Review: Kuchen oder Cocktail – Limp Bizkit live (15.08.2018, Hannover)

Limp Bizkit (Foto: Torsten Volkmer bs! 2018)

Dieser Sommer wird wohl als Jahrhundertsommer in die Geschichte der Wetteraufzeichnungen eingehen. Heiss, heiss, heiss. Da freut mensch sich Abends endlich auf etwas Abkühlung. Vielleicht noch einen netten Cocktail auf Balkon, Terrasse oder anderer Lokalität. Passt. Aber was soll man sich zu Gemüte führen? Die Klassiker wie Tequila Sunrise, Mojito oder Caipirinha? Schnarch. Kennt mensch schon. Wie wäre es denn mit einem „Limp Bizkit“?  Einem richtig schönen „Limp Bizkit“.

„Schatz? Kannst du uns mal einen Limp Bizkit mixen. „Limp Bizkit? Nie gehört. Wie geht der?“ „Du nimmst etwas Hip Hop, einen klitzekleinen Schuss Funk, eine gute Portion Rap und ganz viel Metal. Das Ganze gut crossover mixen, aber niemals, wirklich niemals rühren. Den gibt es nur in Heftig-Schüttel-Bang. Fertig.“ „Hört sich gut an. Hat der auch genug Dampf? „Sicher, und ein Schuss Korn ist auch immer dabei“.

Limp Bizkit in der Cocktail-Variante gibt es leider nicht. Aber die Nu-Metal Band-Version dafür umso nachhaltiger. Und die Sache mit dem Korn stimmt auch. Anfang der 90er hat die gleichnamige Band das damals noch junge Musik-Projekt unterstützt und schwer gepusht. 24 Jahre nach der Gründung in Jacksonville/Florida und schlappe 40 Millionen verkaufte Tonträger später, gehört Limp Bizkit zu den erfolgreichsten Bands im Nu-Metal. Sie haben Musikgeschichte geschrieben und sind immer noch Vorbild für junge Nachwuchsmusiker.

Go ahead and talk
About my g-g-generation
Cause we don’t, don’t give a, and
We won’t ever give a
Un-til you

Dog Eat Dog (Foto: Torsten Volkmer bs! 2018)

Doch bevor die Bizkits (junge Fans heißen hier bestimmt Bizkids) auftreten, heizen, und das ist temperaturtechnisch gar nicht nötig, Dog Eat Dog die Stimmung an. Auch sie sind eine Kreuz-Über-Band und ihr Crossover vereint Hardcore-Punk, Heavy Metal und Hip-Hop. Und das bereits seit 1991.

Wer jetzt denkt die Truppe um Herrn Connor & Co. können nur Hauruck und drauf, wird eines Besseren belehrt. Die haben !!Achtung!!, sogar einen Saxophonisten und machen mächtig Stimmung in der Sauna-Swiss-Life-Hall.

Dog Eat Dog (Foto: Torsten Volkmer bs! 2018)
Limp Bizkit (Foto: Torsten Volkmer bs! 2018)

Nach dem Gig ist vor dem Gig. Kurz mal die Swiss Life Hall durchlüften. Das eine oder andere Bier ordern und los geht´s. Mit was? Regen. Endlich Regen. Aber nicht in flüssig, sondern musikalisch. Purple Rain von Prince ist das Intro. Stellt sich die Frage ist die Truppe um Fred Durst eher ein Schlapper Kuchen (Limp Biscuit) oder doch ein hochprozentiger Cocktail? Durst im Touri-Look (kurze Hose, Blumenhemd, Anglerhut und Vollbart), Wes Borland wie immer gruselig geschminkt, Ersatzbassist Samuel G. Mpungu (kommt der gerade vom Tennisplatz?) und natürlich John Otto an den Drums legen mit „Show me what you got“ gleich richtig fett los.

Fred Durst fragt gleich zu Beginn die 4500 Fans:“ Wer ist zum ersten Mal bei einem Konzert von uns?“ Die Arme gehen hoch. „Wir werden euch f********. Ohne Kondom“. Uhhhh Fred. Gleich mal große Klappe. Bei „Hot Dog“ geht es auch nicht ums Essen.

Limp Bizkit (Foto: Torsten Volkmer bs! 2018)
Limp Bizkit (Foto: Torsten Volkmer bs! 2018)

Wenn mensch als nicht Hardcore-Fan bei den Bizkits ist, könnte man behaupten Fred D. ist ein Laberhannes. Lang, eigentlich viel zu lang sind seine Ansagen zwischen den Songs. Rhabarber Rhabarber. Als Fan fühlt sich das ganz anders an. Fred Durst ist der Zeremonienmeister, der Typ der die Masse anstachelt, hochpeitscht bis nur noch eine einzige Pogo-Masse ausrastender Fans einem Höhepunkt entgegen tanzt. Zack, nächstes Lied. Durst macht Hunger auf den nächsten Song, das wiederum führt zu Durst. Durst zu Durst. Ja, ne ist klar.

Zum Glück versorgen die Ordner die Fans in den ersten Reihen immer wieder mit Wasser. Zahllose Crowd-Surfer werden aus der Menge gezogen. Und rennen schnell wieder rein in die selbige. Mensch könnte ja was verpassen vom kollektiven Rausch. Ständig fliegen Bierbecher durch die Halle. So geht das in einem fort. Eindrehen zum Pogo, Abgehen, Ausrasten.

Limp Bizkit (Foto: Torsten Volkmer bs! 2018)

Dreizehn Songs in 90 Minuten ist mit Verlaub nicht so viel. Cover-Songs sind auch (noch) dabei. „Behind Blue Eyes“  und „Killing in the Name of Love“ passen allerdings gut rein in das Set. Die Fans jubeln und feiern ihre Helden, allen voran natürlich Fred Durst, der ein echter Entertainer ist. Ein Bad in der Menge? Kein Problem für Freddy. Limp Bizkit sind mit Sicherheit kein Limp Biscuit. Irgendwann ist dann Schluss. Glücklich grinsende, geschwitzte Fans zieht es jetzt nach Hause. Duschen und noch einen Absacker. Mal schauen was der/die Liebste gemixt hat.

Galerien (by Torsten Volkmer bs! 2018):

Limp Bizkit (Foto: Torsten Volkmer bs! 2018)
Limp Bizkit (Foto: Torsten Volkmer bs! 2018)

Setlist:

  1. Intro Purple Rain  (Prince song)
  2. Hot Dog
  3. Rollin‘ (Air Raid Vehicle)
  4. Gold Cobra  (Fred in the crowd
  5. My Generation
  6. Nookie
  7. Re-Arranged .
  8. Killing in the Name
    (Rage Against the Machine cover, with Dog Eat Dog)
  9. My Way
  10. Break Stuff
  11. Behind Blue Eyes (The Who cover)
  12. Take a Look Around

Links:
www.limpbizkit.com
www.dogeatdog.nl

Veranstalter:
Hannover Concerts
Wizard Promotion