Review: Guter Start für Below Zero (17.05.2024, Bremen)

Below Zero konnten sich schön längst einen kleinen Namen erspielen und das nicht nur in Bremen, sondern weit über die Stadtgrenzen hinaus – bis auf den heiligen Boden von Wacken. Aber so ein ganz eigenes Konzert, das gab es bisher noch nicht. Das sollte sich am Abend des 17. Mai in der Lila Eule ändern. Pünktlich zum Erscheinen ihrer ersten EP Blood in the Water, die es auch schick auf Vinl gepresst gibt, gab es eine feine Record Release Sause in der Heimatstadt. Bereits eine ganze Weile vor Konzertbeginn bildet sich eine Schlange wirklich junger Menschen vor dem kleinen bremischen Club.

The Kids are alright.

Natürlich wollen Freunde und Familie an diesem Abend mit dem Duo feiern, aber es dürften auch zahlreiche neugierige Menschen dabei gewesen sein, die die Band noch nicht kannten, denn in der Eule wurde es kuschelig voll. Und warm.

Catapults (Foto: Thea Drexhage bs! 2024)

Dafür sorgten nicht zuletzt Catapults aus Oldenburg, die vor Below Zero den Raum schon mal auf Betriebstemperatur brachten. Die Indie-Punk-Pop-Rock-Irgendeineweitereschublade Band aus Oldenburg hat ihre Aufgabe bestens verstanden und bringt den kleinen Saal in Bewegung. Auch sie dürften in der Region längst keine Unbekannten mehr sein. Der Sound der 5-köpfigen Band in dem kleinen Laden ist erstaunlich gut. Gern springt man mit ihnen zu Songs wie Pessimist oder This is fine – ob die jungen Hüpfer im Publikum allerdings noch wissen, wer die Sugababes sind, als Catapults sich deren About You Now vorknüpfen, man weiß es nicht.

Below Zero (Foto: Thea Drexhage bs! 2024)

Ordentlich angeschwitzt, passend zum klebrigen Clubboden geht es schon kurze Zeit später mit Max und Jonathan weiter. Routiniert als würden sie das schon etliche Jahre machen, nehmen die beiden die Bühne ein und füllen sie komplett für sich aus. Die EP der beiden umfasst fünf Songs, das Repertoire von Below Zero schon deutlich mehr. So ist es ein Kinderspiel, einen Konzertabend zu füllen. In der Regel sind die Songs des Duos eher krachig, um den Ohren eine kurze Pause zu gönnen, hat die Band, neben 2 Covern und einer Livepremiere, ein paar Besonderheiten in die Setlist eingebaut. Bury the Hatchet zum Beispiel wurde akustisch aus der Menge heraus performt – was erstaunlich gut funktioneirt hat (selbstverständlich gab es die laute Version zum Schluss als Zugabe). Außerdem versuchte sich Jonathan, der sonst gut versteckt hinter den Drums sitzt, an der Akustikgitarre und spielte This Is Your Life solo und unverstärkt.

Below Zero (Foto: Thea Drexhage bs! 2024)

Ein starker Abend der alle Beteiligten selig in die Bremer Nachtluft entschwinden lässt. Weiter so!

Galerien by Thea Drexhage bs! 2024)

Setlist Below Zero:

Below Zero (Foto: Thea Drexhage bs! 2024)
  1. Revolution Theory
  2. Lights
  3. Runaway
  4. Eleven
  5. Gone Dark
  6. Closer
  7. Heavy Soul (The Black Keys-Cover)
  8. More Than This (Live-Premiere)
  9. Bury The Hatchet Acoustic (in der Mitte des Publikums)
  10. Healer
  11. PSA
  12. Playing God (Worlds Collide)
  13. You Really Got Me (The Kinks-Cover)
  14. Echoes
  15. This Is Your Life (Jonathan solo akustisch)
    Encore:
  16. Blood In The Water
  17. Bury The Hatchet

Links:
Catapults
Below Zero

Thea Drexhage
Thea Drexhagehttps://www.be-subjective.de
Thea Drexhage hat Salma Hayek einiges voraus! 10 mm. Wie die meisten Frauen der Redaktion, Duffy, Beth Ditto, Joan Rivers oder Angus Young kann sie die MusikerInnen aus dem Bühnengraben also völlig problemlos sehen, wenn jemand ihren Hocker trägt, wird aber - das hat sie mit Salma dann doch wieder gemein - dennoch viel zu oft auf Ihre Körpergröße, ihre Mähne und ihre leicht misanthropischen Anflüge reduziert. Damit sie also nicht im nächstbesten Titty Twister von Sonnenunter- bis Sonnenaufgang Menschenmengen und Bläser mätzelt, halten wir “Aggro-Thea”, die zuvor ganze Landstriche in Mecklenburg Vorpommern ausgerottet hat, halbtags im spießbürgerlichen Oldenburger Exil an der langen Leine. Seither legt sich die scheißpünktliche existentialistische Besserwisserin analog mit Sartre, Camus & Kodak an und ja, auch wir müssen neidlos zugestehen, dass der Instagram-Account ihrer beiden Katzen “Salma” und “Hayek” mehr Follower pro Tag hat, als unser webzine im ganzen Jahr.

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