Mono Inc.: Terlingua (2015) Book Cover Mono Inc.: Terlingua (2015)
Nocut
22.05.2015
www.mono-inc.com

Tracklist:

  1. Mondschein
  2. Never Ending Love Song
  3. Heiland
  4. It Never Rains
  5. Tag X
  6. 118
  7. Die Noten Deines Lebens
  8. Still
  9. An Klaren Tagen
  10. Emory Peak
  11. Love Lies
  12. Terlingua
  13. Study Butte

Mono Inc sind in den letzten Jahren eine richtige Größe geworden und ziehen immerhin nicht nur 50 – 100 Leute zu einem Konzert. Also sollte man sich gewichtiger und gewissenhaft ein neues Album von den Hamburgern anhören. Die Werbetrommel allein bezüglich Layout und Design läuft in vollem Gange und Termine für die dazugehörige Tour sind noch nicht veröffentlicht. Aber das sind nur die Vorläufer, wie man es von anderen Bands auch kennt. Vergleicht man nun das Album mit den Vorgängern, fällt einem zum einen erst mal auf, das der Teil Rock stark abgenommen hat. Ebenso etwa so ähnlich wie es schon beim letzten Album der Fall war. Erst bei „Die Noten Deines Lebens“ würde ich sagen, kommt so was wie härte und Tempo auf und unterscheidet sich dahingehend eklatant zu dem Song „118“, der eine gewisse Neugier weckt. Melancholie und der für die Monos sphärische Hintergrundhall machen den Song im Gegensatz zu Track 1 – 5 durchaus hörbar. Jedoch ist schon die Hälfte des Albums vorbei!

„Still“ ist alles andere als still und bleibt vom Tempo ebenso schnell. Doch hauptsächlich ist allen Songs mit wenigen Ausnahmen gemein, dass sie für Festivals oder Konzerte gut zum Mitklatschen und Singen sind. Doch dann kam „Emory Peak“ in Kombination mit Love Lies und ein Aufhorchen zeigte erste Wirkung. Das Ganze Layout ist nicht nur Fassade, ein paar Elemente, die an Western-Style und Einsamkeit erinnern tauchen auf. Ebenso sind die Electro – Anteile im Song um einiges höher und rechtfertigen tatsächlich den Produktionsaufwand des Albums. Technisch ist es auf höchstem Niveau und braucht sich nirgends zu verstecken. Immerhin ist es laut Martin “das bisher reifste Album […]“ und hier macht es sich sicher bemerkbar. Obschon der Song am Ende ein wenig ZU sehr in die Länge gezogen wirkt.

Der Titelsong „Terlingua“ soll sich auf einen der einsamsten Orte der USA beziehen und somit den Kreis schließen, was Konzept und Design des Albums betrifft. Aber von den dunklen Zeiten der Monos ist nicht mehr viel geblieben. Bleibt also die Frage, wer sich das Album holen soll, außer echter Fans und möglicherweise neue Zielgruppen aus dem Pop-Rock Bereich. Wenn somit Terlingua als Track und Namensgeber das Beste des Albums sein soll oder einfach nur das Gefühl von Einsamkeit und Leere transportiert? Nun, diese Frage ist wie so einiges an dem Album weit offen. Was wirklich neues haben sich die Hamburger nicht einfallen lassen. Sie spielen ihren gewohnten Stiefel sehr gut und sind um einiges in nahezu allen Richtungen gefälliger geworden. Weniger die Mono Inc., die man sich unter dem Wort Rock vorstellen würde. Bleibt als Fazit, das sich wohl wieder eine Band aus dem eher düsteren melancholischen Genre verabschiedet und sich noch mehr der gefälligen alltäglichen Radiotauglichkeit nähert. Live, so hoffe ich, sind sie noch die ALTEN und bringen mehr Power aus ihren Instrumenten hervor, als es das Album verspricht. Ein paar mehr gewohnte Ecken und Kanten würden Ihnen gut stehen.

Anspieltipps: Tag X, Die Noten Deines Lebens, (Emory Peak) in Kombination mit Love Lies