The Wakes: The Red And The Green (2016) Book Cover The Wakes: The Red And The Green (2016)
Folkrock/Punk
Drakkar Records
24.06.2016
www.thewakes.info

Tracklist:

  1. Colours
  2. To Hell Or California
  3. Men To Be Feared
  4. Empire Of Skulls
  5. The Brave
  6. Peat Bog Soldiers
  7. Never Again
  8. 8:30 AM Glasgow Cross
  9. Until The Last
  10. John Maclean´s March
  11. Myth Of Return
  12. Pirates Of The League

 

Während ich dieses Album zum Hören auf Dauerschleife setzte, habe ich mir u.a. im Netz die Plattenkritiken zu „The Red And The Green“ von den The Wakes durchgelesen. Ich finde dass immer wieder spannend und interessant wie weit Meinungen auseinander gehen können. Da werden Songs, die ich persönlich als Highlights ansehe, schlecht geredet und andere wiederum, die ich langweilig finde, als „kreativ“ und „innovativ“ bezeichnet. Aber wie sagte Gene Simmons einst zu schön? „Meinungen sind wie Arschlöcher: Jeder hat eines…“

Bei was man sich aber einig ist, ist die Tatsache das die Schotten hier punkigen Folk, Celticpunk bzw Celticrock (oder wie auch immer man das am besten titulieren möchte) spielen, die eine gewisse Nähe zu den Dropkick Murphys oder Flogging Molly aufweist. Die aber wichtigere Frage stellt sich in meinen Augen, ob auch das Niveau der genannten Bands mit „The Red And The Green“erreicht werden kann? Ich für meinen Teil, sage nein. Aber es sei dazu gesagt, dass man nicht allzu weit entfernt von den genannten Bands ist. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Der eingängige Opener `Colours` lädt zum Schunkeln und mitsingen ein, `Empire Of Skulls` ist eine weitere tolle Nummer, `Never Again` ist ein guter Antifaschismus Track, `8.30 AM Glasgow Cross` zeigt uns musikalisch einen Sonntagmorgen im Pub, das balladenartige`Myth Of Return´, `Until The Last` als einen Aufbau- bzw Motivationstrack und last but not least haben wir mit `Pirates Of The League` noch einen Tribute an den (momentanen noch) Zweitliga-Verein FC. St.Pauli.

So weit, so gut. Das restliche Album ist zwar auch absolut hörbar, aber leider nicht mehr mit großen Highlights gespickt. Ich habe mir das Werk in verschiedenen Situationen angehört: Beim Autofahren während die Sonne schien, während ich auf einem Festival war (Taubertal Festival, was wirklich gut dazu gepasst hat!), Sonntagmorgen bei schlechten Wetter oder auch am Abend nach der Arbeit zum Entspannen.

Meistens kam ich dann zum Ergebnis, dass sich diese Scheibe mehr als Hintergrundberieselung eignet. Trotz der genannten Highlights befindet sich auch einiges unauffälliges darauf, bis hin zum leicht nervigen `To Hell Or California`, das klingt als wolle man zu viel auf einmal und somit etwas überladen wirkt. Da haben sich die Schotten sich selbst ein Bein gestellt. Schade…

Summa Summarum haben wir mit „The Red And The Green“ ein etwas über den Durchschnitt liegendes Album, das man auf alle Fälle hören kann (vor allem als Alternative zu Dropkick Murphys und Flogging Molly), aber nicht ganz so zwingend ist. Vielleicht ist das nächste mal mehr drin, denn wie ich durch Recherche erst herausfand, erschien diese CD bereits 2013, wurde aber 2015 von Drakkar Records lizenziert und fand erst dieses Jahr im Juni den Weg in die Plattenläden und Online-Shops zu uns nach Deutschland.

Hört ruhig mal rein, vielleicht flasht euch „The Red And The Green“ mehr als mich oder auch so manch anderen Redakteur aus anderen Magazinen. Ihr wisst ja, Meinungen sind wie Arschlöcher…