Emilie Autumn: Opheliac (2010) Book Cover Emilie Autumn: Opheliac (2010)
The End Records
12.02.2010
www.emilieautumn.com

Tracklist:
Disk: 1

  1. Opheliac
  2. Swallow
  3. Liar
  4. The art of suicide
  5. I want my innocence back
  6. Misery loves company
  7. God help me
  8. Shalott
  9. Gothic Lolita
  10. Dead is the new alive
  11. I know where you sleep
  12. Let the record show
  13. Opheliac (Recording Out-Takes)
  14. A day out with EA (Video) (Data Track)

Disk: 2

  1. Thank god I'm pretty
  2. Dominant
  3. 306
  4. Gloomy Sunday
  5. Asleep (Originally By "The Smiths")
  6. Mad girl (Acoustic Version)
  7. The art of suicide (Acoustic Version)
  8. Thank god I'm pretty (Shoegaze Version)
  9. Largo for violin by J-S- Bach
  10. Marry Me
  11. The Asylum... (Excerpt from book)
  12. Interview with EA
  13. How to break a heart (Poem)
  14. Miss Licy had some leeches
  15. Live concert / Book reading footage (Video) (Data Track)

Spreche ich heute von Emilie Autumn, bekomme ich meist nur die Antwort „Ach, das ist doch die Violinistin von Courtney Love!“. Ein entsetztes Gesicht meinerseits ist die Antwort. Nein, Emilie Autumn ist weit mehr als die Violinistin von Courtney Love! Sie ist die Marie Antoinette der heutigen Zeit, nennt ihre Musik die zwischen klassisch inspirierten Einflüssen auch viele Electronicaelemente birgt, und mit einem immens düsteren Grad versehen ist, passenderweise Victoriandustrial – und genauso exotisch wie die Genre-Bezeichnung gestaltet sich ihr neues bzw. neu rausgebrachtes Album „Opheliac“.

Das eigentliche Album „Opheliac“ befindet sich schon seit einer Weile auf dem Markt und kommt nun als „Deluxe Edition“ zu uns. Das Album an sich bietet das bekannte, faszinierende Album. Renaissance-Gothic mit einer ausdrucksstarken Gesangsstimme; mit wunderschönen nicht zu aufdringlichen Geigenparts und vielen kleinen Spielereien. Emilie Autumn entführt ihren Hörer in ihre fantastische Welt zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Da ertönt ein Spinett während im nächsten Augenblick ein elektronischer Beat einsetzt. Emilies etwas tiefere Stimme passt sich der Dramatik ihrer direkten Songs an und schafft Spannung, Atmosphäre, transportiert Wut und Trauer perfekt. Auch die mit leidenschaft vorgetragenen Violinenparts treiben dem Hörer Tränen in die Augen. Die gekonnt plazierten Backgrounds machen das facettenreiche Gesangsbild komplett.
Man kann sich eine der berüchtigten Emilie Autumn Liveshows beim Hören des Albums vor dem inneren Auge bildlich vorstellen. Wer beim ersten Song nicht gleich ausstellt, ist sogleich gefangen in Emilies Fantasiewelt und wird sich dieser bis zum Verklingen der allerletzten Note nicht entziehen können.
Auch visuell gestaltet sich „Opheliac“ als ein Schmaus. Ein Hochglanzbooklet mit einer sexy Emilie Autumn auf dem Cover, die in einer ihrer wunderschönen Corsagen steckt.

Die Bonus Disk der Deluxe Edition bietet viele weitere Songs wie eine Akustikversion von „Mad Girl“ und „The Art Of Suicide“. Ebenso findet sich hier eine Coverversion des Songs „Asleep“ von The Smiths. Und wer sich immer fragte, was sich in ihrem kürzlich veröffentlichten Buch „The Asylum“ versteckt, der bekommt eine kleine Passage daraus vorgelesen. Ein instrumentales Stück von Johann Sebastian Bach, ein Interviewmitschnitt und ein Gedicht bringen noch mehr Abwechslung in das sowieso schon unglaublich vielseitige Album… und all dies hält unverkennbar eine große Klammer zusammen. Wunderbar stimmig und ineinander übergreifend, ein wahres Meisterwerk einer begnadeten Künstlerin!

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Melanie Schupp
Melanie – the fucking awesome face from outer space – Schupp, ist Freizeitzombie, der Alptraum jedes Metalldetektoren, HardcoreBraut und schippert von Hamburch auch mal über den Musicheadquarter. Als kleine Schwester Edward Scissorhands, hat sie das zweite Gesicht, schreibt ihre Texte mit Kunstblut und Kajal und bringt Farbe in jeden Fotograben.