The Unguided: Lust And Loathing (2016) Book Cover The Unguided: Lust And Loathing (2016)
Moderner Melodic Death Metal
Napalm Records
26.02.2016
www.the-unguided.com

Tracklist:

  1. Enraged
  2. The Worst Day (Revisited)
  3. King Of Clubs
  4. Heartseeker
  5. Phobos Grip
  6. Black Eyed Angel
  7. Operation E.A.E.
  8. Boneyard
  9. Hate (And Other Triumphs)

“Lust And Loathing”, das bereits dritte Album von The Unguided, hat mich wirklich überrascht! Strukturierte Songs, Melodie und spielerisches Können, kann ich dieser Scheibe nicht absprechen. Moderner Melodic Death Metal mit Keyboards, typischen Songaufbau und dem permanenten Wechsel zwischen „Kreisch“-Strophe und „Clean“-Refrain. Ist nicht verkehrt, eine bewährte Formel anzuwenden. Ergo: Tut ja dann auch keinem Weh. Auch mir nicht.

Das Album ist wirklich nett anzuhören und die Band hat sich zu einer wirklichen Alternative zu den ehemaligen Kollegen von Sonic Syndicate entwickelt. Wobei man sagen muss, dass Sonic Syndicate auch nicht mehr das Gelbe vom Ei sind. Wegen musikalischer Differenzen sind Richard Sjunnesson (Gesang), Roland Johannsson (Gitarre, Gesang) und Roger Sjunnesson (Gitarre, Keyboards) bei Sonic Syndicate ausgestiegen und gründeten Ende 2010 The Unguided. Das war damals der Anfang vom Ende…

Aber selbst wenn die drei Herrschaften sich andere Leute ins Boot holten [in Form von Henric Liljesand (Bass) und Richard Schill (Schlagzeug)], fehlt ihnen selbst heute mit neuer Band weiterhin der kreative Ideengeber, das songwriterische Gespür Songs zu schreiben die sich auf Dauer festsetzen und auch markante Melodien zu kreieren.

Ein richtiger Hit ist mir bei diesem Album nicht aufgefallen. Zwar hat sich bei dem Opener `Enraged` eine gewisse Wiedererkennung bemerkbar gemacht und der beste Track `King Of Clubs` zeigt ein minimales blitzen von Qualität auf, aber ansonsten rauscht der Rest an einem ohne besonderes Aufsehen vorbei und klingt austauschbar. Dafür sind die Songs einfach nicht zwingend genug.

Auch wenn es nun so klingen mag, aber die Band möchte ich nicht schlechter als sie ist. Nein, denn The Unguided sind ein gutes Sprungbrett für einen Teenie der neu in der Szene ist, der bei dieser Stilrichtung mit ihnen in Kontakt kommt und auf dem Wege dann die richtig guten und großen Acts kennen lernt. Jeder fängt mal klein an…

Sollte man sich also „Lust And Loathing“ kaufen? Kann man, muss man aber nicht. Und wenn man sie kaufen sollte, wird man sich nicht ärgern, weil sie nicht nerven wird. Sie tut einem auf jeden Fall nicht weh…