Emil Bulls: "XX" (2016) Book Cover Emil Bulls: "XX" (2016)
Alternative Metal
Afm Records
29.01.2016
www.emilbulls.de

Tracklist:

  1. Here Comes the Fire
  2. The Jaws of Oblivion
  3. The Way of the Warrior
  4. Hearteater
  5. The Most Evil Spell
  6. Close to the Wind
  7. Worlds Apart
  8. Nothing in This World
  9. Gone Baby Gone
  10. Not Tonight Josephine
  11. When God Was Sleeping
  12. Between the Devil and the Deep Blue Sea
  13. Dear Sadness
  14. Dancing on the Moon
  15. All for You

Wie verbringen eigentlich Alternative Metal Bands die doch eher besinnliche Winterzeit? Die „Emil Bulls“ liefern uns mit „XX“ die überraschende Antwort. Der gemeine Fan zieht sich in den kälteren Monaten an den Kamin zurück und nimmt sich Zeit für seine Liebsten. Passend dazu kommen bekannte Songs der Band in der sogenannten „Candle-Light“- Version zur Aufführung.

Die Idee mag nicht neu sein, trotzdem offenbaren sich die Stärken einer Band an der Qualität ihrer Balladen. Mit „Here comes the fire“ wird dem gemütlichen Winterabend ein Metal-äquivalenter Klang gegeben. In der Akustik- Version offenbart der Track eine völlig neue Seite der Bulls. „The Jaws of Oblivion“ punktet durch seine Schwerelosigkeit, die der Zuhörer verspürt, sobald die ersten Töne erklingen. „The way of the warrior“ zeigt sich noch kraftvoller als in der Ursprungsversion und zieht den CD Käufer sofort in seinen Bann. Ein Track, zu dem der ein oder andere Glühwein hervorragend schmecken wird. Mit dem Beitrag „Hearteater“ vom letzten Studio Album dürfte sich die Band selbst überrascht haben. Pure Power, die durch die sanften Piano-Klänge noch untermauert und verstärkt wird.

„Gone baby gone“ kommt zwar sehr balladesk rüber, zeigt aber auch gleichzeitig, dass man im Hause „Emil Bulls“ mehr kann, als nur die Gitarren bis zum Maximum zu strapazieren. Ein leichter Song, der den leichten Schneefall perfekt vertont. „When god was sleeping“ beginnt mit einem sanften Akustik-Gitarre Intro, ehe Christophs Stimme die Ruhe unterbricht und den Track in eine anständige Mid-Tempo Nummer verwandelt. „Dear Sadness“ passt wohl wie kaum ein anderer Track zu der winterlichen Müdigkeit, die wohl jeder kennt. Hier wird dem tristen Wintergrau neues Leben eingehaucht und erinnert an die positiven Seiten des Lebens. Mit „Dancing on the moon“ neigt sich der Balladen-Reigen langsam dem Ende entgegen. Dieser Song verbindet noch einmal das geniale Songwriting dieser Band mit einer Spielfreude wie aus dem Bilderbuch. Den Schlusspunkt setzt „All for you“.  Ein kraftvolles Ausrufezeichen am Ende dieses Werkes, das insbesondere durch die gezupfte Gitarre zu überzeugen weiß.

Fazit:
Wer die „Emil Bulls“ bisher nicht kannte, sollte diese Bildungslücke schnellstmöglich schließen. Mit dieser Balladensammlung bekommt man einen breitgefächerten Überblick über das Wirken dieser Band aus München. Besser kann man ein Akustik-Album kaum produzieren. Ein absoluter Geheimtipp, um der Vorweihnachtszeit im nächsten Jahr geschmackvolle Musik entgegenzusetzen.