Within Temptation: An Acoustic Night At The Theater (2009) Book Cover Within Temptation: An Acoustic Night At The Theater (2009)
Columbia
30.10.2009

Tracklist:

  1. Towards The End
  2. Stand My Ground
  3. Caged
  4. All I Need
  5. Frozen
  6. Somewhere (feat. Anneke van Giersbergen)
  7. The Cross
  8. Pale
  9. What Have You Done (feat. Keith Caputo)
  10. Memories
  11. Forgiven
  12. Utopia (Single)

Nach drei Live CDs und DVDs haben sich die Holländer von Within Temptation etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Um die Wartezeit auf das kommende Album zu verkürzen, erscheint in dieser grauen Herbstzeit eine wirklich sehr erfreuliche Sache!

„An Acoustic Night At The Theater“ ist das erste wunderschöne Akustik-Album von Within Temptation. Aufgenommen während der Theatertour in den Niederlanden 2008, enthält „An Acoustic Night At The Theater“ elf neu arrangierte Unplugged Aufnahmen beliebter und schöner Within Temptation Lieder. Als kleines Bonbon ist auch die brandneue Single „Utopia“ enthalten, die im Studio als Duett mit dem englischen Sänger Chris Jones aufgenommen wurde. „Utopia“ ist kein üblicher Within Temptation Kracher, aber ein wirklich zauberhafter und auch trauriger Song, der hervorragend zu den Unplugged Songs passt und sehr schnell süchtig macht.

Doch zu den eigentlichen Liedern der CD. Unter den elf Liedern, die akustisch mitgeschnitten wurden, sind natürlich erlesene Within Temptation Klassiker wie „Caged“  und Balladen wie „Forgiven“ oder auch „Pale“ zu finden. Wobei der eingefleischte  Within Temptation Fan gewiss Lieder wie „Ice Queen“, „Mother Earth“ und „Jillian“ vermissen wird. Sicherlich sind nicht alle WT Lieder 100%ig unplugged umsetzbar und so wird man sich auf eine feine, aber erlesene Auswahl freuen dürfen.

Etwas irritierend ist jedoch der Opener „Towards The End“, der als eher bedrückender und ernster Song nicht wirklich an Stelle 01 des Albums passt. Ein etwas mehr „swingender“ und „fröhlicher“ Song hätte besser gepasst und mehr Stimmung gemacht. Die akustische Version von „Towards The End“ unterscheidet sich nicht wirklich vom Original, besticht aber durch die Drum Soli, die dem Lied reichlich Nachdruck verschaffen.

Grooviger wird es dann schon mit „Stand My Ground“, das die richtige Unplugged-Stimmung herbeizaubert. Hier fängt man zu klatschen, wippen und  schnipsen an! Piano und Bass sind wirklich superb. Sharon’s Stimme wirkt wie fast bei allen Liedern sehr klar, sanft und auch zerbrechlich. Nicht so rau und schrill wie man es bei Live-Konzerten gewöhnt ist, aber gerade in den tiefen Lagen hätte sie ihrer Stimme mehr Druck verleihen können, was den Groove noch mehr groovy gemacht hätte.

„Caged“ und „The Cross“ zählen zu den besonderen Sahneschnittchen des Albums. Besonders „Caged“ bekommt einen ganz anderen Stil und von der Geige kann man so schnell nicht genug bekommen. Hören macht hier in jedem Fall süchtig. Bei „The Cross“ bewegt sich Sharon wunderbar in den tiefen und rauen sowie in den hohen Tönen. Ob man hier Original oder Unplugged-Version lieber mag, ist wirklich schwer zu sagen.

Balladen wie „Memories“, „Forgiven“ und „All I Need“ sind noch herzzerreißender geworden. Hier ist gefühlvoll mitleidig mitsingen vorprogrammiert. Für die akustische Variante der ersten Single des letzten Studioalbums „What Have You Done“ haben sich Within Temptation Unterstützung von Sänger Keith Caputo geholt.  Auch  bei „Somewhere“ singt Anneke van Giersbergen wieder mit (ebenso zu hören und zu sehen auf der Black Symphony DVD/CD).

Tja, da bleibt am Ende nur zu sagen:  „An Acoustic Night At The Theater“ ist wirklich ein Muss für jeden Within Temptation Fan und vor allem für Leute, die die Band von einer anderen Seite kennenlernen wollen.

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Kristin Hofmann
Kristin Hofmann, das schnurrende Fotokatzl, ist uns von den Elbwiesen zwischen Nightwish und Lacrimas Profundere im Fotograben irgendwie zugelaufen. Das „Spätzchen“ fährt in der Regel nicht die Krallen aus, voll auf weißblaue Vierräder ab und hat die anderen sechs Nerdzwerge zwischen Datenkraken, Mediendschungel und Hexadezimal im Blinzelwettbewerb längst platt gemacht. Schnurrbart steht ihr übrigens nicht so gut wie DocMartens, aber irgendwas is’ ja immer. Bitte nicht füttern!