Opeth: Sorceress (2016) Book Cover Opeth: Sorceress (2016)
Modern Metal
Nuclear Blast
30.09.2016
www.opeth.com

Tracklist:   

  1. Persephone
  2. Sorceress
  3. The Wilde Flowers
  4. Will O The Wisp
  5. Chrysalis
  6. Sorceress 2
  7. The Seventh Sojourn
  8. Strange
  9. Brew
  10. A Fleeting Glance
  11. Era
  12. Persephone (Slight Return)

Seit Wochen höre ich mir nun “Sorceress” rauf und runter an, und ja, das kann ich vorab schon sagen, es wieder ein gutes Opeth Album geworden. Aber, nicht ihr bestes!

Zunächst sei gesagt, dass wir uns mit „Sorceress“ mehr Progressiven Rock-Bereich befinden und weniger das volle Metal-Brett gefahren wird (Ausnahme: `Era`, das mal das Tempo anzieht). Opeth wären aber nicht Opeth, wenn sie sich nicht auch an anderen Genres bedienen bzw. verschiedene Elemente in ihren Sound miteinfließen lassen würden: Neben den bereits erwähnten hohen Progrock-Anteil, finden wir doomige Gitarrenläufe (`Sorceress´), arabisch anmutende Klänge (`The Seventh Sojourn´) und folkige Elemente die an Jethro Tull erinnern (´Will O The Wisp´). Opeth sind wie Formwandler und können sich jeglichem Genre anpassen und ihren eigenen Schliff verpassen.

Was mich persönlich begeistert an Opeth, sind die halsbrecherischen Achterbahnfahrten, die extravaganten Kunststücke die sie in Songs einbauen, die einen in Staunen versetzen. Entweder sind es melancholische Elemente (wie einst `Dirge For November`) oder die unvorhersehbaren Tempowechsel (Remember: `The Grand Conjuration´, `The Baying Of The Hounds` oder `The Lotus Eater`). Vielleicht sind es Mikael Akerfeldts unverkennbare Growls die (leider) nicht auf „Sorceress“ zum Einsatz kommen, die mir hier fehlen. Okay, Tracks wie `Chrysalis` und ´Strange Brew` (Highlight!) lassen die Erinnerungen wecken und auch das schöne, tiefgehende `Sorceress 2´ entzückt das Herz. Summa summarum hat man aber dennoch nach jedem Hördurchgang das Gefühl, es fehle noch etwas. Der letzte Kick, der eine große Ausreißer, die Rebellion. Ich will nicht sagen, dass „Sorceress“ brav oder gar bieder klingt, aber für die ganz große Euphorie reicht es für die zwölfte Langrille der Schweden nicht. Da hat mich der Vorgänger „Pale Communion“ mehr gepackt.

Halten wir fest: Auch wenn die ganz große Begeisterung ausbleibt, ist „Sorceress“ kein Griff ins Klo. Nein, es ist eine gute Platte und natürlich eine (kleine) Referenzscheibe, an denen sich andere Bands die Zähne ausbeißen würden. Im Endeffekt jammere ich nur auf hohem Niveau und jeder Opeth-Fan kann sich die neue Scheibe sorgenlos in den Schrank stellen. Mir fehlt einfach das gewisse Etwas und deswegen fehlt auch Stern für die Höchstnote