Review: die Könige der Spielleute Corvus Corax in der CD Kaserne (28.12.2015, Celle)

Corvus Corax (Foto: Nora Thies bs! 2015)

Es ist der zweite Teil ihrer Jubiläumstour, denn die Könige der Spielleute feiern in diesem Jahr ihr 25-Jähriges Bestehen. So haben sie auch in die Celler CD-Kaserne geladen um mit ihren Fans zu feiern.

Foto: © Nora Thies bs!
Foto: © Nora Thies bs!

Viele sind dem Ruf ihrer Könige gefolgt, vom Rocker bis zum mittelalterlichen Reenactor in ordentlicher Wikingergewandung ist alles im Publikum vertreten. Mit 25€ ist der Abend sicher nicht zu den günstigsten Konzerten der Saison zu zählen, aber für ein Jubiläum lässt man ja auch gerne mal etwas mehr springen. Eine Stunde nach Einlass geht es dann direkt und ohne Umschweife zur Sache. Corvus betreten die Bühne und bringen uns mit „Bacchus“ die Flötentöne bei. Zu annährend jedem Lied in der ersten Hälfte gab es auch eine kleine Geschichte.

Mal ging es um die Sonne, die sich im Gefieder des Raben so schön spiegelt, mal um jammernde Frauen die ihre, auf dem Schlachtfeld gefallenen, Männer beklagen. – Für die Raben allerdings ein Festmahl. Bevor es in die Pause geht , lassen Corvus bei „Ragnarök“ aber noch schnell die Welt untergehen. Mit und ohne Geschichten, die Jungs sind auch für sich genommen schon ein Erlebnis. Die Kostüme sind mit viel Liebe zum Detail gestaltet und der Bühnenaufbau ist, wenn auch eine schlichte Weise, irgendwie beeindruckend. Frisch gestärkt geht es in die zweite Hälfte des Abends.

Foto: © Nora Thies bs!
Foto: © Nora Thies bs!

Man merkt den Jungs an, dass sie Spaß haben. Das färbt auch auf ihr Publikum ab. Es wird zu Liedern wie „Sudrinka“, „Mille Anni Passi Sunt“ oder „Venus Vina Musika“ gefeiert & getanzt was das Zeug hält. Weil die Könige der Spielleute natürlich möchten das ihnen ihr Volk wohlgesonnen bleibt teilen Sie dann auch noch ihren mit uns. Das funktioniert von der Bühne aus mit einem überdimensionalen, mittelalterlich anmutenden Schlauch der, genau betrachtet, ziemlich an ein männliches Glied erinnert. Das ist aber sicher nur Zufall. So geht der Abend dann nach weiteren sechs Liedern, darunter „In Taberna“, „Mit Dans“, und „Pack“, feuchtfröhlich zu Ende.

Schön war es, auch wenn ich Corvus Corax auf einem mittelalterlichen Markt noch einen Hauch lieber höre als auf so einer neumodernen Bühne, weil die Atmosphäre einfach besser passt.

Link zur Konzertfoto-Galerie:
Corvus Corax (28.12.2015, Celle)

Links:
www.corvus-corax.de