Stone Sour: Hydrograd
Modern Metal
Roadrunner Records/Warner
30.06.2017
www.stonesour.com

Tracklist:

  1. Ysif
  2. Taipei/Allah Tea
  3. Knievel Has Landed
  4. Hydrograd
  5. Song #3
  6. Fabuless
  7. Witness Trees
  8. Rose Red Violent Blue (This Is Dumb & So Am I)
  9. Thank God It´s Over
  10. St. Marie
  11. Mercy
  12. Whiplash Pants
  13. Friday Knights
  14. Somebody Stole My Eyes
  15. When The Fever Broke

Rund vier Jahre warten wir auf ein musikalisches Lebenszeichen (ich lasse bewusst die beiden Cover-EP´s „Meanwhile In Burbank…“ und „Straight Outta Burbank…“ von 2015 mal außen vor), um mit den Worten „Hallo, you Bastards“ auf der neuen Langrille „Hydrograd“ begrüßt zu werden. Sehr freundlich…

Natürlich ironisch gemeint, aber die Freude darüber, dass Stone Sour zurück sind, hält sich bei mir eher in Grenzen. Die letzten beiden Werke „House Of Gold & Bones – Part 1 & 2“ hatten zwar ihre Momente und war auch cool, dass ein Haus aus den Hüllen der beiden Scheiben gebaut werden konnte, doch aus musikalischer Sicht, waren sie eher düster und hatten nur wenige Glanzmomente. Dazu noch der Abgang von Gitarrist James „Jim“ Root, der etwas fragwürdig über die Bühne ging und einen entsprechend faden Beigeschmack hinterließ wie dieser Kindergartenstreit zwischen Chad Kroeger (Nickelback) und Corey Taylor der herrlich als PR-Kampagne fungiert ist einfach nur lächerlich.

Lassen wir lieber die Musik für sich sprechen

„Hydrograd“, das insgesamt sechste Album, zeigt sich wieder von seiner besseren Seite. Zwar benötigt es ein paar Durchläufe bis die einzelnen Songs besser zünden (was auch auf ihrem besten Werk „Come (What)ever May“ der Fall war), aber sie erreichen wenigstens wieder ein richtig gutes Niveau. Auch in Punkto Abwechslungsreichtum konnte man wieder verbessern: zwischen einer Country-Nummer (ja, richtig gelesen) wie „St. Marie“ und härteren Stoff á la „Somebody Stole My Eyes“ oder „Whiplash Pants“, findet sich eine kitschfreie, aber auch eher unspektakuläre (alternativ: überflüssige) Ballade „When The Fever Broke“ und jede Menge feine Ear-Candys wie „Fabuless“, „Thank God It´s Over“, „Song #3“, „Mercy“, „Knievel Has Landed“, „Taipei Person/Allah Tea“ oder dem Titeltrack. Das Highlight stellt für mich aber ganz klar „Witness Trees“ dar, das mit Abstand den besten Hook seit langem in der Stone Sour-History aufweist.

ja, richtig gelesen

„Hydrograd“ ein echt gutes Album geworden, das aber gerne etwas kompakter hätte ausfallen dürfen (sprich: weniger Songs) und somit neben „When The Fever Broke“ noch auf das emotionsgeladene, aber unausgewogene „Friday Knights“ hätte verzichten können. Aber wie heißt es so schön: „Hätte, hätte, Fahrradkette…“. Freuen wir uns lieber darüber, dass Stone Sour mit „Hydrograd“ wieder ein gutes und stärkeres Album auf die Fans losgelassen haben. In dieser Form darf es gerne so weiter gehen.