Review: Afrob – One Man Show, die keine ist (14.02.2017, Dresden)

Afrob (Foto: Kristin Hofmann bs!)

Seit über 20 Jahren ist er als selbsternanntes „Reimemonster“ in der „Rolle Mit HipHop“ auf den Sprechgesangsbühnen Land auf, Land ab unterwegs. So auch diesmal Anfang des Jahres mit „Herz & Seele“ auf ausgedehnter Club-Tour um seine neue LP „Mutterschiff“ dem Live-Publikum vorzustellen. Und das macht Afrob u.a. am heutigen Abend nicht ganz allein, sondern zusammen mit Unterstützung von DJ Derezon und MC Haben aka Habesha.

Zuvor spielt Sero seinen Support-Part und auch wenn er in seiner aktuellen Single „Future“ darüber rappt, dass er die Zukunft des deutschen HipHop sein will/wird, muss bis dahin – meiner Meinung nach – noch einiges passieren, denn so richtig überzeugt hat sein Auftritt nicht. Viele der schon Anwesenden sind allerdings anderen Meinung und feiern Sero.

Afrob (Foto: Kristin Hofmann bs!)

Nun soweit also zum Vorprogramm, jetzt Mal sehen wie der Hautteil mit Afrob wird, dem manche vorwerfen, eher ein viel besserer Feature-MC zu sein als auf Album-Länge wirklich komplett überzeugen zu können. Live ist dann aber eh eine andere Hausnummer, der DJ lässt jedenfalls das Intro ertönen.

Afrob kommt auf die Bühne, performt gleich zu Beginn zwei neue Songs vom aktuellen Longplayer „Mutterschiff“, bevor es durch „Schwerer Anschlag“ den ersten Feature-Track mit Samy Deluxe gibt. Es wird aller Voraussicht nach nicht der Letzte am heutigen Abend bleiben und den Part von Samsemilia übernimmt auf dieser Tour Haben. Spätestens bei der „One Man Show“ springt der Funke im Club komplett auf das Publikum über.

Afrob (Foto: Kristin Hofmann bs!)

Afrob kündigt an, dass es ab jetzt nur noch alte und neue Klassiker geben wird und wird mit dieser Ansage wohlwollend bejubelt. Bei „Öffne Die Augen“ oder dem ASD-Song „Überall Ist Krieg“ lässt der Stuttgarter seine gewohnt gesellschaftskritischen bzw. politischen Töne anklingen. Überdies gibt es ebenfalls die „Adriano“-Bothers Keppers-Reminiszenz. Kopfnicker-Tracks wie „R.I.P“ oder „Herz & Seele“ sind im ersten Teil des Sets gleichermaßen enthalten.

„Rap Ist“ HipHop,
Rap ist aber auch „Populär Legendär“.

Bei diesem weiteren ASD-Smasher erzählt Afrob, dass manche MC’s wie er Talent hätten, es aber manchmal anstrengend sein kann, wenn noch Ergeiz dazukommt. Die Stimmung in der GrooveStation erreicht mittlerweile zum ersten Mal den Siedepunkt, denn es erklingen die ersten Töne von „Reimemonster“, einem der absoluten Klassiker des deutschsprachigen HipHop (der 90er Jahre). DJ Derezon leitet durch M.O.P.’s „Ante Up“ gekonnt zum „808 Walza“ über – ziemlich „Spektakulär“. Aber genauso „Spektakulär“ kommt der Track „Rolle Mit HipHop“ um die Ecke. „Hey Du (Nimm Dir Die Zeit)“, denn „Es Geht Wieder Los“, weil Afrob und seine Crew jetzt endgültig die Hütte abbrennen…„Get Up“. Das ehemalige Mitglied der sogenannten Posse Die Kolchose bedankt sich bei den DresdnerInnen für das zahlreiche Erscheinen und ebenso für die textsicheren Beiträge beim Publikums.

Nimm Dir Die Zeit

Afrob (Foto: Kristin Hofmann bs!)

Zum Schluß gibt es mit der ersten ASD-Hymne „Sneak Preview“ gleichzeitig auch einen meiner Alltime-Favs der Kollaboration zwischen Afrob & Samy Deluxe. Natürlich dauert es nicht lange bis Afrob, DJ Derezon & Haben auf die Bühne in der GrooveStation für eine Zugabe zurück kommen, welche auch frenetisch gefordert wird. Der Stuttgarter bedankt sich erneut beim Publikum und jetzt werden sogar Songwünsche für weitere Tracks angenommen, die im Bonus-Part zum Besten gegeben werden.

Afrob (Foto: Kristin Hofmann bs!)

Afrob stimmt Einiges an, dabei kommt er über Umwege sogar auf einen populären Hit eines gewissen Herrn Reinhard Mey – „Über Den Wolken“ wird abermals textsicher von den DresdnerInnen weiter gesungen. „Wer Hätte Das Gedacht?“, das ist ziemlich abfahren und erlebt man so nicht alle Tage bei einer HipHop-Show. ’Darauf ein „Stossen Mit Den Jungs An“, weiterhin viel Spaß auf der Tour und komm bald mal wieder, bis dahin!’

Galerien (by Kristin Hofmann):

Setlist:

  1. Mutterschiff Intro
  2. No Love
  3. Ich Bin Dieser
  4. Schwerer Anschlag
  5. Von Pfaffenäcker Ins Märkische
  6. One Man Show / El Chapo
  7. Öffne Deine Augen
  8. Wollt Ihr Wissen / If I Can’t
  9. Überall ist Krieg (mit Break)
  10. Ring The Alarm
  11. R.I.P. / Studio One Riddim
  12. Herz & Seele
  13. Haben Track
  14. Rap Ist
  15. HipHop Remix
  16. Adriano
  17. Four Fists
  18. Populär Legendär
  19. Reimemonster
  20. Ante Up
  21. 808 Walza
  22. Spektakulär, Teil1
  23. Alles Nehm Ich Mit
  24. Spektakulär, Teil2 / Sexy Can I
  25. Rolle Mit HipHop / Resperation
  26. Hey Du / Get This Money
  27. Es Geht Wieder Los
  28. Francelico Break Keni Bourke
  29. Funky Sensation
  30. Get Up
  31. Sneak Preview
  32. Zugabe
  33. Zähl Mein Geld
  34. Stossen Mit Den Jungs An

 

Links:
www.facebook.com/afrob
www.facebook.com/AfrobSamyDeluxe

Afrob (Foto: Kristin Hofmann bs!)

Weiterhören:
Afrob: „Mutterschiff“; „Push“; „Der Letzte Seiner Art“; „Hammer“; „Made In Germany“ & „Rolle Mit HipHop“
ASD: „Blockbasta – Directors Cut“ & „Wer Hätte Das Gedacht? – Special Edition“