Unto Ashes: Grave Blessings (2005) Book Cover Unto Ashes: Grave Blessings (2005)
Manuela Wawrzyszko
Kalinkaland
12.07.2005

Tracklist:

  1. In Memory of D`Drennan
  2. Winter Born
  3. Three Haiku
  4. Lesson
  5. Frühling
  6. The way of the world
  7. Four Loom Weaver
  8. Tortured by Rose Thorns
  9. Emptiness
  10. The Turning
  11. The Drowning Man
  12. If I come to you
  13. Tous Esforcier
  14. Hanged Man

Das naturverbundene Trio von Unto Ashes erzielt mit seinem 3. Album ein grandioses Ergebnis! Teilweise an Massive Attack und Ordo Rosarius Equilibrio erinnernd, werden zusätzlich nebenbei noch geschickt traditionelle Elemente aus dem 13. und 19. Jahrhundert mitvertont, was den 3 Amerikanern spielend zu gelingen scheint.

„Grave Blessings“ wirkt homogen, dunkel, finster, lebendig, sinnlich, aber auch spirituell, mystisch, melancholisch und sehr detail verliebt. Natalie Lincolns und Marikos Heaveny Voices laufen zu Höchstleistungen auf und vermitteln Seelenfrieden, sowie Verheißung, die zum Träumen und abtauchen in eine ganz andere Sinneswelt einladen. Schöne Streichersätze, die von sanften Rhythmen, mittelalterlich angehauchten Klängen, sowie vorwiegend akustischen und klassischen Instrumenten begleitet werden, erzeugen musikalische, räumliche und zeitliche Dimensionen, welche durch Themen wie die der Erforschung von Kreation, Zerstörung und der Philosophie des Lebens samt all seinen Aspekten, einen hohen Unterhaltungswert liefern und den Musikern sichtlich die Faszination für die vergangenen Epochen anmerken lassen. Musik, die Erinnerungen aus der Vergangenheit verarbeitet, die uns wie Geister verfolgen und eine Spannungswelt zwischen Tradition und Moderne erstellt.

Unto Ashes’ musikalische Vielschichtigkeit wird mithilfe von zahlreichen Gastmusikern, elektronischen Elementen, den Coverversionen von Qntals „Frühling“ und The Cure’s „The Drowning man“, einsamen Piano-Parts, unterschiedlich angelagerten Gesang-Performances, als auch den in altfranzösisch und japanisch eingesungenen Texten und Kanons erfolgreich umgesetzt.

Eins steht fest:
Mit „Grave Blessings“ erschufen die Nordamerikaner ein Werk, das von Geist und Tiefgang beseelt ist und durchaus in die Nähe von Estampie, Qntal und Helium Vola kommt. Ein selbstbewusstes Werk, in dem Licht zwischen die Schatten an einer Mondbeschienen Nacht dringt und eine sagenhafte Atmosphäre zaubert!