Michael Schenker Fest: Resurrection (2018) Book Cover Michael Schenker Fest: Resurrection (2018)
Hard Rock
Nuclear Blast
02.03.2018
www.michaelschenkerfest.com

Tracklist:

  1. Heart And Soul
  2. Warrior
  3. Take Me To The Church
  4. Night Moods
  5. The Girl With The Stars In Her Eyes
  6. Everest
  7. Messing Around
  8. Time Knows When It´s Time
  9. Anchors Away
  10. Salvation
  11. Living A Life Worth Living
  12. The Last Supper

Ich muss zugeben, ich hätte nicht gedacht, dass es Michael Schenker nochmal schafft ein wirklich interessantes Album zu komponieren, bei dem ich Lust verspüre es immer wieder mir auch anzuhören. Für mich hatte ich schon längere Zeit das Gefühl, das mein Namensvetter ein wenig plan- und ziellos in den letzten Jahren seiner Karriere agiert. Egal ob als Michael Schenker, MSG (Michael Schenker Group), Michael Schenkers Temple Of Rock oder bei den Scorpions (was aber auch schon rund elf Jahre zurückliegt, es sei denn man zählt die „Temple Of Rock“-Tour von 2012 mit den Ex-Scorpions Mitgliedern Herman Rarebell und Francis Buchholz mit); in irgendeiner Form hat er mitgewirkt und Material als CD/DVD/Blu-Ray auf den Markt geworfen. Das mag vielleicht den Eindruck eines Workaholics erwecken, aber auch ein Zeichen einer stagnierenden Karriere, denn seien wir ehrlich: etwas wirklich Herausragendes hat er schon lange nicht mehr veröffentlicht. Meist nur solides Material, das aber für kein größeres Aufsehen sorgte.

Jetzt erscheint unter dem Banner Michael Schenker Fest eine neue Scheibe. Tut er sich damit einen gefallen? Nun ja, bei dem Namens Wirr-Warr kann man schon den Überblick verlieren aber aus musikalischer Sicht muss man sagen: Ja! Denn das Interessante hierbei ist, dass er mit den Sängern aus früheren und heutigen Tagen (wieder) zusammen arbeitet. Neben seinem „aktuellen“ Frontmann Doogie White, wirken auch Graham Bonnet, Gary Barden und Robin McAuley mit. Der große Pluspunkt an „Resurrection“ besteht darin, dass es Michael Schenker gelingt, die Songs die mit seinen alten Weggefährten aufgenommen wurden, nicht wie eine Hommage an die damalige Zeit klingen zu lassen, sondern auf hohen Niveau sie frisch, locker und unverbraucht in die heutige Ära zu transportieren. Trotz vier Sänger bekommt jeder die Tracks die wie ihm auf dem Leib geschrieben wurden zugeteilt und jeder Künstler hat genug Raum um sich entfalten zu können. Die anderen unterstützen (wenn) mit Backing-Vocals oder man drückt allen vieren zeitgleich die Mikros in die Hand wie in „Warrior“ und „The Last Supper“. Herausgekommen sind elf Songs (plus dem Instrumental „Salvation“) die gut (der Uptempo-Opener „Heart And Soul“ mit einem Gastbeitrag von Metallicas Kirk Hammett(!), das rock´n´rollige „Messing Around“, „Living A Life Worth Living“, „The Last Supper“), stark („Warrior“, „The Girl With The Stars In Her Eyes“, das melancholische „Anchors Away“, der Rocker „Everst“) und klasse („Take Me To The Church“, das stimmige „Night Moods“ und „Time Knows When It´s Time” (toller Titel!)) geworden sind. Ebenso toll ist das Cover geworden, dass alle beteiligte Musiker zeigt und ein wenig an „Das letzte Abendmahl“ erinnert (passend dazu auch der Song „The Last Supper“). Hoffen wir mal dass das kein Schwanengesang markiert…

Nein, es scheint für Michael Schenker eher eine Art Auferstehung („Resurrection“) zu sein, aber ist es das auch geworden? Aus musikalischer Sicht würde ich das eher bejahen, aber ich befürchte, obwohl „Resurrection“ herrlich abwechslungsreich geworden ist und mit den beteiligten Sängern ein wenig ein „Best-Of“-Charakter mitschwingt, dass das Michael Schenker Fest mehr ein „Projekt“ bleiben und der Gitarrenvirtuose wieder in eine andere (weitere? neue?) Richtung sich bewegen wird. Ich würde es ihm aber wünschen, wenn er an das jetzige Hoch weiter anknüpfen kann.