The Cranberries: Roses (2012) Book Cover The Cranberries: Roses (2012)
Vertigo
24.02.2012
www.cranberries.com

Tracklist:

  1. Conduct
  2. Tomorrow
  3. Fire & Soul
  4. Raining In My Heart
  5. Losing My Mind
  6. Schizophrenic Playboy
  7. Waiting In Walthamstow
  8. Show Me
  9. Astral Projections
  10. So Good
  11. Roses
Wer erinnert sich noch an die Cranberries? Kinder der 70er und 80er werden bei diesem Namen in nostalgischen Erinnerungen an Hits wie "Zombie" oder "Ode To My Family" schwelgen, während jüngere Generationen mit diesen Titeln möglicherweise eher wenig anzufangen wissen. Und das ist auch kein Wunder, denn über zehn Jahre sind seit dem Release ihres letzten Studioalbums "Wake Up And Smell The Coffee" (2001) vergangen.
Jetzt sind die vier Iren endlich wieder da, und sie haben ein neues Album im Gepäck: "Roses" ist in Deutschland am 24. Februar 2012 erschienen.
Mit über 30 Millionen verkauften Alben, vier Top 20 Billboard Platzierungen und acht Hit Singles schwammen die Cranberries in den 90ern auf der Erfolgswelle. "Roses" wurde von Stephen Street produziert, einem alten Freund der Band, der auch schon an der ersten, zweiten und fünften Scheibe der Band mitgewirkt hat.
Gleich beim ersten Song des 11-Track Albums stellt sich der Wiedererkennungswert ein: Allem voran Frontfrau Dolores O'Riordans unverkennbare Stimme gepaart mit dem einzigartigen Cranberries-Sound, beides von Anfang an ein wichtiges Merkmal des irischen Quartetts machen Lust darauf, ältere Werke der Band wieder aus dem verstaubten CD-Regal hervorzukramen, und so das Cranberries-Revival gebührend zu feiern. Faszinierenderweise hat es die Band geschafft, mit "Roses" fast nahtlos an das nun fast elf Jahre alte Vorgängeralbum anzuknüpfen. Es gibt nicht viele Bands, die ihren Stil und individuellen Sound über einen so langen Zeitraum unverändert beibehalten und sich dennoch merklich weiterentwickelt haben. Das Album wirkt reifer und ruhiger, und auch die Thematik der Songs ist nicht mehr dieselbe. Zwar wird in den Texten weiterhin offen und direkt Stellung bezogen, aber das Thema Krieg wird nicht mehr angesprochen. Stattdessen ist Liebe und all die damit verbundenen Komplikationen jetzt das Hauptmotiv, allerdings zum Glück nicht im herkömmlich-abgedroschenen Sinne, sondern deutlich beeinflusst von einer gesellschaftskritischen Sichtweise der jüngeren Generationen.
Was allerdings auf "Roses" nicht zu finden ist sind Songs mit Hitpotential. Der Opener "Conduct" ist ein guter Einstieg ins Album, und "Schizophrenic Playboy" hebt sich etwas rockiger als der Rest der Platte von den anderen Stücken ab.
Dennoch sucht man vergeblich nach hitverdächtigen Ohrwürmern wie "Zombie" oder "Linger". Stattdessen plätschert das Album dahin; die einzelnen Songs harmonieren jedoch hervorragend miteinander, so dass das Ganze zu einer runden Sache wird.
"Roses" ist ein düster-ruhiges Album der frühen Neunziger, das Cranberries-Fans und Nostalgiker ebenso überzeugen dürfte wie jüngere Generationen, die die Band gerade erst für sich entdecken.
Live sind sie in Deutschland am 25. Juni in der Berliner Zitadelle zu sehen.