Auf Wegen ist mensch ja ständig unterwegs. Von hier nach nach dort, mal vorwärts, mal rückwärts, mal einfach geradeaus und auch mal mit Umwegen. Lieder dazu gibt es natürlich auch: „Way to Amarillo“, „The Way to your Heart“ oder der Klassiker „My Way“. Und wie alle wissen ist der Weg manchmal steinig und schwer. Auch heute Abend ist das nicht anders. Es gibt Stoner-Rock (also steinig) und Heavy (also schwer)Rock. Den Weg ins Musikzentrum haben zwei Bands aus Norwegen gefunden. Wir sind…
Unterwegs auf dem Nor-Way

Die Vorankündigung der ersten Band lässt gleich Gruseliges erwarten: Aus den dunkelsten Ecken Oslos kehrt Håndgemeng mit ihrem neuen Album Satanic Panic Attack zurück. Die Band erklärt: „This record is even more ambitious than its predecessor ‚Ultraritual‘. No longer constrained by genre or expectations, it presents a more self-defined sound and narrative, as we’ve returned to our earliest influences for inspiration.“ Satanic Panic Attack ist ein Konzeptalbum, das die Angst und Massenhysterie der 1980er Jahre untersucht, oft als The Satanic Panic bezeichnet – ein Phänomen, das von der Angst vor Heavy Metal Musik, Teufelsanbetung und Anschuldigungen über subliminale Botschaften geprägt war, die als Bedrohung für die Gesellschaft wahrgenommen wurden. Soweit die Erläuterungen, so gruselig die Erwartungen. Geschminkt soll die Band auch sein. Uuuuuh.

Man ist gespannt und wird dann doch irgendwie enttäuscht, aber nur was das Äußere angeht. Keine Schminke, dafür fünf wohlgenährte, dem Bier wohl nicht abgeneigte Kerle. Ganz normale Norweger halt. Aber auf Äußerlichkeiten soll mensch sowieso nix geben, was zählt ist das, was über die Bühne geht. Und das ist hörenswert. Classic RocK und Stoner Doom bringen Schwung in die 300 Fans im Musikzentrum. Riff um Riff kriegen die Osloer das Publikum in den Griff. „Horse Named Death”, “Apocalypse Rock” und Titelsong “Satanic Panic Attack” sind kraftvoll und irgendwie ist es dann auch schade, das sie nach kurzer Zeit den Weg schon wieder frei geben müssen.
Come take my hand, I’ll understand
I’ve been there so many times before
So hard to stand and hard to pretend
And open up to anything beautiful

Auf diesen Weg biegen jetzt Spidergawd ein. Was das wohl übersetzt heißt? Gawd klingt wie… genau das heißt es auch. SpinnenGott?! Spidergawd sind klassischer Heavy Rock mit viel Melodie, aber auch Rumms. Bisher haben die Trondheimer ihre Alben ja schön römisch durchnummeriert : I bis VII. Aber jetzt sind sie geradezu innovativ geworden. Das achte Album heißt „From Eight To Infinity“. Humor haben sie ja die Norweger. Eine auf dem Bauch liegende Acht ist das Symbol für Unendlichkeit (Infinity), also von Acht zu Acht. Auf so was sollte man Acht geben. Soviel zur grauen Theorie. Bunt ist das, was dann kommt und irgendwie vertraut, aber irgendwie auch immer neu und einfach großartig und satt im unverkennbaren Spidergawd-Sound. Dreifacher Gesang, doppelt Gitarre. Dafür sind die Herren Peter Borten (Gesang, Gitarre), Brynjar Takle Ohr (Gesang, Gitarre) und Hallvard Gaardløs (Bass, Gesang) zuständig. Etwas exotsch wirkt Bariton-Saxophonist Rolf Martin Snustad. Man sieht ihn selten, aber hört ihn umso mehr: Drummer Kenneth Kapstad ist wahrscheinlich die „Spinne“ Eigentlich hat er ja nur zwei Arme, ballert aber verschanzt hinter seiner Wagenburg aus Trommeln, als wäre er achtarmig.

Und was ballern sie so als Kombo? Es geht Richtung Thin Lizzy und Motörhead und auf dem neuen Album gibt es auch Referenzen für AC/DC und Cheap Trick auf der einen Seite und Metallica und Black Sabbath auf der anderen. Vom Feinsten halt und warum nicht gleich mal was Neues raus feuern. „The Grand Slam“ und „Revolution“ legen die Latte gleich mal richtig hoch. Dann ein Sprung zu Album IV und „Is This Love?“ und dann ein Hupfer zu „Narcissus‘ Eye” vom VI. Was fällt auf? Es gibt keinen negativen Ausreißer, egal wo die Norweger hin springen. Das ist allerfeinster NWOHBM. Also quasi Sex, auch wenn das Sax im Klanggewitter etwas untergeht. Ist eigentlich schade, aber es ist durchweg da. Und tut der Spielfreude keinen Abbruch. Und der Stimmung sowieso nicht. Schön, das die Spidergawdies da waren und die Fans sie auf Ihrem Weg ein Stück begleiten konnten. Mal schauen, was als nächstes kommt. Betimmt etwas mit der Zahl Neun. Mal schauen, wo der Nor-Way hinführt.
Galerien (by Michael Lange bs! 2026):
Setlist Håndgemeng:
- Horse Named Death
- The Astronomer
- Apocalypse Rock
- Down Below
- Satanic Panic Attack
- Medieval Knievel
Setlist Spidergawd:
- Intro Strawinsky Der Feuervogel
- The Grand Slam
- Revolution
- Is This Love..?
- Narcissus‘ Eye
- Heaven Comes Tomorrow
- 200 Miles high
- The Hunter
- Stranglehold
- Ritual Supernatural
- Winter Song
- The Ghost of Eirik Raude
- Yours Truly
- The Tower
- Your Heritage
- All and Everything
- Outro We’ll Meet Again (Vera Lynn song)


