Zeraphine: Still (2006) Book Cover Zeraphine: Still (2006)
Manuela Wawrzyszko
Phonyx Records
30.06.2006
www.zeraphine.de

Tracklist:

  1. Still
  2. Niemand kann es sehen
  3. Inside your arms
  4. Gib mir dein Gift
  5. Nichts aus Liebe
  6. Toxic skies
  7. Fang mich
  8. Halbes Ende
  9. Since we're falling
  10. I'll follow you
  11. State of the moment
  12. Nur ein Tag

 

Die Flammen sind von weitem nicht zu sehen, doch es brennt am Mittelpunkt Mit diesen Worten beginnt das mittlerweile vierte Werk des sympathischen Berliner Quintetts, auf dem einmal mehr Überraschungen, Rückbesinnungen, als auch Neuerungen, ohne sich trotz der mittlerweile zum Trademark avancierten musikalischen Zweigleisigkeit im Sand zu verlieren, in allen Winkeln darauf lauern, sehnlichst vom Hörer entdeckt, wie auch verinnerlicht zu werden.

Innerhalb weniger Wochen, nach ausschweifendem jammen im Studio ihres Stammproduzenten Tommy Hein in Live-Besetzung aufgenommen, erscheint Still samt der fortwährenden gegensätzlichen Tragfähigkeit von Nähe und Distanz nicht nur organischer und lebendiger, sondern desgleichen vernehmlich aggressiver, verschlüsselter sowie bedrohlicher akzentuiert zu sein als all seine Vorgänger. Enorm kompakt, einheitlich und stets mit dem entscheidenden Detail versehen präsentieren sich die neuen 12 Stücke in einem überdurchschnittlichen Licht. Vertraut griffige als auch ergreifend hymnenartige Melodiesprekten, Verzerrervocals, taktvolle groovige Rhythmusarbeit, dichte Gitarrenfundamente, instrumentale nonverbale Konversationen von Freiheit durchtränkt, ermöglichen in Harmonie mit Sven Friedrichs Gänsehauterregendem, aussagekräftig-natürlich erklingendem Timbre eine zutiefst berührende, leidenschaftliche Klangfarbigkeit atmosphärischer Raffinesse einschließlich eines unverwechselbaren Charmes, welcher Zeraphines Ausnahmestellung, Authentizität, Experimentierfreudigkeit und nicht zuletzt ihre unsagbare Weltoffenheit noch spürbarer gestaltet.

Die größten und schönsten Ereignisse geschehen bekanntlich nicht in unseren lautesten, sondern in unseren stillsten Stunden, in denen wir mehr denn je auf unser innewohnendes Pochen hören. Folglich wird Still in der Seele seines Lauschers so viel Schönheit finden, wie Liebe in ihm wächst und inwieweit dieser dazu bereit ist, sich jenem gefühlsbetonten Album zu öffnen!