The 69 Eyes: Devils (2004) Book Cover The 69 Eyes: Devils (2004)
Virgin / EMI
22.04.2004

Tracklist:

  1. Devils
  2. Feel Berlin
  3. Nothing on you
  4. Sister of charity
  5. Lost boys
  6. Jimmy
  7. August moon
  8. Beneath the blue
  9. Christina death
  10. Devioso
  11. Only you can save me

Devils- So heißt das am 15.11.2004 erschienene Album der 69 Eyes. Der Name des Longplayers kommt nicht von ungefähr, geht es doch darum, sich alten Geistern und inneren Ängsten zu stellen und diese zu überwinden, eben den Devil in sich selbst akzeptieren un beherrschen zu lernen.

Die fünf charismatischen Finnen bezeichnen ihr Werk selsbt als Gothic for Masses und diese Aussage trifft auch zu. Auch stimmt es, dass sie back to the roots ( zurück zu den Wurzeln) sind und man deshalb kaum Parallelen zwischen der neuen LP und ihrem letzten Album Paris Kills ziehen kann, wird doch wieder mehr Wert auf rauhen Gitarensound gelegt.

Man kann nur von Glück reden, dass es nicht auch zurück zu Hawaii Hemden, rose Lipgloss und blonden Strubbelköpfen ging. Auch ein leichter Touch des Sleaze Rock, den die Finnen bei ihrem ersten Album Bump n Grind noch ohne Ausnahme spielten, ist wieder zu spüren, jedoch nicht so stark, dass Devils nichts für Leute ist, die die Eyes erst seit Blessed Be oder Paris Killskennen.

Deutlich zu spüren sind diesmal auch die Einflüsse afrikanischer Musik, verbracht Jyrki( Sänger& Textschreiber) doch lange Zeit in Afrika um sich inspirieren zu lassen.

Hören tut man dieses vorallem bei Hevioso. Wer lieber etwas mehr Chor dabei hat wird Sister of Charity lieben,wird doch Jyrkis Stimme nahezu eins mit dem Chor, der eigentlich den Background stellt.

Die etwas ehr sanften Lieder sind diesmal z.B. durch Feel Berlin undOnly you can save me vertreten.

Obwohl anfangs gesagt wurde die CD solle rocken, trifft diese Aussagehauptsächlich auf die zwei Song Devils und Lost Boys zu, was jedoch nicht heißen soll dass das Album schlecht ist. Ohrwurm-Garantie ist auf jeden Fall wieder bei einigen der Songs gegeben, jedoch muss man auch sagen, dass die Texte an einigen Stellen zu wünschen übrig lassen.

So könnte man z.B. bei August Moon schon fast denken, jemand hätte die Kopiertaste gedrückt und wäre nebenbei eingeschlafen. Allgemein kann man auch sagen das August Moon, sowohl vom Text als auch von der Melodie her, der schwächste Song der CD ist und auf keinen Fall als Repräsentant für das ganze Album gewertet werden sollte.

Natürlich ist auch Mister Love Metal Ville Vallo mit von der Partie, diesmal im Background von Beneath the Blue. Christina Death ist ein Song alá Gothic Girl, allerdings handelt es sich hierbei nicht mehr um die jugendlichen, fast noch in der Pubertät steckenden Mädchen, sondern um reifere Frauen, die sich ungefähr im Alter Jyrkis befinden (der Gute ist mittlerweile auch schon 36 Jahre jung). Der Titel des Liedes ist durch einen Tippfehler entstanden, als Jyrki ursprünglich Christian Death schreiben wollte. Er selbst befürchtete am Anfang, dass er durch ein paar gezielteHandtaschenschläge seiner Freundinnen umkommen würde, beschreibt er in dem Song doch zum Teil ihre Anomalien.

Jedoch lebt er auch heute, nach der Veröffentlichung des Albums, noch. Natürlich wird auch wieder einmal Stoff für die Gerüchteküche geliefert, singt Jyrki doch an einer Stelle Only you can save me, Lord.

Ist der Helsinki Vampire, der fast als Nachfolger von Kiefer Sutherland als Vampirhäuptling gelten könnte, nun doch kirchlich? So ganz werden wir es wohl nie erfahren können, doch was ist schon ein Vampir ohne wenigstens ein paar Geheimnisse?

Im Großen und Ganzen kann man sagen, dass Devils zwar ein gelungenesAlbum ist, jedoch nicht an Blessed Be, was fast schon als Klassiker gilt, herankommt.

Besonders gut gelungen ist diesmal das Booklet, auch wenn das Titelbild vielleicht etwas anders hätte ausfallen können.

Es ist auf jeden Fall das Hören Wert, auch und gerade für Leute, die von Paris Kills nicht sehr begeistert waren. Wer die Zeit und das Geld hat sollte die Finnen auf einem ihrer Konzerte im Februar 2005 besuchen, versprechen doch alle Songs, dass sie Live noch überzeugender wirken und die, denen er noch fehlt, vielleicht sogar den gewissen Touch (für Insider: den richtigen Velvet Touch) bekommen.