Lordi: To Beast Or Not to Beast (2013) Book Cover Lordi: To Beast Or Not to Beast (2013)
Afm Records
01.03.2013

Tracklist:

  1. We're Not Bad for the Kids (We're Worse)
  2. I Luv Ugly
  3. The Riff
  4. Something Wicked This Way Comes
  5. I'm the Best
  6. Horrifiction
  7. Happy New Fear
  8. Schizo Doll
  9. Candy for the Cannibal
  10. Sincerely With Love
  11. SCG6: Otus' Butcher Clinic

 

"To Beast Or Not To Beast" - ein nettes, wenn auch nicht gerade originelles Wortspiel, lässt zumindest gleich von Anfang an auf die Band schließen, die ihr neuestes Album so betitelt hat: Natürlich Lordi, wer denn sonst? Die Scheibe mit dem poetisch-angehauchten Namen ist bereits das sechste der monströsen Finnen, die spätestens seit ihrem unerwarteten Eurovisions-Triumph 2006 so ziemlich jedem ein Begriff sein sollten. Interessant ist auch, zu verfolgen, wie der Überraschungssieg, der das Song Contest-Spektakel erstmals in seiner Geschichte nach Helsinki führte, die Lordi-Karriere beeinflusst hat.

Direkt nachdem Lordi siegreich nach Finnland zurückgekehrt waren, schossen sie auf der musikalischen Beliebtheitsskala so weit nach oben wie nie zuvor. Trotzdem verkaufte sich das 2010 veröffentlichte "Babez For Breakfast" auf dem finnischen Markt nur noch einige tausend Mal. Bei den Konzerten hat man eher das Gefühl, in einer Disney-Monstershow zu sitzen, statt gute Rockmusik zu hören. Dennoch haben sich Lordi in den letzten Jahren musikalisch kontinuierlich verbessert, und obwohl die Band einen neuen Drummer und Keyboarder anheuern musste, hat sich das nicht sonderlich auf den Sound der neuen Platte ausgewirkt. Lordi sind immer noch Lordi, was möglicherweise auch ein wenig damit zu tun hat, dass Michael Wagener, der schon das vorherige Lordi-Album "Babez For Breakfast" produziert und abgemischt hat, auch bei "To Beast Or Not To Beast" für die Beständigkeit des typischen Lordi-Sounds gesorgt hat.

Die altbekannten Heavy Metal-Elemente der Achtziger findet man auch auf der neuen Scheibe der Finnen. Allerdings merkt man auch, dass die Band jetzt erfreulicherweise zu etwas härteren Klängen tendiert. Der einzige Wermutstropfen bei der Sache ist, dass man nach einem Hit wie "Hard Rock, Hallelujah", mit dem Lordi dafür sorgten, dass bei der Eurovision 2006 mit Finnlands Sieg buchstäblich die sprichwörtliche Hölle zufror, bei jeder neuen Platte auf einen ähnlichen Erfolgshit hofft. Leider sucht man danach auch auf "To Beast Or Not To Beast" vergeblich.

Die Band bricht auf dem aktuellen Album mit einigen Traditionen: Bisher gab es auf jedem Lordi-Album einen Song, der dem Titel des Albums entsprach. Auf der aktuellen Scheibe kommen die Worte "To Beast Or Not To Beast" aber weder im Titel einer Nummer vor, noch irgendwo sonst in den Texten.

Auch war auf allen vorigen Alben die Einstiegsnummer ein SCG-Song. Auf "To Beast Or Not To Beast"  jedoch steht dieser erstmals ganz am Schluss der Platte, möglicherweise auch deshalb, weil dieser Song ein Tribut an den verstorbenen Drummer Tommi Lillman ist, der hier noch zu hören ist.

Besonders positiv fällt auf "To Beast Or Not To Beast"  auf, dass es auf diesem Album keine langweiligen Füllnummern gibt, die im Grunde nur die Funktion haben, die Gesamtspielzeit der Platte zu verlängern. "Happy New Fear" wäre zwar ein Song, auf den man auch hätte verzichten können, aber trotzdem gibt es keine Nummer, die man schon nach den ersten Klängen überspringen möchte.

Insgesamt ist "To Beast Or Not To Beast"  die beste Lordi-Scheibe seit langem. Der Sound stimmt, die Keyboards kommen mehr zur Geltung, die Drums kräftig, die Bässe lassen den Fußboden im heimischen Wohnzimmer herrlich vibrieren, und Gitarrist Amen ist deutlich an seinen Gitarrensoli gewachsen. Manche Alben hört man einfach gern immer wieder aufs Neue, und TBONTB ist definitiv eines davon.