Negative, Black Sonic Prophets (06.09.2005, Hamburg)

Auf der Reeperbahn war schwer was los am Dienstag. Die ausgesprochen hübschen Finnen von Negative waren in die Hansestadt gekommen, den „War of love“ auszurufen, und das ganze bitte schön „sweet and deceitful“.

Zuvor hatten die erfolgreichen Rock `n `Roll Jungspunde im Saturn ihr Akustik Set dargeboten, laut Aussagen einiger Fans war es dort sogar so voll gewesen dass nicht einmal alle Autogrammjäger hinein gedurft hatten. Vor dem Grünspan jedoch gings gemütlich zu. Als die Band in zwei Taxis anrollten, wurde zwar eifrig gewunken und fotografiert, die Hysterie blieb jedoch erfreulicher weise aus. Vor dem Konzert hatte ich das Vergnügen, Larry Love, den Mann mit der schönsten Wuschelmähne seit Slash, oben in der Galerie ein paar Worte zu entlocken über Themen wie Jugend und Politik, die gerade begonnene Tour und das unfreiwillige Single- dasein.

Das Konzert begann mit dem Support Black Sonic Prophets, über die ich eigentlich nur sagen kann das sie ihre Instrumente viel zu laut eingestellt hatten. Ehrlich, das war hart an der Grenze. Im Bereich vor der Bühne wurden darum auch Sprüche laut wie „Wann sind die denn fertig? Ich will endlich Negative.“ Das Leben ist nun mal nicht einfach für einen Support Act. Außerdem waren die Temperaturen tropischen Ausmaßes, weswegen sogar ein Mädchen schon in Ohnmacht fiel bevor die süßen Jungs aus Tampere die Bühne enterten.

Negative ließen live kaum Wünsche offen. Die Jungs hatten eine dermaßen energiegeladene Show, vor der man nur seinen Hut ziehen kann. Sänger Jonne beeindruckte nicht nur mit seiner erstaunlichen Rockröhre sondern ließ auch Elvis-like die Hüften kreisen. Der Sound wurde auch mit der Zeit besser, so dass man wirklich von einem richtig klasse Konzert Abend sprechen kann. Und das auch optisch: Nicht nur das die Bühnenoutfits der Jungs ziemlich crazy und nicht weniger sexy sind, sie machten auch eine klasse Show. Larry und Christus haben das Posertum jedenfalls voll drauf.

Fast schon ein wenig zu routiniert war das Ganze, finde ich, ein wenig mehr unprofessionelles Auftreten wäre auch durchaus OK gewesen. Spätestens bei ihrer Erfolgssingle „The moment of our love“, als alle den Refrain mitsangen, kam so eine intensive Stimmung auf, dass all Jene die unfreiwillig auf dem Konzert waren (meist Väter minderjähriger Fans) die Jungs nicht mehr nur auf „niedliche metrosexuelle Rockband mit außergewöhnlichem Outfit“ reduzieren konnten. Das wären dann vielleicht Tokio Hotel gewesen, aber das Negative eine ernst zunehmende und vor allem auch talentierte Rockband sind, das wurde in meinen Ohren eindrucksvoll bewiesen.

Sie spielten an diesem Abend nicht nur Stücke ihres aktuellen Albums, sondern auch ältere Sachen, die bei den harten Fans der ersten Stunde besonders gut ankamen. Es muß sich ja schließlich auch lohnen wenn man das erste Album über den sauteuren Importweg ergattert hat. Apropos Import, es waren auch einige japanische Negative Fans anwesend, die den weiten Weg in die nordische Metropole nicht gescheut hatten, um ihre Lieblingsband live zu sehen. Leider hat Ville Laihiala den Weg nicht nach Hamburg geschafft, so gab es das Duett „until you`re mine“ nur mit Jonne allein,was dem Song aber auch gut steht. Mit „God likes your style“ endete die Setlist,doch wer will denn schon gehen? Nach nur zwei Zugaben war ein schöner Abend mit viel Glitz und Glam und Rock `n Roll zu Ende.

 

Playlist
LA feeding fire
creeping inside
in my heaven
locked in the darkside
misery
neverending parade
secret forgiveness
frozen to lose it all
hey hey my my
naive
until your`re mine
the moment of our love
god likes your style
———————
angels won`t lie
inspiration

Links:
https://www.facebook.com/pages/Negative/23035109280