Review: Night of the Proms mit The Beach Boys, Johannes Oerding, Maria Mena, OMD uvm. (03.12.2015, Hannover)

Foto: © Norbert Pfeifer bs!

HANNOVER. „Good Vibrations“ – der Song es großen Finales bei der „Night of the Proms“ in Hannover beschreibt das Gefühl der rund 13.000 Fans in der TUI-Arena wohl perfekt. Dieses Cross over-Event, das nun bereits seit 2001 in Hannover Station macht, verspricht immer große Musik und sehr viel Gänsehaut. So war es auch in diesem Jahr wieder.

Der Auftakt war einmal anders. Die norwegische Sängerin Maria Mena intonierte von einem Podest aus der Hallenmitte „The hanging tree“, die Filmmusik von „Die Tribute von Panem“, wurde dann unterstützt vom Indie-Rock-Chor „Scala“ und dem Orchester Il Novecento. Eindrucksvoll!

Foto: © Norbert Pfeifer bs!
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Und solch eine rundum gelungene Sache blieb es über rund dreieinhalb Stunden. Egal, ob das Orchester mit dem „Blumenwalzer“ aus Tschaikowskys „Nussknacker“ das Publikum zum Tanzen einlud oder die einzelnen Künstler auf der Bühne standen. Die Entdeckung dieses Jahres ist sicherlich der Tenor Fernando Varela. Der Puerto Ricaner wurde auf YouTube entdeckt und wagte sich gleich an das wunderschöne „Nessum Dorma“ aus der Puccini-Oper „Turandot“.

Foto: © Norbert Pfeifer bs!
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Eine von Norwegens schönsten Stimmen ist Maria Mena. Ihre Hits „ll this time“ und „Just hold me“ rahmten ihren neuen Song „“I don’t wanna see you with her“ ein. Für große Stimmung sorgten Andy McCluskey und Paul Humphreys. Besser bekannt sind die beiden als „Orchestral Manoevres in the Dark“, kurz OMD. Bei „Maid of Orleans“, „Talking loud and clear“ oder “Sailing on the seven seas“ tobte der Saal.

Foto: © Norbert Pfeifer bs!
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Johannes Oerding präsentierte nicht nur seinen Hit „Alles brennt“, er bewies außerdem durchaus Entertainer-Qualitäten, bevor er mit „Traurig aber wahr“ und „Heimat“ auch neue Fans überzeugte. Eine feste Institution bei der „Night of the Proms“ ist John Miles. Und wem bei seinem Hit „Music“ keine Gänsehaut über den Rücken läuft, der sollte schlicht keine Konzerte mehr besuchen.

Eigenwillig, und eigentllich überflüssig war die Wave-Einlage mit herum hüpfendem Background-Chor und Titeln, die wohl nur eine Minderheit im Saal überhaupt erkennen konnte. Nichts desto Trotz sicher eine interessante Erfahrung, solch eine Geräuschkulisse einmal von einem Sinfonieorchester zu hören.

Foto: © Norbert Pfeifer bs!
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Top Act im wahrsten Sinne des Wortes waren aber die legendären Beach Boys. Ein wenig verjüngt haben sie sich schon, aber ihre Musik hat nichts von ihrer Einmaligkeit verloren. Mit Songs wie „Help me Rhonda“, „I get around“, „Wouldn’t it be nice“, „Barbara Ann“ oder „Surfin‘ USA“ verwandelten sie die Arena in eine Strandbar in Kalifornien.

Ein toller Abend war es einmal mehr, den die Veranstalter der „Night of the Proms“, die aus einer Idee von belgischen Studenten entstand, möglich gemacht haben. Und man muss kein Prophet sein, um auch im kommenden Jahr, dann am 15. Dezember, wieder einen ausverkauften Saal zu prognostizieren.

Großes Danke geht heute wieder an unseren Kollegen Norbert Pfeifer vom musikmag. Er half uns hier mit den tollen Fotos aus. 🙂

 

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