Songs gemeinsam mit der Band auf der Bühne stand. Diese Überraschung wurde vom Publikum frenetisch gefeiert und zeigte eindrucksvoll, wie eng die Verbindung zwischen ihr und Heaven Shall Burn seit ihrer Unterstützung im letzten Jahr nach Sänger Molles Ausfall geworden ist. Die Chemie war spürbar, die Performance intensiv und emotional – einer dieser seltenen Momente, die ein Konzert wirklich einzigartig machen.
Ganz Dresden rudert: „The Martyr’s Blood“ als kollektiver Ausnahmezustand

Ein absoluter Höhepunkt des Abends war „The Martyr’s Blood“: Fast die gesamte Messe Dresden begann zu rudern – ein beeindruckendes Bild, das man so selbst bei großen Shows selten erlebt. Besonders bemerkenswert: Selbst die Securities machten mit und trugen so aktiv zur ausgelassenen Stimmung bei. So gewann Molle auch seine Wette gegen den Tourmanager, denn dieser glaubte nicht daran das ganz Dresden rudert. Der Gewinn der wette wurde vom Publikum entsprechend gefeiert. Ein weiteres Highlight: die Crew der Band durfte sich sogar einen Song wünschen.
Überhaupt verdienen die Secus an diesem Abend ein riesiges Lob. Sie arbeiteten jederzeit souverän, aufmerksam und gleichzeitig extrem publikumsnah. Sie hatten der Band sogar einen „Liebesbrief“ geschrieben und um beste Stimmung und möglichst viele Crowdsurfer gebeten. Diese Mischung sorgte nicht nur für Sicherheit, sondern unterstützte auch die positive Atmosphäre enorm. Auch Heaven Shall Burn selbst hoben die Arbeit der Security während des Konzerts explizit hervor – ein starkes Zeichen der Wertschätzung.
Klare Haltung: Ansagen mit Bedeutung
Frontmann Molle und Gitarrist Maik nutzten die Bühne auch für mehrere intensive Ansprachen, bei denen sie sich für den Support der Fans bedankten, ihre politische Einstellung klar geäußert wurde und sie sich mit deutlichen Worten klar gegen Krieg positionierten und zugleich ein unmissverständliches Zeichen gegen rechte Ideologien gesetzt haben.

Musikalisch und visuell setzte die Band ebenfalls Maßstäbe. Die Bühnenshow war schlichtweg fulminant – immer wieder schossen meterhohe Flammen im Takt der Songs in die Höhe und verstärkten die ohnehin brachiale Wirkung der Performance.
Mit mehreren Zugaben, darunter „Tirpitz“ und dem epischen Abschluss „Valhalla“, fand ein Abend sein Ende, der vor Energie, Gemeinschaft und Leidenschaft nur so strotzte.
Fazit: Heaven Shall Burn haben in Dresden eindrucksvoll bewiesen, warum sie zu den wichtigsten Bands der Szene zählen. Unterstützt von starken Vorbands, einer herausragenden Crowd und einer außergewöhnlich guten Crew wurde dieser Abend zu einem echten Highlight im Konzertjahr.
Galerien (by Kristin Hofmann bs! 2026)


