Nightwish: Dark Passion Play (2007) Book Cover Nightwish: Dark Passion Play (2007)
Nuclear Blast
28.09.2007

Tracklist:

  1. Poet and the Pendulum
  2. Bye Bye Beautiful
  3. Amaranth
  4. Cadence of Her Last Breath
  5. Master Passion Greed
  6. Eva
  7. Sahara
  8. Whoever Brings the Night
  9. For the Heart I Once Had
  10. Islander
  11. Last of the Wilds
  12. 7 Days to the Wolves
  13. Meadows of Heaven

Nightwish sind definitiv zurück. Nach der Trennung von ihrer Ex-Sängerin Tarja Turunen, einer langen Suche nach einer neuen Stimme und etlichen Interviews veröffentlichen die Finnen nun endlich ihr gespannt erwartetes Werk „Dark Passion Play“.

Anette Olzon ist der Name der Frau, die von der Band als neue Fronterin gewählt wurde und für ein riesiges öffentliches Interesse an der Scheibe verantwortlich war. Monatelang stellten sich Magazine die Frage: Wer wird die Neue sein, und vor allem: kann sie mit der fantastischen Tarja mithalten? Meine Antwort ist „Ja!“. Es ist der Band tatsächlich gelungen eine Sängerin zu finden, die zu ihnen passt, Tarja jedoch in keiner Weise ähnelt und so höchstens in Geschmacksfragen mit ihr verglichen werden kann. Durch diese Entscheidung verlieren Nightwish zwar den Punkt für ihre schlüssige Kombination aus Oper und Metal, gewinnen aber einen für ihre absolut gelungene Neubesetzung. Anettes Stimme klingt wärmer, rockiger und mit ihrer lockeren Art sogleich etwas sympathischer als die ihrer Vorgängerin.

Stimmlich ist bei Nightwish also eindeutig eine neue Ära angebrochen, im Hinblick auf den Sound handelt es sich bei „Dark Passion Play“ jedoch noch immer um die alten Nightwish, deren Ideenreichtum lange nicht zugrunde gegangen ist. So finden wir auf dem Album wie gewohnt den einen oder anderen Kracher wie zum Beispiel „Master Passion Greed“, das wohl den härtesten Song des Albums darstellt und von Toumas allein gesungen wird,  den besonderen Titel „The Islander“, in dem durch Akustik Gitarre, Meeresrauschen und Percussions tatsächlich Inselatmosphäre aufkommt, und die schöne Ballade „Eva“. Neben diesen Songs enthält das Album noch zehn andere, die alle durchweg hörenswert sind. Mit Liebe zum Detail, Gefühl für Melodie und einem Packen finnischer Dunkelheit gelingt es der Band jedem Song das gewisse etwas zu verpassen, was das Hören von „Dark Passion Play“ besonders interessant und genussreich werden lässt. Wenn man Anette also eine Chance gibt und sie nicht sofort nach dem ersten Titel angeekelt, „Das ist keine Opernsängerin!“, abwürgt, ist zu diesem Album nichts Negatives mehr zu sagen. Es verdient das Prädikat „Genial“ auf ganzer Linie.