Lamb Of God: Walk With Me In Hell (2008) Book Cover Lamb Of God: Walk With Me In Hell (2008)
Jörn Constabel
Roadrunner Records
25.07.2008
www.lamb-of-god.com

In ihren Musikvideos wie „Ruin“ oder „Redneck“ lässt sich die Band Lamb Of God stets zu den falschen Events, wie etwa Gottesdienst oder Kindergeburtstag, einladen. Soll nun die Doppel-DVD „Walk with me in Hell“ hier für mehr Aufklärung sorgen und zeigen was für böse Jungs wirklich hinter Lamb of God stehen?

Nun, auf der ersten DVD begleitet die Kamera die fünf Richmonder auf ihrem „Tourmarathon“ im Jahr 2007 nach unter anderem Australien, Japan, England und Deutschland. Dabei steht nicht immer die Musik im Vordergrund, sondern auch das Miteinander, die einzelnen Launen der Musiker sowie Pannen und Highlights auf der Tour. Die erste Panne kommt gleich zu Beginn als Lamb Of God mit gepackten Sachen in den Startlöchern am Flughafen steht und feststellen mussen, dass ihr Flug nach Chicago gecanceld wurde. Doch das erste Highlight der Tour folgt zugleich als die Jungs aus der Not heraus sich entscheiden einen Privatjet zu chartern, in welchem sie sich dann so wohl fühlen, dass sie am liebsten gar nicht mehr ausgestiegen wären. Aber geht ja nicht, müssen ja raus, wollen doch fett der Welt ihren Metal reinhammern. Also geht es weiter. In Tokio amüsiert sich die Band über ziemlich verrücktes Spielzeug und steht ahnungslos vor dem U-Bahnfahrplan auf dem zwischen bunten Strichen nur japanische Schriftzeichen zu erkennen sind. Nach einem erfolgreichen Konzert geht es weiter nach Australien. Später dann nach Stockholm und Dover. Danach macht die Band einen kurzen Abstecher gen Heimat aufgrund einer Grammy-Nominierung und einem Liveauftritt in der Conan o' Brien Show.
Anscheinend gibt es in Amerika keine Festivals, die über mehrere Tage gehen, zumindest lässt das die amüsante Reaktion von Lamb Of God über die besoffen im Schlamm um ihrer Zelte herumliegenden Festivalbesucher erahnen, als sie dann zurück aus Amerika in Europa weiter für Tumult sorgen.

Und so geht das dann zwei Stunden. Die Jungs fliegen kreuz und quer über den Globus, wobei in fast jeder freien Minute der Alkohol fließt, und man sich mit kleinen Wettbewerben, Spaßprügeleien oder auf Melonen in der Wüste schießend, die Zeit zwischen den Auftritten und den Autogrammstunden vertreibt. Ein beneidenswertes Leben führen die fünf Metalheads auf der DVD, aber dass sie dabei angeblich durch die Hölle gehen sollen, das trifft meiner Meinung nach die Sache nicht so ganz. Auch wenn sich Randy, Mark, Chris, John und Willie zwischendurch auch mal auf den Sack gehen, hat man letztendlich doch reichlich Spaß auf der Weltreise gehabt.

Während auf der ersten Disk lediglich fünf Livesongs anzuschauen sind, bietet Disk 2 schon einiges mehr an Musik. Da wäre zum einen das Musikvideo zu Redneck plus das Making of dazu und der gesamte Auftritt auf dem Download Festival. Besonders schön sind dort die von Randy geforderten Circle Pits aus der Vogelperspektive. Und zu guter Letzt gibt es noch ein 77minütiges Making of zum zuletzt veröffentlichten Lamb Of God Album Sacrament. Dort werden die fünf Jungs auch etwas privater, erzählen von Hobby und Ausgleich zu ihrer Musikkarriere. Aber auch sehr interessant ist die Arbeit im Studio als sie mit Machine anfangen die Platte zu produzieren. Machine ist ein echt verrückter Typ, der aber sofort erkennt was die Lämmer wollen und das Beste aus den Jungs für die Aufnahmen rausholt. Zum Schluss zum Beispiel als die Vocals aufgenommen werden, schickt Machine Sänger Randy raus aus dem Studio, wo dieser fünf mal um den Block rennen soll. Total erschöpft kehrt Randy dann zurück ins Studio und muss krächzend und keuchend, beinahe erbrechend, den Refrain von „Walk with me in Hell“ ins Mikrofon schallern. Das sind sehr interessante Techniken, doch es scheint recht gut zu funktionieren und die Band ist froh mit jemand wie Machine aufnehmen zu dürfen.

Die neue Doppel-DVD „Walk with me in Hell“ ist ein super Rundumpaket. Fans wird es gefallen, sie dürfen miterleben wie die Band über zwei Jahre in 17 Ländern ihr Unwesen treibt und sieht die Metal-Stars von einer ziemlich nett und gefühlvollen Seite. Jedoch sind die Dokumentation der Tour und das Making of zu Sacrament recht langatmig, und es gibt weder Synchronisation noch Untertitel. Dennoch eine recht schöne Sache, welche die Wartezeit auf das nächste Album an dem bereits gearbeitet wird, gut überbrückt.