Review: PVA – So klingt 2026! (13.03.2026, Berlin)

Ja, ich weiß – ich habe schon viel zu oft über PVA und deren aktuelles Album No More Like This geredet. Vielleicht, weil ich deren damaliges Konzert 2022 im Badehaus verpasst habe und mich damit nie abfinden konnte, oder weil die Band einfach richtig toll ist und man sie dieses Jahr auf keinen Fall verpassen sollte. Umso glücklicher war ich nun also, dass sie endlich zurück nach Berlin kamen & ihr neues Album im neuen und ausverkauften Mikropol in Schöneberg vorstellten.

Ja, wer ist denn da?

Poison Anna (Foto: Franz Naumann bs! 2026)
Poison Anna (Foto: Franz Naumann bs! 2026)

Den Abend eröffnet POiSON ANNA als Support. Die Künstlerin bewegt sich musikalisch im Bereich von experimentellem Pop und elektronischen Sounds, oft geprägt von atmosphärischen, eher zurückhaltenden Arrangements und einer starken Fokussierung auf Stimmung und Klangflächen. Ihr Set fand fast vollständig in Dunkelheit statt, die den ohnehin verträumten, fast schwebenden Charakter ihrer Musik noch einmal verstärkte.

Das Mikropol
ist prall gefüllt!

Poison Anna (Foto: Franz Naumann bs! 2026)

Die Band aus UK wurde 2017 in South London gegründet und besteht aus Ella Harris, Josh Baxter und Louis Satchell. Kennengelernt haben sich Harris und Baxter auf einer Hausparty, bevor sie kurze Zeit später ihre erste Show in einem Pub spielten. Satchell stieß erst Ende 2018 als Drummer dazu. Schon früh spielte die Band Shows in Londoner Venues wie dem Windmill in Brixton und supportete Acts wie Squid, Goat Girl oder black midi. Es überrascht also nicht, dass das Konzert restlos ausverkauft war & es hätte auch tatsächlich niemand mehr in das Mikropol gepasst. Diese gedrängte Energie passt perfekt zu PVA, denn ihre Musik erinnert an stickige und dunkle Clubnächte, die viel zu lange gehen, aber nach Hause gehen möchte man trotzdem nicht.

Eine Band für jede Generation

PVA (Foto: Franz Naumann bs! 2026)

Die Energie der Band lässt sich irgendwo zwischen Zurückhaltung, Offenheit und totaler Coolness ansetzen. Gerade Drummer Louis Satchell fühlt sich wie die Offenheit in Person an und übernimmt den größten Teil der Konversation mit dem stark gemischten Publikum. Schon vor der Show ist er präsent am Einlass, unterhält sich mit den Fans & genießt den direkten Kontakt.

PVA (Foto: Franz Naumann bs! 2026)

Auffällig ist auch, wie nahbar sich die Band über den gesamten Abend zeigt: Mehrfach bedanken sie sich explizit beim Publikum dafür, dass das Konzert ausverkauft ist und betonen, wie wichtig genau diese Unterstützung für sie als Independent-Band ist. Das Publikum zeigte sich auch sehr erfreut darüber! An diesem Abend fand jedes Alter einen Platz; egal ob Gen-Z oder Mitte 40’er; die dunkle Produktion on der Musik von PVA begeistert generationenübergreifend!

Eine gute Mischung

PVA (Foto: Franz Naumann bs! 2026)

Während ihr Album Blush aus dem Jahr 2022 noch wesentlich mehr Synthesizer in sich vereint, geht ihr neues Album No More Like This (veröffentlicht im Januar 2026) stellenweise in eine ruhigere, introspektivere Richtung. Dennoch fügen sich sowohl die alten, als auch die neuen Songs perfekt in ihr Set zusammen & sorgen für eine vielfältige, dröhnende & runde Nacht. Neue Songs wie Enough, Peel oder Send sind Highlights des Abends, genauso wie Untethered, der sich bereits seit Blush als einer ihrer bekanntesten Tracks etabliert hat. Zum Ende hin verlagerte sich die Energie noch einmal: Nach dem letzten Song bleibt die Band nicht auf Distanz, sondern nimmt sich Zeit für das Publikum; sie signierten direkt Vinyl und CDs, machten Fotos mit Fans und blieben damit konsequent bei dem, was den Abend ohnehin geprägt hat: Nähe.

Galerien (by Franz Naumann bs! 2026):

Setlist PVA:

PVA (Foto: Franz Naumann bs! 2026)
  1. Rain
  2. Enough
  3. Peel
  4. Hero Man
  5. Anger Song
  6. Boyface
  7. Wayside
  8. Mate
  9. Send
  10. Untethered
  11. In Silence
  12. Okay
  13. Moon

Links:
PVA

Franz Naumann
Franz Naumannhttp://www.be-subjective.de
Franz wird auch oft einfach Dino(junge) genannt, denn wenn er einmal anfängt, von Dinos zu erzählen, hört er so schnell nicht mehr auf. Passend zu seiner Liebe für MySpace & Tumblr, könnte man meinen, dass Franz in der Zeit stehen geblieben ist, aber vielleicht ist es auch einfach eine grosse Portion Nostalgie. Er liebt analoge Fotografie & kennt Pop-kulturelle Momente & die Indie-Szene so gut, wie die Welt der Dinos. Schwarz ist die einzige Farbe, die er trägt, weil „alles Andere in Berlin einfach gefährlich ist“. Und wenn er nicht gerade mit seiner Fuji vom Fotograben aus fotografiert, gibt er viel zu viel Geld für Schallplatten aus.

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