Jahresrückblick – oder: Wenn eine Band reicht
Ich habe mich lange gedrückt. Wirklich lange. Die Deadline ist längst Geschichte, mein schlechtes Gewissen auch schon auf Festivalgröße angewachsen. Aber die Wahrheit ist: Mein musikalisches Jahr passt nicht in eine Playlist, nicht in eine Top 10 und eigentlich nicht mal in einen klassischen Jahresrückblick.
Es passt in eine einzige Band.
Und diese Band heißt Letzte Instanz.

2025 ist ihr Abschlussjahr. Und ich durfte sie begleiten. Mit Kamera, mit Herz, mit Gummistiefeln – und mit einer Freiheit, die man nicht planen kann. Kreativ komplett freie Hand. Volles Vertrauen. Keine Diskussionen, kein Micromanagement, kein „mach mal lieber so“. Für jemanden wie mich ist das ungefähr das Äquivalent zu: Flügel bekommen.

Gestartet sind wir im April beim Hexentanz-Festival – irgendwo zwischen Sonnenbrand am Nachmittag und Eisbeinen nachts um zwei. Danach WGT in Leipzig, Italien, am nächsten Tag Merseburg. Wacken: Regen. Schlamm. Gummistiefel. Wir sind da nicht gelaufen, wir sind gewatschelt. Wie Pinguine mit Backstagepässen.
Es war heiß. Es war nass. Es war laut. Es war chaotisch.

Was dieses Jahr für mich so besonders gemacht hat, war nicht nur die Musik oder die Fotos. Es waren die Einblicke. Proben. Backstage. Crewleben. Aufbau, Abbau, Warten, Rennen, Improvisieren. Ich verstehe jetzt viel besser, wie Events wirklich funktionieren – und was jeder einzelne Mensch dort leistet, damit andere einfach „nur“ ein gutes Konzert haben.
Ganz ehrlich? Ich wünschte, Besucher:innen hätten manchmal ein bisschen mehr Respekt für genau diese Menschen. Ohne sie gäbe es keinen einzigen magischen Moment.

Das gemeinsame Jahr endete in Hannover, im Capitol. Abschlusskonzert. Letzter Vorhang. Und dieser Moment, der sich eingebrannt hat:
Ich stand neben Andy am Schlagzeug. Die letzten Takte. Ich wusste es. Das ist das letzte Mal, dass ich hier stehe. Genau so. Und dann liefen halt Tränen. Na und? Manche Momente verdienen das. Am Ende standen wir alle gemeinsam auf der Bühne. Band. Crew. Mitsingen. Festhalten.

Ich habe das bis heute nicht komplett verarbeitet – und vielleicht muss ich das auch gar nicht.
Alle anderen Bands dieses Jahr? Großartig, bestimmt. Aber sie hatten keinen Platz. Neben dieser Erfahrung wirkte alles andere plötzlich… kleiner. Und das ist keine Abwertung – das ist Dankbarkeit.
Ich bin unfassbar dankbar, dass ich dieses Jahr so erleben durfte. Für das Vertrauen. Für die Nähe. Für die Emotionen. Für den Schlamm. Für die Musik. Für alles dazwischen.
2026? Keine Ahnung, was kommt.

Aber ich freue mich drauf.
Top 3 Letzte Instanz Konzerte 2025
- Der letzte Tag, Abschlusskonzert in Hannover (22.11.2025)
- Tanzt! Festival München (15.11.2025)
- Das Große Treffen Aach im Hegau (08.08.2025)
Als Teil unserer Beitragsreihe Reingehört haben unsere Redakteur*innen Monat für Monat ihre Lieblingssongs in unserer Spotify Playlist bs! Songs Of 2025 gesammelt und daraus einen zufällig ausgewählten Song am Ende des Monats kurz und knapp reviewt.
Die Top 3 Songs des Jahres 2025 von Kristin sind (in unspezifischer Reihenfolge):
– Annisokay – Inner Sanctum
– Within Temptation feat. Jerry Hall – Sing Like A Siren
– Amy Macdonald – Can You Hear Me?
Wenn ihr wissen wollt, was unsere Redaktion dieses Jahr sonst so gehört und gefeiert hat, dann schaut gerne in die anderen Jahresrückblicke unserer Redakteur*innen rein oder checkt unsere Spotify Playlist bs! Songs Of 2025 mit allen Lieblingssongs 2025 aus.


