HIM: Uneasy Listening Vol. II (2007) Book Cover HIM: Uneasy Listening Vol. II (2007)
Sony BMG
22.05.2007
www.heartagram.com

Tracklist:

  1. Buried Alive By Love (616 Version)
  2. Rendevous with Anus (Dein arsch ist)
  3. Sigillum Diaboli
  4. I Love You (Joffa Bond - We Miss Ya?)
  5. The Beginning Of The End (Sad Damn)
  6. Again (Hollovlad Tepes)
  7. Wicked Game (Live in Turku)
  8. Soul On Fire (Erich Zann's Supernatural)
  9. Beautiful (Hollovlad Tepes)
  10. Endless Dark (616 Version)
  11. Hand Of Doom (Live in Turku)
  12. Right Here in My Arms (Live in Turku)
  13. Sail On (Live in Turku)
  14. Pretending (CosmicPope Jam Version)

Kurz vor der Veröffentlichung ihres sechsten Studioalbums hauen uns die Finnen von HIM noch ein „Uneasy Listening“ um die Ohren. Uneasy ist es tatsächlich, denn man muss schon öfters mehr oder weniger gezwungen hinhören, um überhaupt ein Gefühl für die Platte zu bekommen, obwohl der Großteil der Songs bereits bekannt ist. Ein kurzer Blick auf die Tracklist genügt und der eingefleischte HIM-Fan wird erkennen, dass es sich hierbei um fast durchweg rockige Nummern handelt, die in neuartigen Ausführungen zum Hörer gelangen sollen. Und dabei vielleicht neue Freunde finden. Aber dieser Fall wird eher nicht eintreten.

Aber fangen wir mal mit dem Positiven an. Leugnen kann man in keinem Fall, dass das Art Work genau wie bei Volume 1 durchweg gelungen und sehr künstlerisch ist. Die abgebildete Figur auf rotem Hintergrund, umrahmt von allerhand Ornamenten, wirkt schon fast diabolisch und der ein oder andere wird dabei vielleicht sogar an die guten alten „Greatest Lovesongs“ Zeiten denken, bei denen Herr Valo teuflisch vom Cover schielte.

Auch ist auf dieser Platte nicht nur schlechte Musik drauf. Die 616 Version von „Buried Alive By Love“ toppt in meinen Augen (Ohren) sogar das Original, da diese hier viel rauer und erdiger klingt, was HIM anscheinend doch noch nicht ganz verlernt haben. Nicht ganz so gut wie die ursprüngliche Version ist „I Love You“, aber es haut dennoch rein.

Der Höhepunkt (ich nenn’s jetzt mal so) ist für mich „Sigillum Diaboli“, was aber auch daran liegen kann, dass ich ein Verfechter der guten alten HIM Zeiten bin (alles vor Deep Shadows and Brilliant Highlights) und dieses Lied aus dieser guten alten schönen Zeit stammt. Würden HIM immer so klingen wie bei „Sigillum Diaboli“ – ich würde sie immer noch lieben. Das tun sie aber nun leider nicht.

Mittelprächtig daher geplätschert kommen Stücke wie „Beautiful“ und „Endless Dark“, die aber immer noch nicht so schlecht sind wie der Rest der Platte. Besonders bei den Live Versionen muss man sich fragen, ob das wirklich hätte sein müssen. Früher (jaja…) waren HIM durchaus live sehens- und hörenswert, aber was man hier hören kann, erinnert nur noch an gelangweiltes Gejaule. Nicht nur das Rumgekreische der Mädels nervt, auch die Freude von Ville Valo am Singen ermutigt nicht gerade zum Anhören. Sondern zum Ausmachen, Wegschalten, Umschalten, was auch immer. Besonders schlimm sind „Hand Of Doom“, was meiner Meinung nach ein Verbrechen an Black Sabbath ist, und „Sail On“, wo man sich nur denkt „Oh Schreck, gaaaanz schnell weg hier!“.

Als Ausrede könnte man jetzt sagen, dass die Titel alle B-Seiten sind, weil sie das Prädikat A nicht verdient haben. Nur da hätte man sie nicht zusammengepresst auf eine CD packen müssen und sie lieber dort gelassen wo sie sind (bis auf Sigillum Diaboli natürlich ;o) ). Insgesamt ist die CD eher beängstigend, betäubend und brummig, um mal bei dem „B“ zu bleiben. Einige Lieder begeistern, obwohl das Wort schon zu hoch gegriffen ist. Die Begeisterung für die Live Songs könnte gesteigert werden, wenn Herr Valo etwas weniger gelangweilt seine Liederchen runter trällern würde. Und das Gejammer weglassen. Der Mensch kann doch singen, das hat er in den Anfangszeiten bewiesen.

Empfehlenswert ist diese CD nur für echte Fans und Liebhaber. Für alle anderen ein fast reiner Graus.

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Kristin Hofmann, das schnurrende Fotokatzl, ist uns von den Elbwiesen zwischen Nightwish und Lacrimas Profundere im Fotograben irgendwie zugelaufen. Das „Spätzchen“ fährt in der Regel nicht die Krallen aus, voll auf weißblaue Vierräder ab und hat die anderen sechs Nerdzwerge zwischen Datenkraken, Mediendschungel und Hexadezimal im Blinzelwettbewerb längst platt gemacht. Schnurrbart steht ihr übrigens nicht so gut wie DocMartens, aber irgendwas is’ ja immer. Bitte nicht füttern!