Review: Secret Garden Festival 2006

Inspiriert durch den berühmten Depeche Mode-Klassiker „My Secret Garden“ fand im Juni 2002 das erste Secret Garden Festival statt. Zum fünften Male lud das Event nun etliche Künstler der düstere Szene ein und bei dem beschaulichen Programm konnte der erste Tag trotz warmer Temperaturen eine ansehnliche Besucherzahl im Capitol aufweisen.

Hier gab es die Bands fast zum Anfassen. Spielte das Duo Shnarph! vor einigen Tagen noch vor ca. 30 Leuten konnten sie sich in Hannover über ein größeres Publikum erfreuen. Spätestens seit ihrem Clubhit „Ihr redet und atmet“ ist diese Band in der Szene ein Begriff. Angestachelt vom Publikum droschen die Künstler auch ordentlich harte Beats aus ihren Synthies und brachten die Menge in Bewegung.

Gut aufgewärmt ging die schweißtreibende Tanzwut bei den Belgiern This Morn´Omina weiter. Böse Stimmen zischelten sie verkörperten das Safri Duo in Hardcoreversion, doch diese Personen haben ihre Hausaufgaben nicht sorgfältig erledigt. Trancelastiger Techno ist sehr wohl enthalten als auch die schönen Trommeln. Doch der Härtegrad steigt zum rhythmischen Industrial – This Morn´Omina zeigen sich experimetierfreudig und facettenreich und sind mit Sicherheit eine Bereicherung in der harten Szene.

Doch der Hauptact für viele Besucher stellten Agonoize dar. Ihr Ruf eilte ihnen voraus und Agonoize wurden diesem völlig gerecht. Ihre harte und aggressive Bühnenshow zog das Capitol in seinen Bann. Stampfende Beats zu einer monströs verzerrten Stimme die aus einem verwundeten, blutenden Kopf schrie. Passend dazu auch die Requisite, wenn auch nicht viel dann doch groß und beeindruckend. Die drei Personen und ihr Equipment konnten das Publikum von der ersten Sekunde an auf ihre Seite schlagen, so dass auch der letzte die Tanzfläche stürmte.

Nach der darauffolgenden Modeschau „Aeternitas Performance“ konnten sich die Gäste Anregungen für das Outfit des nächsten Tages einholen, denn mit der anschließenden New Wave Night deluxe war der erste Tag des Secret Garden Festivals auch schon vorbei.

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Torsten Volkmer
Volkmr, der Gründer des ehemaligen Goth-Zine.de, verdingt sich „selbst und ständig“ als Linsenputzer bei volkmr fotografie ihm seine Knipsklitsche, hat sich als Chefredakteur 2.0 selbst recycelt, die Metalfriese abgeschüttelt und kämpft mit be subjective! erfolgreich gegen hausgemachte Langeweile, Schubladendenken und seine Profilneurose an. Manchmal darf er auch die RedakteurInnen rumfahren oder Wassereis abstauben.