Die Sterne: Die Sterne (2020) Book Cover Die Sterne: Die Sterne (2020)
Hamburger Schule, Experimenteller Deutsch Rock, Deutsch Pop
PIAS Germany
28.02.2020
www.diesterne.de

Tracklist:

1. Das Herz schlägt aus
2. Der Palast ist leer
3. Der Sommer in die Stadt wird fahren
4. Du musst gar nix
5. Hey Dealer
6. Unterschiedlich subtil
7. Das Elend kommt
8. Die Message
9. Wir kämen wieder vor
10. Die besten Demokratien
11. Drinks & Love
12. Halbvergangener Tag

Sechs Jahre liegt die letzte Platte von Die Sterne zurück. Seitdem hat sich viel verändert, am auffälligsten mit Sicherheit der komplette Besatzungswechsel rund um Frank Spilker, der Die Sterne mittlerweile anscheinend als Projekt ansieht, an dem sich möglichst viele Künstler versuchen dürfen. So finden sich auf dem neuen Album Beiträge unter anderem von den Düsseldorf Düsterboys und Erobique. Trotz allem klingt „Die Sterne“ nach „Die Sterne“ – ein besserer Name für das Album wäre demnach kaum möglich gewesen.

Das Album eröffnet mit dem positiv mitreißenden „Das Herz schlägt aus“, bevor mit „Der Palast ist leer“ eine typisch verschrobene, kuhglockengetriebene Sterne-Nummer auf die Hörer*innen wartet. Viel elektronischer, aber textlich ähnlich repetitiv verhält sich der 80er Disco Track „Der Sommer in die Stadt wird fahren“. Auf Disco reimt sich ja schon immer Funk. „Du musst gar nix“ nimmt die Kuhglocken aus Song zwei und die Discobeats aus Song drei und macht daraus ein funkiges Mantra für die selbstbestimmte Hörerschaft.

Das Elend hat eine neue Frisur

Einige Ohrwürmer später gibt es mit „Das Elend“ eine psychedelische, fast schon doors-eske Politnummer, welche durch ihre bedrohliche Stimmung besonders aus der Platte hervorsticht und mit ihren über 6 Minuten mit Sicherheit zum interessantesten Stück des Albums zählt. Das Stück kann schon schaffen, doch „Die Sterne“ ist noch lange nicht vorbei. Herr Spilker hat noch viel mehr Weisheiten für uns „Der Arsch ist die Message- hu ha“. Richtig hamburger-schulig klingt „Wir kämen wieder vor“ – mit klassicher Bandinstrumentierung ohne Kuhglocken oder elektronische Elemente. Auch schön!

Generell ist „Die Sterne“ in Zeiten der „Wenn wir gut sind schaffen wir 10 Songs -Platten“ ein überraschend langes Album, welches mit 12 vielseitigen Songs sowohl alte Fans begeistern als auch neue generieren können wird.

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Thea Drexhage hat Salma Hayek einiges voraus! 10 mm. Wie die meisten Frauen der Redaktion, Duffy, Beth Ditto, Joan Rivers oder Angus Young kann sie die MusikerInnen aus dem Bühnengraben also völlig problemlos sehen, wenn jemand ihren Hocker trägt, wird aber - das hat sie mit Salma dann doch wieder gemein - dennoch viel zu oft auf Ihre Körpergröße, ihre Mähne und ihre leicht misanthropischen Anflüge reduziert. Damit sie also nicht im nächstbesten Titty Twister von Sonnenunter- bis Sonnenaufgang Menschenmengen und Bläser mätzelt, halten wir “Aggro-Thea”, die zuvor ganze Landstriche in Mecklenburg Vorpommern ausgerottet hat, halbtags im spießbürgerlichen Oldenburger Exil an der langen Leine. Seither legt sich die scheißpünktliche existentialistische Besserwisserin analog mit Sartre, Camus & Kodak an und ja, auch wir müssen neidlos zugestehen, dass der Instagram-Account ihrer beiden Katzen “Salma” und “Hayek” mehr Follower pro Tag hat, als unser webzine im ganzen Jahr.