Stillborn: Nocturnals (2017) Book Cover Stillborn: Nocturnals (2017)
Dark Metal
Sound Pollution / Black Lodge Records (Rough Trade)
17.11.2017
www.facebook.com/stillbornsweden/

Tracklist:

  1. 1917
  2. Dresden
  3. Oblivion Reloaded
  4. The Animal Within
  5. They Forgive Nothing
  6. Lorelei
  7. Maaemo
  8. Fata Morgana
  9. Anathema
  10. The Walking Dead

Als sich herausstellte, dass die legendären Stillborn ein neues Album veröffentlichen würden“, gab es ein Erdbeben in der Dark-Metal Szene. Diese Band gilt als wichtige Inspirationsquelle für dieses Subgenre. Mit ihren vergangenen Veröffentlichungen lösten Stillborn eine öffentliche Debatte in Schweden über Metal, Satanismus und Drogen aus. Da sieht mensch welchen Einfluss die Musiker in ihrem Heimatland genießen.

„1917“ beginnt schwer, düster und vor allem bedrohlich. Ein wuchtiger Meilenstein, der sich die Kriegsthematik kritisch vornimmt. Mit „Dresden“ werden die Auswirkungen eines Weltenbrands beschrieben und die Frage offengelassen, ob sich eine solche Katastrophe wiederholen könnte. Definitiv keine leichte Kost, aber dafür waren Stillborn eh nie bekannt. Mit „Oblivion Reloaded“ hellt sich die Stimmung etwas auf, dennoch ist auch dieser Beitrag tiefschwarz und strotzt nur so vor einem tiefen Bass-Riff, das den HörerIn von der ersten Sekunde in Beschlag nimmt. Fans der ersten Stunde dürfte insbesondere „The Animal Within“ gefallen, auch wenn der Track deutlich dunkler als seine Vorfahren ist. Eine gute Melodie sorgt für Gothic-Gänsehaut. Weder beschaulich noch idyllisch zeigt sich „Lorelei“. In einem tiefschwarzen Gewand gekleidet, wird die Nymphe nicht nur Seefahrer in ihren Bann ziehen. Eine typische Stillborn-Nummer, die insbesondere bei Live-Gigs einen Begeisterungssturm heraufbeschwören sollte. Fast schon doomig zeigt sich die Band bei „Maaemo“. Sicher der ungewöhnlichste Track der gesamten CD. Stillborn scheuen keine Experimente und erschaffen ein wirklich mächtiges Stück Dark-Metal Geschichte.

„Anathema“ und „The walking dead“ machen im Anschluss den Deckel auf dieses Album. Tiefdüstere Klänge, die dank der vielseitigen Melodien allerdings die Szenegrenzen sprengen dürften und damit viele Metalfans ansprechen sollten.

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Fabian Bernhardt
Um unglaublich international zu wirken, hat die Redaktion einen Headhunter auf DEN Berliner angesetzt. DAS Phantom, wie es aus Szenekreisen heißt, hat viele Tarnidentitäten. Gesichert ist, dass der Dämon – ein gerade mal 76 Zoll großer metalbesessener Gothik-Zwerg – im Nebenerwerb als Schauma-Shampoo-Model jobbt und einen mittel bis stark ausgeprägten Festivalfetisch pflegt, sich während der Wintermonate mit Kneipensport Ersatzbefriedigung verschafft und eine ruhige Kugel in seinem Prinzessin-Lilliefee-Darkroom schiebt. Ob es das Spandauer Edelexemplar wirklich gibt oder auch Bernhardt nur ein Pseudonym ist, konnte bisher nicht geklärt werden.