In Flames: Battles (2016) Book Cover In Flames: Battles (2016)
Melodic Death Metal / Modern Metal
Nuclear Blast
11.11.2016
www.inflames.com

Tracklist:

  1. Drained
  2. The End
  3. Like Sand
  4. The Truth
  5. In My Room
  6. Before I Fall
  7. Through My Eyes
  8. Battles
  9. Here Until Forever
  10. Underneath My Skin
  11. Wallflower
  12. Save Me

Hand aufs Herz: Wie viele von euch fanden keinen Zugang mehr zu In Flames, aufgrund der moderneren Ausrichtungen, dem mainstreamlastigeren Sound, dem fehlenden Härtegrad und schrieb diese Band deswegen ab? Ich war auch, genau wie ihr, enttäuscht über diesen Soundwandel, aber ich konnte In Flames nicht abschreiben.

Die letzten beiden Alben „Sounds Of A Playground Fading“ und „Siren Charms“ waren beileibe keine schlechten, aber welche Hits von diesen Werken fallen euch spontan ein? Höchstens `Deliver Us` oder vielleicht noch ´Enter Tragedy`? Die sind bekanntlich auf „Sounds Of Playground Fading“ und auch stark im modernen Gewand gehüllt. So hat man zwar neue Fans gewinnen können, aber auch viele Altfans verloren. Dazu kommt noch, dass Drummer Daniel Svensson die Band letztes Jahr verließ und von Joe Rickard ersetzt wurde. Ist das nun der endgültige Anfang vom Ende von In Flames? Die Antwort: Nein!

Es scheint wie eine Kampfansage zu sein, denn der Albumtitel „Battles“ passt zur Situation der Schweden. Getreu dem Motto „Angriff ist die beste Verteidigung“ bündeln sie ihre Stärken, kombinieren die modernen Sounds, inklusive Hooks und greifen vermehrt auf ihre Wurzeln (den Melodic Death Metal) zurück und formen wieder gute Songs daraus. Die Highlights sind dabei `The End` und `Through My Eyes` geworden. Sowas hat man seit “A Sense Of Purpose” nicht mehr gehört. Man hat aber noch weitere Tracks mit Ohrwurmcharakter in der Hinterhand: `Like Sand`, das kitschige `The Truth` (wer einen Kinderchor „We Are“ singen lässt und damit an P.O.D.´s `Youth Of The Nation` denken lässt, hat die Bezeichnung „kitschig“ verdient), den Titeltrack, ´Drained`, `Here Until Forever´ oder `Underneath My Skin`. ´In My Room` und `Before I Fall` folgen verstärkt den modernen Rhythmiken und könnten von Bands wie Breaking Benjamin oder Five Finger Death Punch stammen. Intelligenter macht man es bei `Wallflower`: Hier sagt man sich „Tool sind cool“ und klingt beim beginnenden Rhythmus wie die Progressive Rock/Metal-Götter aus Kalifornien.

„Battles“ fällt deutlich positiver aus, als zuletzt „Siren Charms“. Der Aufenthalt in Los Angeles (dort entstand das Album) hat hörbar gut getan und auch Produzent Howard Benson brachte den erforderlichen frischen Wind mit hinein. In Flames kommen zwar wiedererstärkt zurück, haben aber noch einen weiten Weg vor sich, ihren angeschlagenen Status wieder zum Glänzen zu bringen. Der erste Schritt wurde gemacht und verdient vier Sterne!