Subway to Sally: Mitgift (2014) Book Cover Subway to Sally: Mitgift (2014)
Mittelalter Rock
Universal Music
14.03.2014

Tracklist:

  1. Ad Mortem Festinamus
  2. Schwarze Seide
  3. Für Immer
  4. Grausame Schwester
  5. Warte, Warte
  6. Dein Kapitän
  7. Arme Ellen Schmitt
  8. In Kaltem Eisen
  9. Vela Dare!
  10. Haus Aus Schmerz
  11. Im Weidengarten
  12. Coda

Für die letzten Studio Alben der Mittelalterrocker aus Potsdam hagelte es oft Kritiken, die nicht immer positiv waren. Zu lieblos, zu beliebig und zu herzlos waren die Vorwürfe, aber genau diese sind bei „Mitgift“ völlig haltlos. 15 Jahre nach der „Hochzeit“ legen Subway to Sally nun die „Mitgift“ nach. Sicher ein Konzeptalbum, jedoch eines der guten. Erzählt werden insgesamt 12 Mördergeschichten, also Geschichten aus den Abgründen der menschlichen Natur. Während des Schaffensprozesses konnte man auf professionelle Hilfe bauen, so beriet die Kriminalpsychologin Lydia Benecke die Band und das Ergebnis lässt sich durchaus hören.

Mit dem gänzlich in Latein gehaltenen Stück „Ad Mortem Festinamus“ beginnt das Album „Miftgift- Mördergeschichten“. Harte Gitarren und der Subway to Sally typische Gesang treffen auf einen Refrain, der seine hypnotische Wirkung erst bei mehrmaligen Hören entfalten kann. Die Vor-ab Single „Schwarze Seide“, die durch ein ungewöhnliches Video bereits auf sich aufmerksam machte, rockt gut. Sicher ein Stück, das den Weg auf die ewige Setliste der Band schafft. Ein Song, der einfach alle Trademarks von Subway to Sally in sich vereint. „Für immer“ und „Grausame Schwester“ sind beide Songs, die sich im Mid-Tempo Bereich bewegen.

Wohlfühlstimmung, wie man es sich wünscht. „Warte, warte“ könnte eine verstecke Perle in diesem Werk sein, etwas unauffällig, aber ab dem 2. Durchlauf durchaus Hymnen-verdächtig. Die Drum Arbeit kommt heftig daher, die Bässe treffen punktgenau, dazu ein Text, der dem Zuhörer eine Gänsehaut über den Rücken jagt. „warte, Warte“ wird sich als einer der Live-Höhepunkte entpuppen. Genauso wie „Haus aus Schmerz“, die Atmosphäre wird so plastisch beschrieben, sodass man das Gefühl hat besagtes Haus direkt vor seinem Auge sehen zu können. Mit den beiden Balladen „Im Weidengarten“ und „Coda“ gehen die Mördergeschichten dem Ende zu und überzeugen auf voller Länge.

Fazit:
Nach dem Tiefschlag von „Kreuzfeuer“ ging es im Hause Subway to Sally stetig bergauf und erreicht nun mit „Mitgift“ seinen vorläufigen Höhepunkt. Subway to Sally schaffen es reale Geschichten um Mord, Habgier und menschlichen Abgründen einen musikalischen Rahmen zu verpassen. Nicht nur für Fans des Genres eine absolute Empfehlung, sondern für Jeden, der an den Abgründen menschlicher Natur interessiert ist.

Anspieltipps:

  • Schwarze Seide
  • Warte, Warte
  • Haus aus Schmerz
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Um unglaublich international zu wirken, hat die Redaktion einen Headhunter auf DEN Berliner angesetzt. DAS Phantom, wie es aus Szenekreisen heißt, hat viele Tarnidentitäten. Gesichert ist, dass der Dämon – ein gerade mal 76 Zoll großer metalbesessener Gothik-Zwerg – im Nebenerwerb als Schauma-Shampoo-Model jobbt und einen mittel bis stark ausgeprägten Festivalfetisch pflegt, sich während der Wintermonate mit Kneipensport Ersatzbefriedigung verschafft und eine ruhige Kugel in seinem Prinzessin-Lilliefee-Darkroom schiebt. Ob es das Spandauer Edelexemplar wirklich gibt oder auch Bernhardt nur ein Pseudonym ist, konnte bisher nicht geklärt werden.