Review: Empty Trash, John Tennis (02.04.2008, Hannover)

Foto: Torsten Volkmer

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Es war die Zeit der DSDS-Casting-Absolventen und –Abbrecher in Hannover. War die Woche zuvor noch der Gewinner der letzten Staffel, Mark Medlock, im Capitol zu sehen, beehrte knapp eine Woche später Max Buskohl das Musikzentrum. Max war damals aus der Show ausgestiegen, um sich weiterhin seiner Band zu widmen. Ob sich der Ausstieg eines hoch gehandelten Kandidaten gelohnt hat, das wollten wir nun herausfinden.

Foto: Torsten Volkmer

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Kurz vor Beginn des Supportacts John Tennis war der Raum zu 1/3 gefüllt. Wie bereits erwartet erschien das Durchschnittsalter ziemlich niedrig zu sein. Zugegeben ich war vollkommen unvorbereitet was die Vorband anging. Bei dem Bandnamen konnte man sich alles mögliche zusammenreimen… Singer/Songwriter… vielleicht ein DJ Set… doch so unwissend wie ich war, überraschte mich die Musik der sichtlich sehr jungen Bandmitglieder von John Tennis. Eine monströse Hammond-Orgel in der Mitte der Bühne, die von einem langmähnigen Frontmann bedient wurde. Links und rechts flankiert von Gitarrist und Bassist und natürlich durften die Drums im Hintergrund nicht fehlen. Was das Publikum also erwartete war von den 70er Jahren beeinflusster Mix aus Hardrock, Blues und Psychedelic, Stonerock. Nicht unbedingt das, was Empty Trash Fans im Vorprogramm erwartet hätten, jedoch von guter Qualität. So jung die Herren im Rampenlicht auch sein mochten, ihr Set beherrschten sie sicher und überspielten somit im wahrsten Sinne des Wortes ihre manchmal offensichtliche Nervosität. Gesanglich überzeugte Niklas Hauke wie einer der Großen und das Publikum ging sehr offen auf die Musik der Hildesheimer ein. Das Publikum war gegen Ende soweit aufgetaut, dass auch die Jungs von John Tennis ihre Hemmungen vollkommen verloren und Niklas seine Metalmähne schwang.

Foto: Torsten Volkmer

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Ließ man während der folgenden Umbauphase mal den Blick durch den Raum schweifen konnte man erkennen, dass sich nun mehr älteres Publikum hinzu gesellt hatte. Und vor allem befanden sich nicht hauptsächlich weibliche Fans vor der Bühne, wie man vielleicht vermuten könnte. Doch natürlich war das Geschrei trotzdem relativ laut für die mittelgroße Menschenmenge. Hut ab! Das konnte locker mit Mark Medlock mithalten. Okay, nun aber genug der DSDS Vergleiche. Hier geht es um Emptry Trash – eine Band die schon vor dieser Show bestand und tourte. Nicht umsonst entschied Frontmann Max Buskohl, das alles hinter sich zu lassen. Und daran tat er gut! Davon konnte man sich an diesem Abend überzeugen. So eröffneten die Jungs aus Berlin ihr Set mit „Dirty Habits“ und „L.A. Queen“. Zu Beginn erschwerten technische Probleme den einwandfreien Ablauf auf der Bühne, doch Empty Trash spielten weiter und den Fans war es egal. Die Stimmung hob sich weiter und nach dem zweiten Song hatte man auch die Technik unter Kontrolle. Max, der seinen Arm noch im Verband trug, präsentierte sich ziemlich statisch hinter dem Mikrofonständer – vielleicht lag er GERADE an dem kaputten Arm. Doch die Qualität seiner Gesangsleistungen leidete darunter kein bisschen. So flogen die Minuten durch die Setlist nur so dahin. Von „Last Man In The Bar“ über „Tell Me A Story“ bis hin zu „Confession“ dem gleichnamigen Lied wie der aktuelle Albumtitel. Doch einen Einsatz an der Gitarre ließ sich Max Buskohl trotzdem nicht nehmen. So standen eben Tim und Max gemeinsam an der Gitarre und jeder steuerte eine Hand bei. Die melodiöse Rockmusik brachte das Publikum in Bewegung, das ordentlich mitfeierte. Die Ansagen von Max waren leider unverständlich – entweder nuschelte er, wir standen im toten Winkel oder verstanden kein Berlinerisch… man weiß es nicht. Doch auch ohne die Einleitungen verstanden wir die Sprache der Musik und die sagte „GO!“. Nach dem 13. Song „I Need“ verschwanden Empty Trash vorerst von der Bühne. Und das fleißige Publikum durfte an diesem Abend nicht nur mit einer, sondern gleich mit zwei Zugaben rechnen, die zusammen fünf Songs beinhalteten. Somit konnte, wer sich noch nicht ausgetobt hatte, u.a. zu „Berlin“, „It’s My Bill“ und „Berry Chuck / Goodbye“ abrocken.

Energiegeladen und rockig – genau das, was Max Buskohl NICHT mit DSDS gehabt hätte, hat er nun mit seiner Band erreicht. Und wir sind froh, dass er sich für diesen Weg entschieden hat. Somit besteht die Hoffnung, dass Empty Trash nicht untergehen wie die meisten Eintagsfliegen von DSDS, denn wahre Rockmusik aus dem Herzen hat ein weitaus längeres Haltbarkeitsdatum als seelenlose Massenware aus der Popfabrik.

Konzertfotos:

 

Link: www.empty-trash.de