Katatonia: The Great Cold Distance (2006) Book Cover Katatonia: The Great Cold Distance (2006)
Peggy Graßler
Snapper Music
13.03.2006
www.katatonia.com

Tracklist:

  1. Leaders
  2. Deliberation
  3. Soil's Song
  4. My Twin
  5. Consternation
  6. Follower
  7. Rusted
  8. Increase
  9. July
  10. In The White
  11. The Itch
  12. Journey Through Pressure

Dieses Album, welches ich hier vorliegen habe, kann man ohne weiters dem Genre Dark Rock zuordnen. KATATONIA haben dieses musikalische Werk geschaffen. Die Schweden zeigen uns hier ganz klar, dass es nicht immer nur die Mannen aus dem Nachbarlande sind, die ordentlichen Rock machen können… nein auch Schweden rocken, wenn vielleicht auch etwas anders!

In schwermütiger musikalischer Grundstimmung gelangt "The Great Cold Distance" an den Hörer, wobei natürlich auch die dazugehörigen heftigen Gitarrenwände, welche deftig im Raum stehen bleiben,  nicht fehlen dürfen. Meines Erachtens haben diese recht intensiv das Zepter in der Hand, was aber ganz gut kommt. Gut dazu harmoniert die eigentlich doch recht zum musikalischen gegensätzlich erscheinende weiche und gefühlvolle, sehr nett anzuhörende Stimme des Sängers.

Mit melancholischem Unterton haucht er schon fast seine seine Worte ins Micro, und die musikalische Untermalung des Gesangs gefällt mir besonders gut. Ein wenig Melodieverliebtheit bricht bei manchem Song zu Tage, was alles in allem eine sehr tiefgängige Mischung abgibt, aber die brachiale Härte im Hintergrund ist fast immer zur Stelle.

Der so genannte rote Faden des Albums ist unüberhörbar dieser gewisse betont düstere, sehnsüchtige, gar fast schon weinerlich angehauchte Klang. Nun ja, der Name der Scheibe scheint dann wohl seine Hintergründe zu haben, denn als kühl und distanziert könnte man die Atmosphäre dieses Ausnahmewerkes allerdings zeitweise schon bezeichnen, ohne dass dies negativ gemeint ist. Im Gegenteil, irgendwie entsteht im laufe des Silberlings beim hören der Songs eine unerträgliche, aber nicht unangenehme, Spannung beim Hörer.

So jedenfalls erging es mir als ich mir "The Great Cold Distance" anhörte. Man wartet unweigerlich auf irgendeine "Erlösung", welche aber nie einzutreten scheint. Die Songs wissen einfach zu gefallen…
Sehr facettenreich und ungewöhnlich atmosphärisch zeigen uns hier die Schweden ihr musikalisches Können, und haben mich doch beim ersten hören des neuen Silberlings schon ziemlich begeistert.

Für alle Freunde des Düster Rock sollte "The Great Cold Distance" wohl das richtige sein, ich denke damit kann man nichts falsch machen, die Scheibe darf in der Sammlung einfach nicht fehlen.