Review: Vom Duo zum Trio – Johnossi Live (09.12.2017, Bielefeld)

Bielefeld macht sich Schick für Johnossi. Skandinavische Verhältnisse auf dem Weg zum Ringlokschuppen denn es fängt immer stärker an zu schneien. Angekommen geht es in die kleine und noch übersichtlich gefüllte Halle. Es werden zwar noch ein paar mehr Leute, richtig voll ist es aber nicht.

Linn Koch-Emmery (Foto: Rune Fleiter bs! 2017)

Linn Koch-Emmery (Foto: Rune Fleiter bs! 2017)

Los geht es mit einer echten Newcomerin die außerhalb von Schweden noch ein wahrer Geheimtipp ist. Linn Koch-Emmery hat erst Ende Oktober ihre erste EP „Boys“ veröffentlicht und ist nun mit Johnossi auf Tour. Musikalisch reiht sich Linn Koch-Emmery dabei irgendwo zwischen Courtney Barnett, Bleached und Findlay ein. Nach gerade einmal 20 Minuten ist dann aber auch schon wieder Schluss und Linn Koch-Emmery verlässt mit Ihrer Band wieder die Bühne. Schade, denn auch wenn die Resonanz des Publikums nicht besonders ist sind wir uns einig: Bitte mehr! Leider wird direkt mit dem Umbau für Johnossi begonnen. Das Repertoire der jungen Schwedin gibt momentan wohl nicht mehr her.

Trotz verspätetem Beginn und nur 20-minütiger Show von Linn Koch-Emmery dauert es 40 Minuten bis es mit Johnossi endlich weitergeht. Eine recht lange die Pause, das Publikum vertreibt sich die Zeit unterdessen und klatscht zu den Songs die im Hintergrund laufen im Takt mit.

Johnossi (Foto: Rune Fleiter bs! 2017)

Als das Licht ausgeht und Johnossi die Bühne betreten werden sie vom Publikum freudig empfangen. Auf der Bühne wird das Duo übrigens zum Trio denn Johnossi werden Live von Keyboarder Mathias Frantzén unterstützt der nicht nur an den Tasten ein richtig guter ist sondern auch am Tamburin ein wahrer Virtuose ist wie er den Abend über immer wieder unter Beweis stellt.

Die Stimmung ist vom Start weg toll und wird mit jedem Song besser. Es wird fast pausenlos getanzt aber ein richtiger Pit bildet sich während des gesamten Konzerts nicht. Dafür taucht in der Menge immer wieder ein Trikot der Schwedischen Fußball Nationalmannschaft auf. Frontmann John lässt sich von der Stimmung anstecken.

„This is an amazing night even if
all of you would fall asleep
cause I’m in the right mood.“

Hier schläft aber niemand. Sowohl Publikum wie auch Musiker sind höchst motiviert und so verwundert es auch nicht dass es John immer wieder auf das Podest und auch auf die Kick von Drummer Oskar oder an die Ecken der Bühne soweit es das Kabel an seiner Gitarre zulässt zieht.

Johnossi (Foto: Rune Fleiter bs! 2017)

Kurz etwas durchatmen und relaxen lässt sich dann bei dem Song „Summerbreeze“. Es bleibt der einzige langsame Song heute Abend denn direkt beim nächsten Song geht es wieder rund und der ganze Saal spring und reiß die Hände in die Luft. Hier greift Keyboarder Mathias dann auch mal zur Gitarre, ja die kann er anscheinen auch spielen.

Beim vorerst letzten Song für den Abend macht Frontmann John noch einen kurzen Abstecher über die Barrier ins Publikum. Wäre da nicht das Kabel an seiner Gitarre gewesen wäre sein Ausflug vermutlich weiter als nur bis in die vorderen Reihen gewesen. Die letzten Töne seiner Gitarre noch nicht verstummt als Johnossi um 22:25 die Bühne verlassen da werden schon die Rufe nach einer Zugabe laut.

Johnossi (Foto: Rune Fleiter bs! 2017)

Johnossi lassen sich etwas Zeit aber kommen dann aber für zwei weitere Songs nochmal zurück. Bei „Air Is Free” und “Roscoe” darf sich das Publikum noch einmal ordentlich austoben. Auch Frontmann John sorgt noch für einen Wow -Moment als er sich Gitarre spielend auf der Schultern von Keyboarder Mathias setzt. Nach 90 Minuten ist um 22:35 dann Schluss. Nach einer Verbeugung wird sich noch per Handshake von den Fans aus den vorderen Reihen verabschiedet und Drummer Oscar verschenkt noch einige seiner Drumsticks eher sie dann die Bühne verlassen.

Galerien (by Rune Fleiter bs! 2017):

Johnossi (Foto: Rune Fleiter bs! 2017)

Setlist Johnossi:

  1. Glory Days to Come
  2. Gone Forever
  3. Dead End
  4. Tall Dark Man
  5. Weak Spots
  6. Bobby
  7. Mavericks
  8. Blood
  9. Summerbreeze
  10. Party With My Pain
  11. Execution Song
  12. Man Must Dance
  13. 18 Karat Gold
  14. Alone Now
  15. Hands
  16. What’s the Point
    Encore
  17. Air Is Free
  18. Roscoe

Links:
www.johnossi.com
www.facebook.com/linnkochemmery

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Rune Fleiterhttp://www.rune-fleiter.de/
be subjective! music webzine est. 2001 Live-Berichte und Konzertfotos stehen bei uns im Fokus. Die richtigen Wort für neue Töne, musikalische Experimente, Stimmungen in Bildern gebannt, Mega Shows in neuen Farben. Der Atem in deinem Nacken, die Gänsehaut auf Deiner Haut, der Schweiß durchtanzter Nächte zum Miterleben und Nachbeben. Interviews mit Bands und MusikerInnen.  be subjective! aus der Musikszene für mehr Musikkultur.