Butzemann: Merechyn (2010) Book Cover Butzemann: Merechyn (2010)
Danse Macabre
15.10.2010
www.butzemannmusik.de

Tracklist:

  1. Tanz
  2. Fleisch
  3. Butzemann
  4. Der Rote Stein
  5. Der Schneider
  6. Abidabla
  7. Rosenrot
  8. Mein Kind
  9. Wolpertinger
  10. Pfefferkuchen
  11. Der Rattenfänger

Butzemann heißt das Projekt. Nun ja klingt auf den ersten Blick komisch und ist es auch! Auch wenn die Idee nicht ganz neu ist, ist es in dem Stil mir jedenfalls noch nicht untergekommen. Der Titel des ist in dem Falle auch Programm: Merechyn oder Neu- und Hochdeutsch: Märchen. Dabei interpretieren Butzemann (alias Andreas und Christian Bargel), wie sie selbst sagen, ihre eigenen Lieblingsmärchen komplett neu. Sicherlich ist das eben doch nichts Neues. Jedoch stilistisch unterlegt mit einem Mix aus Gothrock und EBM mal was komplett Anderes. Will man das? Nun das ist die Frage, die sich jeder Hörer selbst stellen darf.

In der Tat ist es kein uninteressantes Projekt, was aber auf Grund des erzählenden Charakters der lyrischen Begleitung keine so einfache Kost ist. Man kann sich den Eindruck nicht erwehren, dass die beiden auch ihre makabre Ader ausleben wollen. Dabei werden verschiedenste Mittel durcheinander geworfen. Das ist künstlerisch sicherlich frei von Genre-Grenzen, macht aber das Zuhören etwas anstrengend. Weiterhin fraglich, was denn diesem nun in die Tage gekommenen Album folgen darf. So klingt manches eben stark nach einfachem Rhythmus, vornehmlich mit Drums eingespielt, mit ein paar elektronischen Klängen oder auch mal Streichersequenzen eingespielt. Jeder Song, abgesehen von Rattenfaenger“ wird mit einem Intro eingeläutet und ist vom Titel auch nur ansatzweise an den Originaltitel des Märchens angelehnt. Vielmehr muss man sich stark auf die Texte konzentrieren, um sich bei jedem Song an seine eigene Kindheit zu erinnern. Was wird es wohl gewesen sein? Dabei fiel mir leider „Abidabla“ als besonders anstrengend auf.

Obschon der Deutsche Gesang, etwas verfremdet im Stile der alt bekannten Ramsteiner, ist es eben nicht immer leicht dem zu folgen. „Rosenrot“ ist musikalisch direkt da drauf dann doch ein kleiner Lichtblick. Der Song klingt in Gänze einem Märchen doch sehr zuträglich und ist auch etwas vielschichtiger als manch der vielen einfach gestrickten Songs. Die Härte ist zwar den Genre Rock und EBM sehr zuträglich und machen das ganze Projekt mir zugänglicher. Jedenfalls, wenn man es eben entsprechend mag. Alternativ wird dadurch einem bei den freien Interpretationen auch Zuhören das genommen. Abgesehen von dem zweiten positiven Stück: „Wolpertinger“. Das kommt komplett Instrumental daher. Was mir aber wiederum schwer sagt um welches Märchen es sich dabei handelt. Nun ja, wer es mag? Für ein Konzeptalbum sind die beiden jedenfalls entweder zu weit über das Ziel hinausgeschossen oder aber sie wollten einfach nur mal schauen, was man alles an verschiedensten Stilideen und Instrumentenklängen in einem Album zu vereinen sind.

Anspieltipps:  

  • „Rosenrot“
  • „Wolpertinger“

 

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Oliver Garrandt ist ein ECHTER Fotograf! Echt jetzt!! Mit Betonung auf Graf, aber in der Regel inkognito, mit Verzicht auf Titel und jegliches Zeremoniell. Alles andere wäre albern und unpraktisch. Man erzählt sich, von Garrandts Sommerresidenz in Dings bei Bums sei soetwas wie das rebellische Knusperhäuschen der internationalen Anti-Low-Carb-more-Fat-Bewegung. Ein käseüberbackenes, solarbetriebenes Nudelparadies mit extradünnen Extras. Der blaublütige Pixelprommi is so fucking real und exclusiv, der lebt sogar seinen Hang zu Electro und alternativer Musik, „die gern auch Crossover Industrial und Metal beinhalten darf“, offen aus.