Ajattara: Kalmanto (2007) Book Cover Ajattara: Kalmanto (2007)
Wiebke Essert
Spinefarm
16.11.2007

Tracklist:

  1. Ikitie
  2. Turhuuden Takila
  3. Madot
  4. ...Putoan
  5. Harhojen Virta
  6. Suruntuoja
  7. Naimalaulu
  8. Alttarilla Aamutähden
  9. Kalmanto

Ajattara ist die Hauptband von Tausendsassa Pasi Koskinen, einigen sicher auch noch als ehemaliger Sänger von Amorphis bekannt. Seit dem Debütalbum „Itse“ 2001 ist man mittlerweile bei Album Nummer Fünf angelangt und zelebriert auch diesmal eine hochbrisante Mischung aus dunklem Schwermetall.

Mit den Worten eines Kindes wird der Reigen eröffnet, darauf folgt ein dunkles, kraftvolles Gitarrenriff und das markige Gebrüll von  Matermind Pasi, der bei Ajattara unter seinem Pseudonym „Ruoja“ agiert. Im Refrain herrscht ein halbklarer Chor vor, unterbrochen von apokalytisch klingenden Sound aus dem Synthesizer. Und schon hier legen die Finnen den roten Faden, der sich durch das ganze Album hindurch ziehen wird: Druckvolle Gitarren, aggressiver Gesang, die Erzeugung einer zwischen wütend und angstvoll schwankenden Atmosphäre. Dabei bedienen sich Ajattara vieler Stilmittel, z.B. des Basses, der stellenweise solo vor sich hinwummert, oder der Variation unterschiedlicher Tempi, denn die Fünf bewegen sich nicht nur in gemäßigten Regionen, sondern haben gewaltigen Spaß daran, auch mal ordentlich das Gaspedal durchzutreten, wobei dann vor allem Schlagzeuger Malakias IV gefragt ist, der sich bis an den Rand eines Wadenkrampfes blastet. Ebenso wenig zu vernachlässigen ist das Talent der Finnen, geschickt  Ohrwurmmelodien in die Songs einzuweben. So wird unter anderem  „…puotan“ mit der klaren Gesangsmelodie im Refrain zu einem wahren Genuss! Den Rhythmikjunkies wird auch einiges geboten, so dürfte sich „Alttarilla Aamutähden“ live als exzellenter Nackenbrecher entpuppen. Aber auch ein paar Spielchen verkneifen sich Ajattara nicht, und somit kann man während „Naimalu“ ein Paar beim Geschlechtsverkehr zu belauschen.

Ajattara lassen sich musikalisch nicht limitieren und bedienen sich auf „Kalmanto“ den besten Elementen aus Black, Doom und Death Metal, garnieren diese mit innovativen Keyboardsounds und lassen sich auch beim Gesang einiges einfallen, so dass am Ende ein Album herauskommt, dass zwar stilistisch in sich geschlossen klingt, aber auch noch beim 25.Hördurchlauf Neues zum Entdecken parat hält.