Review: Weto live (27.10.2011, Hannover)

Foto: Torsten Volkmer

Foto: Torsten Volkmer

Foto: Torsten Volkmer

WETO entführen in eine völlig kranke Welt – in die Realität vom Jetzt und Hier

1993 aus sich auflösenden Schulbands geboren, blieb „Weto“ 1996 mit der Gründung von „Schandmaul“ durch Thomas Lindner immer mehr auf der Strecke. Ende 1999 überlegte man sogar die Auflösung. Erst im Jahre 2005 erinnerte man sich der Anfänge und beschloss in einer feuchtfröhlichen Nacht „Weto“ noch einmal Leben einzuhauchen. „Warum in die Ferne schweifen…“, das dachten sich auch die beiden Urgesteine der Band, Martin (Gitarre) und Thomas (Gesang). So holten sie sich noch Matthias und Stefan von Schandmaul mit ins Boot.

Weitere Unterstützung erhielten Sie von Keyboarder Heiner Jasper, bekannt als Mitglied von Regicide. Da vorrangig mit den Hauptprojekten beschäftigt, legte man mit Weto ein eher beschauliches Tempo an den Tag. Dafür freute es nun die Fans umso mehr, als zur aktuellen CD „Schattenspieler“ auch endlich wieder eine Clubtour an den Start ging.

Gemäß dem Motto: „Das Beste zum Schluss“, lud man am vergangenen Donnerstag, den 27.10.2011 zum Abschlusskonzert der Tour ins Musikzentrum nach Hannover ein.

Stilistisch sind Weto im Deutschrock einzuordnen und mit ihrer düsteren Ehrlichkeit prangern sie die Probleme der Zeit an. Kurz nach 20.00 Uhr entern die Wetorianer die Bühne und geben mit „Koma“ dem Konflikt von lebenserhaltenden Maßnahmen und würdevollem Sterben einen Namen. Der Funke zum Publikum springt über und auch auf der Bühne fühlt man sich wohl. So folgt ein Konzert voller Spielfreude und Enthusiasmus. So arglos mancher Songtitel auch klingen mag, so erbarmungslos greifen die Texte Themen wie Depression, Vergewaltigung und krankhafte Beziehungen unserer heutigen Gesellschaft auf. Ob nun „Wieder allein“, „Tief“ oder auch „Das 2te Ich“, die Songs gehen ins Ohr, zu Herzen und hinterlassen nachhaltige Emotionen.

Bei „Schattenspieler“, „Krank“ und „Ausgebrannt“ erhält Thomas gesangliche Unterstützung von Loonataraxis-Sänger Till Herence. Sie harmonieren nicht nur stimmlich, sondern bringen gemeinsam auch die Bühne und die Zuschauer zum Beben (auf hannoveranisch). Nicht fehlen darf an einem solchen Abend ein Gitarrensolo von Martin Duckstein. Er entlockt seinem Instrument auf geniale Weise die sensationellsten Töne. Der anschließende Applaus ist verdient und beendet diesen sehr gelungenen Konzertgenuss. ine CD, die es zu kaufen lohnt und eine Band von der man in Zukunft noch einiges hören sollte.

Konzertfotos:

Links:
www.wetomusic.de