Paradise Lost: The Plague Within (2015) Book Cover Paradise Lost: The Plague Within (2015)
Century Media
29.05.2015

Tracklist:

  1. No Hope In Sight
  2. Terminal
  3. An Eternity Of Lies
  4. Punishment Through Time
  5. Beneath Broken Earth
  6. Sacrifice The Flame
  7. Victim Of The Past
  8. Flesh From Bone
  9. Cry Out
  10. Return To The Sun
  11. Fear Of Silence
  12. Never Look Away
  13. Victim Of The Past (Orchestra Version)

Irgendwann Mitte der 90er Jahre hatte ich PARADISE LOST für mich aufgegeben, die Zeiten von „Gothic“ und „Icon“ waren musikalisch gesehen Geschichte. Durch zahlreiche Lobeshymen bin ich  nun auf ihren 14. Streich aus dem Studio aufmerksam geworden. Und tatsächlich überraschen mich die Engländer überaus positiv mit einer gereiften Symbiose aus Metal, Doom und Klassik-angehauchten Parts, die an die Werke aus der Frühphase der Band erinnern.

So nimmt mich gleich der düster dahin schleppende Opener „No Hope Inside“ für sich ein. Anschließend zieht mit „Terminal“ das Tempo an; die Songs wirken massiv, düster und wuchtig. Melodiös eingeleitet mit Streichern wird das schwermütige „An Eternity Of Lies“ mit weiblichen Backgroundchören, gesungen von Heather Mackinstosh, der Frau des Gitarristen. Doch für meinen Geschmack wäre der Titel auch ohne Chöre hervorragend ausgekommen. Hinter dem Schlagzeug überzeugt der Schwede Adrian Erlandsson (BRUJERIA, AT THE GATES u.v.a.), ansonsten ist die Urbesetzung von PARADISE LOST dabei. Und wie angenehm ist es Nick Holmes Growlen aber auch seinem Klargesang zu lauschen.

Wie aus einem Guss wirkt „The Plaque Within“ und verlangt dabei nach wiederholten Durchläufen, da es ständig neue Passagen zu entdecken gibt. So erlebe ich rockige Momente wie in „Punishment Through Time“ aber auch schwermütige, schleppende Stücke wie „Beneath Broken Earth“ oder symphonisch untermalte Titel wie „Return To The Sun“.

Diese intensive Platte bedeutet für mich eine Renaissance einer der prägendsten Metal-Bands der frühen Neunziger Jahre. Übrigens ist das Cover handgezeichnet von Zbigniew M. Bielak, der unter anderem bereits Plattenhüllen für  WATAIN, VADER, MAYHEM und BEHEMOTH gestaltete. In der CD-Deluxe-Edition gibt es „Victim Of The Past“ noch zusätzlich in einer Orchester-Version.

Im Oktober dürft ihr euch auf einige Konzerte der Engländer in deutschen Gefilden freuen. Die konkreten Termine erfahrt ihr in unserer Konzertvorschau.