Crematory: Pray (2008) Book Cover Crematory: Pray (2008)
Jörn Constabel
Massacre Records
01.02.2008
www.crematory.de

Tracklist:

  1. When Darkness Falls
  2. Left The Ground
  3. Alone
  4. Pray
  5. Sleeping Solution
  6. Just Words
  7. Burning Bridges
  8. Have You Ever
  9. Remember
  10. Say Goodbye

Die deutsche Gothic-Metal Band Crematory ist mit ihrem neuen Album „Pray“ zurück. Nach eineinhalb Jahren spendiert uns die Band zehn neue Tracks und zeigt sich von einer neuen alten Seite.

Während auf dem 2006 erschienenen Album „Klagelieder“ noch viel mit Elektronik experimentiert wurde und sich der Stil der Band sehr nach Oomph! anhörte macht die Band einen Schritt zurück und präsentiert sich auf dem neuen Werk „Pray“ mit vordergründigen Gitarrenriffs, wie man es von dem Album „Awake“ (1999) noch kennt. Dennoch verzichtet die Band nicht komplett auf die ihrem Genre bekannte markante Elektronik und setzt sie stattdessen gezielter ein. Daraus ergibt sich dann ein Wechsel aus dunklen Keyboardmelodien und heroischen Gitarrenakkorden, was sich zusammen zu regelrechten Symphonien entpuppt. Dazu kommen dann noch die Gesänge: tiefe aber verständliche Growls von Sänger Felix und die befreiende Stimme von Gitarrist Matthias spiegeln die Spannung zwischen gut und böse, hell und dunkel hervorragend wider. Alles zusammen ergibt eine tolle Komposition, welche die Songs geradezu zum Leben erwecken. 17 Jahre musikalische Erfahrung machen sich auf hier deutlich erkennbar .

Besonders gefällt mir der Song „Just Words“, dessen Auftakt mit gekonnten Effekten gespickt ist, den Hörer verzaubert und ihm einen eiskalten Schauer über den Rücken laufen lässt, während er eine zitternde Stimme und den pfeifenden kalten Wind im Hintergrund hört. Man fühlt sich plötzlich, als stünde man mitten in der Nacht verlassen vor einem tiefen gefährlichen Abgrund am Nordpol und weiß nicht warum. Ein solches Flair verschafft Crematory jedem ihrer Songs. Das grenzt an Perfektion, was vielleicht auch Grund ist, weshalb die Band dieses Jahr auf dem Wacken Open Air spielt.

Ich kann dem Album nichts Negatives entgegnen. Es ist abwechslungsreich, verspricht Spannung und Spaß beim Hören. Es scheint, als wäre Crematory mit den Elektronikexperimenten durch und kombiniert jetzt sämtliche Erfahrungen, die die Band jemals gesammelt hat. So greift Crematory ihren Stil von vor zehn Jahren wieder auf, wirkt aber professioneller.