Preview: La Dispute feiern 10 Jahre Wildlife (2023)

„Vom La-Dispute-Konzert in Köln kamen wir als Missionierte wieder – und wir waren erst recht Feuer und Flamme, als wir ihr neues Album ,Wildlife‘ hörten.“ Das schrieb das Fachblatt VISIONS im Jahr 2011 nach einem Auftritt der Post-Hardcore-Band aus Grand Rapids, Michigan und legte der Ausgabe damals gleich das komplette Werk als CD bei. Das waren noch
Zeiten! Doch das Magazin hat seinerzeit durchaus Gespür bewiesen, ist das bahnbrechende Album „Wildlife“ immer noch einer der Meilensteine des Genres. Sänger Jordan Dreyer hat Lyrics geschrieben, die an Deutlichkeit nichts zu wünschen übriglassen: Diese Welt ist nicht unbedingt ein guter Ort, um darin zu leben.

La Dispute (Foto: Thea Drexhage bs! 2019)

Dieses Leben ist nicht für jeden Menschen ein Vergnügen. Alles Leid dieser Welt lastet auf dem Menschen. Und genau das macht die musikalische Kreativität des Quintetts aus. Dreyer hetzt im Sprechgesang und schreiend und winselnd und hechelnd und brüllend und flüsternd durch die Songs, die die Band technisch akkurat und auf den Punkt begleitet. Aber davon zu singen und sich dagegen aufzulehnen, ist für La Dispute eins. Negative Wahrheiten auszusprechen und kathartisch dabei zu wirken, gehört zusammen. Daran hat sich auch in den vergangenen elf Jahren nichts geändert. Die Jungs reißen mit ihren dröhnenden Gitarren und dem kreischenden Bass immer noch alles ein und bauen es wieder auf, ziehen weiter und fangen von vorne an. Jetzt aber haben La Dispute sich entschieden, ihr vielleicht konsequentestes Album noch einmal in den Mittelpunkt zu stellen und kommen damit im kommenden Frühjahr auf Tour. Wie sich das heute anhören kann, spürt man ein wenig auf der im September erschienenen Live-EP mit sechs Tracks aus „Wildlife“. Aber auf der Bühne, das ist sicher, wird das klarer, direkter und authentischer wirken.

La Dispute (Foto: Thea Drexhage bs! 2019)

Die Dates:

  • 26.04.2023 Köln – Essigfabrik
  • 28.04.2023 Hamburg – Uebel & Gefährlich
  • 29.04.2023 Berlin – Astra Kulturhaus
  • 30.04.2023 Dresden – Beatpol
  • 02.05.2023 München – Backstage Werk
  • 03.05.2023 Wiesbaden – Schlachthof

Links:
La Dispute

Veranstalter:
FKP Scorpio

Thea Drexhage
Thea Drexhagehttps://www.be-subjective.de
Thea Drexhage hat Salma Hayek einiges voraus! 10 mm. Wie die meisten Frauen der Redaktion, Duffy, Beth Ditto, Joan Rivers oder Angus Young kann sie die MusikerInnen aus dem Bühnengraben also völlig problemlos sehen, wenn jemand ihren Hocker trägt, wird aber - das hat sie mit Salma dann doch wieder gemein - dennoch viel zu oft auf Ihre Körpergröße, ihre Mähne und ihre leicht misanthropischen Anflüge reduziert. Damit sie also nicht im nächstbesten Titty Twister von Sonnenunter- bis Sonnenaufgang Menschenmengen und Bläser mätzelt, halten wir “Aggro-Thea”, die zuvor ganze Landstriche in Mecklenburg Vorpommern ausgerottet hat, halbtags im spießbürgerlichen Oldenburger Exil an der langen Leine. Seither legt sich die scheißpünktliche existentialistische Besserwisserin analog mit Sartre, Camus & Kodak an und ja, auch wir müssen neidlos zugestehen, dass der Instagram-Account ihrer beiden Katzen “Salma” und “Hayek” mehr Follower pro Tag hat, als unser webzine im ganzen Jahr.

Weitere Artikel

Ähnliche Beiträge

Preview: Liebe ist geiler scheiß – Idles auf Tour (2024)

Idles haben sich im Laufe der letzten Jahre weltweit...

Preview: Gerüchten zufolge – Rumours of Fleetwood Mac live (2024)

Sie gehören zu den besten Bands, die jemals eine...

Review: 10 Jahre Metal Hammer Paradise (2023)

Es ist wieder November und der Norden lockt erneut...

Preview: Sólstafir auf Visite in Hamburg (2023)

Ein Vierteljahrhundert, nachdem Sänger/Gitarrist Aðalbjörn „Addi“ Tryggvason das atmosphärische...