Finntroll: Ur Jordens Djup (2007) Book Cover Finntroll: Ur Jordens Djup (2007)
Wiebke Essert
Century Media
30.03.2007
www.finntroll.net

Tracklist:

  1. Gryning
  2. Sång
  3. Korpens Saga
  4. Nedgång
  5. Ur Djupet
  6. Slagbröder
  7. En Mäktig Här
  8. Ormhäxan
  9. Maktens Spira
  10. Under Två Runor
  11. Kvällning

Die finnischen Trolle kann man durchaus mit einem Ameisenvolk vergleichen: Sie sind quirlig, betriebsam und lassen sich auch von Rückschlägen nicht unterkriegen. Somit schockte sie auch ein erneuter Sängerwechsel nicht, und auf dem vierten vollen Album „Ur Jordens Djup“ kann man Neuzugang Vreth nun auch aus der Konserve genießen.

Der Reigen beginnt mit dem dreieinhalb Minuten langen Intro „Gryning“, das eine ziemlich bedrohliche Stimmung kreiert, die sich von Minute zu Minuter durch Hinzukommen weiterer Instrumente steigert, und dann in „Sång“ übergeht, einen ziemlich schnellen, Gitarren dominierten Song.

„Korpens Saga“ erinnert vom Aufbau und der Rhythmik an bisschen „Trollhammaren“, während „Nedgång“, „Ur Djupet“ und „Slagbröder“ zu den Wurzeln Finntrolls zurückgehen. Auf akustische Parts im Sinne des „Visor om slutet“ wird ebenso wenig verzichtet („En mäktig här“ und „Maktens spira“). Mit „Kvällning“ wird das Album schlussendlich mit akustischen Gitarren und Schellenkranz ausgeleitet, ehe mit Windheulen noch ein paar Minuten überbrückt werden und man zum Ende noch in den Genuss eines A capella-Trollsongs kommt.

Finntroll klingen auf ihrem neuesten Werk eine ganze Ecke ernster, die Kompositionen sind ausgereift und kommen auf den Punkt. Die Songschreiber spielen mit Dramaturgie, Epik und Stimmungen, die in die dunkle Richtung tendieren. Vreths Stimme fügt sich prima in den Gesamtkontext ein, da er härter und kälter singt als sein Vorgänger. Die Finnen bewegen sich eindeutig vom Image der „Humppa-Metal-Band“ weg. Und es ist festzustellen, dass Finntroll eine Band bleibt, die unberechenbar ist und sich kontinuierlich weiter entwickelt.

Mit „Ur Jordens Djup“ ist dem Sextett ein abwechslungsreiches, schwarzmetallisch gefärbtes, atmosphärisches Werk gelungen, das neben allem Neuen aber auch die altbekannten Eigenschaften enthält und eindeutig als „Finntroll“ zu identifizieren ist.