Review: Oscuro Festival 2005

Oscuro Festival – das dunkle Festival. Die Veranstalter hätten wohl kaum einen besseren Titel für dieses Festival finden können. Denn neben den angekündigten Düster-Bands versprach es auch lichttechnisch nicht gerade ein heller Abend in der Factory / Magdeburg zu werden. ASP befinden sich zur Zeit auf ausgedehnter Tour und kamen „aus der Tiefe“ mit ihrem Support Seelenzorn um die Bretter der Factory zum Beben zu bringen. Doch dieses Konzert sollte etwas ganz besonderes werden – denn mit Zadera, Bloody Dead & Sexy und Staubkind hatten sie noch 3 weitere Bands geladen, die diesen Abend zu einem Highlight der ASP Tour werden lassen sollten.

 

Opener haben immer ein äußerst schweres Leben. Der Club meist noch ziemlich leer und das Publikum eher am frösteln als am ausgelassen Feiern. Doch wer Staubkind kennt weiß, das dies nicht so werden würde. Staubkind kamen mit dem Vorsatz auf die Bühne Magdeburg richtig zu rocken. Und das taten sie auch. Mit ihrer neuen EP „ausgebrannt“ knüpfen Staubkind an die Erfolge von „Traumfänger“ an und brachten die Stimmung bereits kurz nach Beginn zum kochen. Mit Songs wie „auf die knie“, „ausgebrannt“ oder „Schlaflied“ präsentierten Staubkind einen Querschnitt durch ihre aktuellen Hits. Unglücklicherweise ist die Spielzeit eines Openers meist eher kurz bemessen, und so kam es das Staukind die Bühne bereits nach ca. 30 Minuten verlassen mussten. Aber man soll ja bekanntlich aufhören wenn`s am Schönsten ist 😉

Als zweites bekam die Magdeburger Formation Zadera ihre Chance. Zadera spielen eine sehr gitarrenlastige Mischung aus Gothic-Rock und Batcave. Powerfrau Conny brüllte aus voller Brust ihre Songs ins Mikro – leider nicht immer zum Wohle der angereisten Zuschauer. Conny schien immer wieder ziemlich lustlos ihr Programm zu präsentieren, weshalb der Funke trotz Heimspiel zum Publikum nicht so recht überspringen wollte. Zu allem Überfluss gab dann auch noch Ulli`s Base-Drum den Geist auf. Alles in allem ein eher durchwachsender Gig von Zadera.

Passend zu dem Stil der Batcave Formation Zadera bekamen nun Bloody Dead & Sexy als Dritte Band des Abends ihre Chance. Mit blutverschmiertem Kopf präsentierte sich Sänger „Rosa Iahn“ recht dramatisch und nicht weniger apathisch. Ähnlich wie Zadera hatten es BDS ziemlich schwer die Menge zu begeistern, auch wenn es ihnen ein wenig besser gelang. Jedoch passten sie stilistisch nicht sonderlich gut zu dem Rest der Bands. Nach BDS sollte es dann aber wieder elektronischer weiter gehen – Seelenzorn kündigten sich an.

Besonders gespannt war ich auf die Live-Qualitäten der Band. Plötzlich war die Bühne prall gefüllt. Mit drei Sängern, einem Gitarristen und 2 äußerst engagierten Tänzerinnen war es zum ersten Mal am Abend richtig voll auf der Bühne. Kraftvoll präsentierte die Band mit 3 Stimmen einen Mix aus heftigen Gitarrenteppichen, und elektonischen Beats. Das war wohl dann wieder eher nach dem Geschmack der Besucher, denn es kam wieder richtig gut Stimmung auf. Aber es war ja auch wieder ein passender Anheizer, nachdem es mit Zadera und Bloody Dead & Sexy zwischenzeitlich wieder ein wenig ruhiger geworden war.

Pünktlich um 22 Uhr kam dann die Band des Abends auf die Bühne. Unter schimmerndem Licht präsentierte sich ASP gewohnt mystisch. Schon bei den ersten Tönen gingen die Fans aus sich heraus. Jubel, Klatschen, Kreischen – man könnte meinen man sei auf einem Teenie-Konzert. Von Song zu Song wurde es heißer und schließlich wurde es in der Factory fast unerträglich heiß. Tanzende, jubelnde Menschen und diese unglaublich brodelnde Stimmung.

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Torsten Volkmer
Volkmr, der Gründer des ehemaligen Goth-Zine.de, verdingt sich „selbst und ständig“ als Linsenputzer bei volkmr fotografie ihm seine Knipsklitsche, hat sich als Chefredakteur 2.0 selbst recycelt, die Metalfriese abgeschüttelt und kämpft mit be subjective! erfolgreich gegen hausgemachte Langeweile, Schubladendenken und seine Profilneurose an. Manchmal darf er auch die RedakteurInnen rumfahren oder Wassereis abstauben.