Review: The Deep Eynde, Shadow Reichenstein (08.05.2007, Hannover)

Foto: Torsten Volkmer

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Düstere Zeiten brachen Anfang Mai in Hannover ein. The Deep Eynde überschatteten das Bei Chez Heinz. Mit im Gepäck Shadow Reichenstein, die für ordentlich Unterstützung sorgten. Doch durchaus undüstere Auswirkungen hatten diese beiden Bands auf das versammelte Völkchen.

Als ich den Namen der Vorband vernahm, erinnerte ich mich ein paar Jährchen zurück, als ich noch vor dem guten ollen PC saß (das war die Zeit, als die PCs langsam gesellschaftsfähig und haushaltstauglich wurden) und Wolfenstein zockte bis zum abwinken.

Eine der ersten Versionen wohlgemerkt, total pixelig und mit einem grauenhaft blechernen Sound, denn was war damals bitte eine Grafikkarte ganz zu schweigen von einer Soundkarte??? Kannte man nicht. Doch Shadow Reichenstein kannten auf jeden Fall die Soundkarte, das kann ich versichern.

 

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Foto: Torsten Volkmer

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Im Hintergrund prangte bereits das Sarg-und-Fledermaus-Logo und das mittlerweile gut gefüllte Bei Chez Heinz erwartete die dunklen Jungs aus US bereits freudig. So zierten sich die Herren auch nicht und bretterten gleich mit Horror-Punk-Goth (oder wie man es nennen mag) vom Feinsten los. Den „Zombie Dance“ hatten die Jungs von der ersten Note an auf der Tanzfläche, ohne den gleichnamigen Song spielen zu müssen. Taten sie natürlich trotzdem und die Anwesenden tanzten dankbar. Man hatte das Chez Heinz sicherlich schon stärker besucht gesehen, doch das Publikum wirkte wie Hunderte. Gut gelaunt, applausfreudig und der Band zurufend hatte es den Anschein als wären einige Gäste hauptsächlich wegen dieser Band erschienen. Auch durften Shadow Reichenstein erst nach der zweiten Zugabe die Bühne verlassen… und das als Supportact!! 

Das war ja schon mal ein guter Anfang. Die Aufwärmarbeiten für The Deep Eynde waren also wunderbar gelaufen. Somit war es ein Leichtes für die Kalifornier des Hauptacts, das Publikum zum mitrocken zu bewegen. Ihr selbsternannter „SoCal Devil Punk“ wurde durch Frontmann Fate Fatal nicht nur gesanglich sondern auch mimisch ausdrucksstark umgesetzt. Der punkrockige und energische Auftritt hielt die Anwesenden weiterhin auf Trab. Die Tanzbeine bekamen

Foto: Torsten Volkmer

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keine Sekunde des Stillstands und die Hände keine applausfreie Pause zwischen den Songs. Es ging rund! Die Jungs aus Kalifornien brachten alles andere als die Sonne, doch dafür umso mehr Horror und Rock. Düsteres Make Up und dunkles Outfit im Misfits Style – um wieder auf meine nostalgische Phase um und vor Wolfenstein zurückzukommen. Auch ein paar Songs wiesen durchaus Misfits-Spuren auf. Es passte sozusagen alles zusammen.

Währenddessen spazierten die Mitglieder von Shadow Reichenstein im Chez Heinz umher… mussten sie ja, denn wie sollten sie sonst ihr Spezial-Angbot am Merchandise Stand einlösen. Dort prangte für alle, die nicht genug bekommen konnten die „Special Offer: 1 Kiss. From Musician 10,-eur. From Singer 20,-eur.“ Ob jemand sein Geld an diesem Abend dafür ausgab, vermag ich allerdings nicht zu sagen. Verdient hätten sie es aber allemal – Shadow Reichenstein als auch The Deep Eynde! So gerockt hat Hannover schon lange nicht mehr.

Konzertfotos:
The Deep Eynde (07.05.2007)
Shadow Reichenstein (07.05.2007)