Dark Territory: Libera Me (2005) Book Cover Dark Territory: Libera Me (2005)
Paul-Eduard Rück
Dark Wings
25.04.2005

Tracklist:

  1. Ptolomea
  2. Deliver Me
  3. Dark Flower
  4. Tora Firome
  5. Creator I
  6. Intermezzo
  7. Vrijdag
  8. Ankesuei
  9. Trista Me
  10. Entr'Acte
  11. Kalandra
  12. Creator II

 

Das Album beginnt mit einem mystischen, aber gleichzeitig melancholischen Song, der sich durch erhabenen männlichen Gesang und einer schwelgerischen Melodie definiert. Man träumt sich in den Song hinein während die warmherzige Atmosphäre tief unter die Haut geht.

Als dann der zweite Track loslegt, denke ich der erste war wohl so was wie ein Intro, denn “Deliver Me” startet mit elektronischen Samples und steigert sich in immer härteren Sounds, die zusammen einen coolen tanzbaren Song ergeben. Den Gesang übernimmt zwar immer noch eine düstere und chor-ähnliche Stimme wie im Opener “Ptolomea”, aber von der melancholischen Stimmung ist nichts geblieben. Nicht mal eine richtige Melodie findet man...

Doch dann geht es weiter mit “Dark Flower” und ich bin wiederum etwas verwirrt. Dieser Song ist quasi eine Fortsetzung zu “Ptolomea”: Ruhig, verträumt und unheimlich atmosphärisch. Die Melodie ist zum dahinschmelzen und der mystische Gesang zaubert einem erneut Gänsehaut auf dem Körper.

Diese Abwechslung wird auf dem ganzen Album beibehalten - “Tora Firome” ist ebenfalls sehr melancholisch und verträumt. Eine wunderschöne Ballade mit toller akustischer instrumentaler Begleitung und frei von jeglichem “Krach” oder modernem Geklimper. “Creator I” ist dagegen mal wieder das komplette Gegenteil: Ein schneller Song, vollgepumpt mit elektronischen Bässen und einem furiosen Gesang.

Von 12 Songs sind je die Hälfte diesen 2 verschiedenen Stilen zuzuordnen. Allein “Kalandara” versucht diese zu vermischen, was durchaus sehr gut gelingt!

FAZIT:
Wüsste ich es nicht besser, hätte ich gesagt, dass zwei komplett verschiedene Bands sich hier ein Album teilen: Eine Band, die akustische Musik voller Emotionen spielen. Musik zum träumen, die die Zeit vergessen lässt, Musik für die Seele. Und dann eine andere Band, die coole elektronische Clubtracks für die Tanzfläche spielt.

Ich persönlich halte dabei jedoch die mystischen Tracks für besser gelungen. Das sind Songs, die Dead Can Dance mehr als Konkurrenz machen! Einfach herrlich! Die Elektro-Tracks dagegen sind zwar durchaus tanzbar, aber hier kommen sie nicht an die Großen des Genres heran...