Apoptygma Berzerk, Sono (19.11.2005, Dresden)

Foto: Torsten Volkmer

Ein nasskalter Nachmittag im November, eigentlich sollte man da lieber auf der Couch sitzen bleiben, sich eine nette DVD reinziehen und was heißes zu trinken auf dem Tisch stehen haben, aber nein… Apoptygma Berzerk haben an solch einen tristen Tag nichts besseres zu tun, als uns aus unseren warmen Höhlen zu holen.

lso raus aus dem gemütlichen Wohnzimmer, rein ins kalte Auto und ab nach Dresden. Die Fahrt wurde nicht gerade angenehm, denn die Norweger schienen nicht nur ihre Musik mitgebracht zu haben, sondern auch den nordischen Winter. Je mehr wir uns Dresden näherten, desto stärker fing es an zu schneien, aber auch diese Hürde nahmen wir mit dezenter Vorsicht, und kamen auch recht pünktlich an der Reithalle an.

alb acht sollte Einlass sein, eine recht unchristliche Zeit, wenn ich mal so an die vergangenen Konzerte denke, saß man um diese Zeit doch meist noch nett zu Hause. Aber egal… pünktlich wurden die Türen geöffnet, und die recht schon zahlreich erschienenen Apop- Anhänger wuselten aufgeregt durch die Halle.

Dort wurde das Warten auch recht kurzweilig, und so dauerte es gar nicht lang, bis der Support des Abends, namens „SONO“, die Bühne Betrat. Ein junger Herr, bewaffnet mit einer Gitarre, und ansonsten begleitet von zwei netten Herren am Computer, betrat die Bühne, und gab eine knappe Stunde lang sein musikalisches Repartoir zum Besten. Ich möchte mich auch gar nicht lang beim Berichten über diesen Künstler aufhalten, da es nicht so wirklich meine Sache war. Irgendwie erinnerte mich das Ganze an den guten alten 80er Discosound, aber nichts desto trotz, das Publikum schien ihn und seine Musik zu mögen, und geizten diesbezüglich auch nicht mit dem Beifall.

Foto: Torsten Volkmer

Foto: Torsten Volkmer

 

Nach der unvermeidbaren, schier unendlich scheinenden Umbaupause, die Reithalle war inzwischen auch bis in die letzten Reihen proppevoll, wurde es nun endlich Zeit für die Jungs aus Norwegen, die die Location doch mal so richtig in Ekstase versetzen sollten. Für mich war es das erste Mal, dass ich APB live sehen durfte, nachdem ich beim WGT nur noch ein paar Töne aus hinterster Reihe erahnen konnte. Also auch ich war gespannt, wie sich APB live präsentieren werden, vor allem auch da man ja nach dem Labelwechsel mit der neuen Scheibe recht erfolgreich ist.

Schon als die Musiker um Stephan Groth auf die Bühne sprangen, tobte die Menge und begrüßte seine Lieblinge, welche sich alle brav am Bühnenrand verneigten bevor sie sich voll und ganz  ihren Instrumenten widmeten. Als Stephan, gekleidet im smarten Lackmantel und auch ansonsten sehr schlicht aber schick, die Bühne betrat war natürlich keiner mehr zu bremsen, das Toben und Kreischen wurde noch stärker und der kleine Frontmann legte auch sofort mit erstaunlicher Energie los. Voller Spielfreude präsentierten APB nicht nur die von den textsicheren Fans total abgefeierten Songs älterer Scheiben, sondern natürlich auch einige vom aktuellen Album. Wobei ich sagen muss, auch die älteren Sachen klangen nicht SO elektronisch wie ich vermutete, sondern das ganze Set war sehr gitarrenlastig und rockig. Die musikalische Wandlung der Band schien auch bei den Fans gut anzukommen (ich habe allerdings keinen Live – Vergleich zu früher), denn es verging kein Song, wo nicht gejubelt, mitgesungen und geklatscht wurde.

Bei „Lost in Translation“ rastete die Menge total aus, die Stimmung war einfach bombastisch, mehr positive Resonanz kann sich eine Band wohl kaum wünschen, und Stephan dankte es den Fans jedes Mal auf’s Neue. Mit dem Song „Until the end of the world“ sollte der wunderbare Abend leider schon beendet werden, und Stephan verabschiedete sich auf deutsch vom Dresdner Publikum, aber so einfach ließen sich diese nicht abservieren, man verlangte nach Zugabe, welche die nordischen Männer auch gern dem Publikum mit der Frage „You are ready for some more?“ noch zugestehen wollten. Mit „Nonstop Violence“ und „Love Never Dies“ gab es noch eine kräftige Zugabe und das Publikum feierte noch einmal so richtig ab, bis dann nach einer zweiten (!) Zugabe letztendlich mit „Bitch“ der wirklich letzte Song des Abends verklang. Brav bedankte sich noch einmal die Band verneigend beim Publikum, bevor sie die Bühne verließen und wir in die kalte Novembernacht zurück mussten.

Fazit:
Ein tolles APOP – Konzert mit einer fantastischen Stimmung, wie bisher nur selten erlebt! Das aufraffen vom kuscheligen Sofa im heimelichen Wohnzimmer hat sich im Endeffekt für mehr als nur lohnend herausgestellt 😉

Links:
www.apoptygmaberzerk.de
www.sono.fm