The Night Flight Orchestra: Sometimes The World Ain´t Enough (2018)

The Night Flight Orchestra: Sometimes The World Ain´t Enough (2018)
The Night Flight Orchestra: Sometimes The World Ain´t Enough (2018) Book Cover The Night Flight Orchestra: Sometimes The World Ain´t Enough (2018)
AOR
Nuclear Blast
29.06.2018
www.facebook.com/thenightflightorchestraofficial

Tracklist:

  1. This Time
  2. Turn To Miami
  3. Paralyzed
  4. Sometimes The World Ain´t Enough
  5. Moments Of Thunder
  6. Speedwagon
  7. Lovers In The Rain
  8. Can´t Be That Bad
  9. Pretty Thing Closing In
  10. Barcelona
  11. Winged And Serpentine
  12. Last Of The Independent Romantics
  13. Marjorie (Bonustrack)

“Eine neue The Night Flight Orchestra? Oh, Oh... Es ist doch gerade mal ein Jahr her, dass die AOR- und Classic Rocker mit „Amber Galactic“ nicht nur die Sommerplatte des Jahres 2017, sondern auch gleichzeitig ihr bestes Album in ihrer noch jungen Karriere veröffentlich haben. Das scheint entweder eine Art Resteverwertung von „Amber Galactic“ oder ein absoluter Schnellschuss zu sein, um irgendwie weiterhin auf sich aufmerksam zu machen…“

Hand auf´s Herz, werte Leserinnen und Leser; wer von euch hat das nicht gedacht? Na also… Ja, auch ich hatte diese Gedanken, denn obwohl ich ein Fan der sympathischen Schweden bin, kommen einen Zweifel auf, dass innerhalb kürzester Zeit neues Material geschrieben worden ist, dass auch das Niveau des, ähm, galaktischen Vorgängers „Amber Galactic“ halten kann. Vorallem muss man bedenken, The Night Flight Orchestra begaben sich nicht nur auf eine Tour, sondern Bassist Sharlee D´Angelo ist meist ausgelastet durch sein Mitwirken der immer größer werdenden Arch Enemy und Sänger Björn Strid und Gitarrist David Andersson werkeln im Studio zeitgleich an einem neuen Soilwork Langeisen. Das kann nicht gut enden…

Und ob ihr es glaubt oder nicht: ich habe (als nicht religiöse Person) förmlich an den großen Ur-Anus (Achtung: Wortspiel und Metapher in einem!) gebetet, dass mich erneut sexy Asiatinnen in Stewardessen-Outfit die entweder „Lady Jade“, „Josephine“ oder „Jennie“ heißen mit auf ihr Raumschiff nehmen, gemeinsam in Raumanzügen ins Weltall abheben und dort überragende AOR-Melodien lauschen können, die nicht von dieser Welt sind. Was soll ich sagen? Man wird absolut nicht enttäuscht! Es stimmt zwar schon, dass einiges an Material noch aus der „Amber Galactic“-Session stammt, doch von Füllmaterial ist hier kaum die Rede!

Beim genaueren Hören von „Sometimes The World Ain´t Enough“ fällt auf, dass das Album deutlich keyboardlastiger ausgefallen ist, wie ein verschollenes Album aus den 80igern und somit noch mehr nach Toto, Journey, Abba und einigen Soulkünstlern klingt und mehr als „volleres Album“ wirkt, als beim Vorgänger der etwas den „Hit-An-Hit“-Charakter pflegt. The Night Flight Orchestra bleiben ihrer Linie treu und somit begrüßen wir die neuen Stewardessen „Barcelona“ (damit ist wirklich NICHT die spanische Stadt gemeint) und „Marjorie“, die ihren Hüftschwungkünste in dem Disco-Arschwackler „Paralyzed“ unter Beweis stellen und euch die Taschentücher reichen (für die Tränen in den Augen) beim Schmachtfetzen „Lovers In The Rain“. Und weil’s so schön ist: „Turn To Miami“, „Can´t Be That Bad”, dem Opener „This Time“ und der Titeltrack sind einfach nur straighte Hits, die von dem smoothen “Pretty Thing Closing In” eine feine Abrundung erhalten.

Bei aller Freude über dieses Album, muss ich dennoch eine Sache anmerken: Auch wenn „Sometimes The World Ain´t Enough“ alles andere als ein unnötiger Schnellschuss geworden ist, so hat man dennoch bei dem ein oder anderen Song ein wenig das Gefühl, dass die eigentlich für etwas anderes gedacht gewesen war. Man nehme nur mal „Speedwagon“, „Winged And Serpentine“ oder „Moments Of Thunder“, die allesamt natürlich tolle Tracks mit simplen Ohrwurmcharakter ausgestattet worden sind (speziell „Speedwagon“…). Man könnte beim Hören dennoch meinen, dass diese Tracks eher als Japan-Bonustracks oder für eine Raritätensammlung gedacht waren, anstatt für ein vollwertiges Album. Und was ich an „Sometimes The World Ain´t Enough“ auch ein wenig vermisse ist dieser eine Übersong, der dein Herz und deine Seele berührt (so wie bei „Amber Galactic“ es mit „Something Mysterious“ der Fall war). Aber ganz ehrlich: das ist von mir nur jammern auf ganz hohen Niveau.

Auf dem Weg ins Weltall, zähle ich bisher vier Sterne und sehe in der Ferne auch schon den fünften. Wer meine Erbsenzählerei aber nicht nachvollziehen kann, der sieht nicht wie ich den kleinen Wagen, bestehend aus vier Sternen, sondern aus fünf den großen (Speed)Wagen. Guten Flug!