Equilibrium: Sagas (2008) Book Cover Equilibrium: Sagas (2008)
André Tuchtenhagen
Nuclear Blast
27.06.2008
www.equilibrium-metal.de

Tracklist:

  1. Prolog auf Erden
  2. Wurzelbert
  3. Blut im Auge
  4. Unbesiegt
  5. Verrat
  6. Snüffel
  7. Heimwärts
  8. Heiderauche
  9. Die Weide und der Fluß
  10. Des Sängers Fluch
  11. Ruf in den Wind
  12. Dämmerung
  13. Mana

Als Equilibrium im Herbst 2006 ihren Plattenvertrag bei Nuclear Blast unterschrieben, plante man das kommende Album eigentlich schon für den Frühsommer des nächsten Jahres ein. Doch die Fülle an Ideen und Möglichkeiten, ein hoher Anspruch an sich selbst, sowie das Streben nach einem rundum perfekten Albums ließen aus 6 Monaten schnell nahezu drei ganze Jahre werden.  Scheinbar gut investierte Zeit, denn bereits zwei Wochen nach dem Erscheinen Ende Juni stiegen Equilibrium mit "Sagas" auf Platz 30 in den deutschen Albumcharts ein.

Das, was man hier geboten bekommt, rechtfertigt allein schon aus quantitativen Gründen die verstrichene Zeit. Epische 80 Minuten Musik präsentieren uns Equilibrium auf ihrem neusten Werk, das unter dem griffigen Namen "Sagas" eine Reihe von Geschichten aus einer alten Zeit auf einen Nenner bringt.

Dabei bedienen sich die fünf Bayern ganz frei aus verschiedenen Bereichen der Musik. Grelles Black Metal Geschreie geht über in tiefes Gegrowle, nordische Folk Metal Hymnen gehen Hand in Hand mit Klängen, die einer lateinamerikanischen Strandparty entsprungen sein könnten, und brechende Gitarrenriffs werden von filmreifen Instrumentalpassagen abgelöst. Alle Songs sind ebenso eingängig wie flott und dazu vollgestopft mit dynamischen Melodien, was "Sagas" im Endeffekt sehr "poppige" Charakterzüge verleiht. Doch gerade durch diese Eigenschaften heben sich Equilibrium von anderen Folk- und Pagan Metal Bands ab. Melodie, Geschwindigkeit und Vielfalt sind dabei wohl die Schlagworte, durch die sich Equilibrium am ehesten definieren lassen. Wirklich kein Lied ähnelt dem anderen, alle Songs zünden auf ihre eigene Art, und die Melodien brennen sich in das Gedächtnis des Hörers ein. Insgesamt klingen die einzelnen Stücke voller und kräftiger als auf dem Debut Album Turis Fratyr, was wohl auf den inzwischen besseren Aufnahmebedingungen beruht.

Letztendlich hat das Album kaum Passagen, in denen die Geschwindigkeit herunter gedreht wird. Vielleicht kann Sagas gerade deshalb, wegen seiner Vielseitigkeit, Geschwindigkeit und den vielen wechselnden Melodien, von denen die Songs nur so strotzen, in den ersten Tagen ebenso überfordern wie beeindrucken. Aber sobald man sich in das Album reingehört hat, und mit den einzelnen Liedern vertraut ist, blüht es meiner Meinung nach voll auf.

Folk-, Pagan- und Power Metal Fans, die eine Schwäche für bombastische Klänge und flotte, vielseitige Melodien haben werden mit "Sagas" voll auf ihre Kosten kommen.